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Der Senator für Inneres

Leben retten bei plötzlichem Herzstillstand - Frühdefibrillatoren ab heute an Bord von Polizei- und Feuerwehrfahrzeugen

19.05.2003

Innensenator Dr. Kuno Böse: „Der Einsatz kann beginnen!“

„Die Geräte sind da, die Mitarbeiter sind geschult, der Einsatz kann beginnen.“ Mit diesen Worten gab Innensenator Dr. Kuno Böse am heutigen Montag (19.5.2003) das symbolische Startsignal für den Einsatz so genannter Frühdefibrillatoren in Streifenwagen der Polizeien und in den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehren im Land Bremen. Unter Einsatz dieser vollautomatischen Elektroimpulsgeräte können Menschen bei plötzlichem Herzstillstand wiederbelebt werden. „Mit Hilfe der Frühdefibrillatoren werden künftig auch Polizeibeamte und Feuerwehrleute Leben retten können, wenn der Notarzt oder ein Rettungswagen noch nicht am Unfallort eingetroffen sind“, erklärte Dr. Böse.


Der Innensenator verwies darauf, dass in Deutschland jährlich etwa 130.000 Menschen durch plötzliches Herzversagen sterben, was bei unmittelbarer Reanimation oftmals zu verhindern gewesen wäre. „Das ist nicht nur eine gesundheitspolitische, sondern vor allem eine gesellschaftspolitische Herausforderung“, so der Senator. Denn laut Statistik überlebten nur rund fünf Prozent der Betroffenen ein plötzliches Herzversagen. Dabei könnten drei von vier Betroffenen überleben, wenn sie innerhalb von drei Minuten reanimiert würden. Nach spätestens fünf Minuten treten die ersten irreparablen Hirnschäden ein; nach acht bis zehn Minuten ohne Reanimation ist der Patient in der Regel tot.

Das zunächst auf zwei Jahre begrenzte Projekt wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Auf der Grundlage der dabei gesammelten Erfahrungen muss dann über die Fortdauer entschieden werden.


Lifepak CR Plus arbeitet vollautomatisch

Die neuen Geräte vom Typ Lifepak CR Plus sind kleiner als ein Schuhkarton und arbeiten vollautomatisch. Ein integriertes Sprachmodul gibt dem Anwender mündliche Anleitungen zu den einzelnen Schritten der Defibrillation. Sobald der Helfer die Elektroden am Patienten befestigt hat, arbeitet das Gerät alleine weiter. Der Lifepak CR Plus analysiert den Herzrhythmus und gibt erforderlichenfalls gezielte Elektroschocks ab. Somit kann sich der Helfer voll auf die Situation konzentrieren ohne das Gerät bedienen zu müssen. Ab sofort kommen 34 dieser Geräte im Land Bremen zum Einsatz. 19 bei der Polizei in Bremen, zehn bei der Feuerwehr Bremen und fünf bei der Ortspolizeibehörde Bremerhaven. Die Kosten von 1.800 € pro Stück tragen der Förderverein der Bremer Feuerwehr (30 Geräte), die Ortspolizeibehörde Bremerhaven (drei Geräte) und die Hochschule für öffentliche Verwaltung (ein Gerät).


Multiplikatoren wurden geschult

In der vergangenen Woche wurden 31 Beamte der Polizeien und Feuerwehren aus Bremen und Bremerhaven in die Anwendung der Geräte eingewiesen und geschult. Diese so genannten Multiplikatoren sind die ersten, die die neuen Geräte im Dienst anwenden, daneben haben sie die Aufgabe, ihr Wissen im Rahmen der Aus- und Fortbildung an Kolleginnen und Kollegen weiter zu geben. Für die Feuerwehr stellt sich die Frage der Ausbildung nicht im gleichen Umfang, da die Feuerwehrleute regelmäßig im Rettungsdienst mit eingesetzt werden und somit entsprechend ausgebildet sind; hier ist nur noch eine Geräteeinweisung erforderlich.


Für die Schulungsmaßnahme gelang es den Projektleitern, 57.500 US-Dollar Fördermittel einzuwerben. Diese stammen von der amerikanischen Medtronic Foundation; das Bremer Projekt erreichte in einem Wettbewerb der Stiftung den ersten Platz und erhielt dafür den weltweit höchsten Förderbetrag des Jahres 2002.


Innensenator Dr. Böse dankte den Initiatoren, Sponsoren und allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und sagte: „Aus der Mitte der Polizei ist hier ein Projekt entstanden, dass wahrscheinlich vielen Menschen das Leben retten wird. Ihr beharrlicher Einsatz für die Defibrillatoren hat mich überzeugt und verdient Lob und Anerkennung.“