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Der Senator für Inneres

Innensenator Dr. Kuno Böse zu den Schwerpunktmaßnahmen der Bremer Polizei auf der „Diskomeile“ im Bereich Rembertiring vom Wochenende

25.11.2002

„Bremer und Gäste sollen sich sicher fühlen“
„Rauschgift-Konsum gesellschaftlich ächten!“

Die Polizei Bremen hat an diesem Wochenende eine breit angelegte Kontrollaktion in der Nähe des Bremer Hauptbahnhofs durchgeführt. In den Nächten auf Sonnabend und Sonntag (22./23.11.2002) wurden in der so genannten „Diskomeile“ am Rembertiring/Auf der Brake 7 Gaststätten, mehr als 400 Personen und diverse Fahrzeuge kontrolliert. Die Bandbreite der festgestellten Delikte reichte von Alkohol am Steuer, Drogenmißbrauch und Verstoß gegen das Jugendschutzgesez (minderjährige Diskothekenbesucher), fasste der Senator für Inneres, Kultur und Sport, Dr. Kuno Böse, die Ergebnisse zusammen.

„Die Kriminalitätsentwicklung des Jahres 2002, insbesondere an bekannten Kriminalitätsbrennpunkten wie dem Bahnhofsumfeld, erfordert eine unmittelbare und koordinierte Reaktion der Polizei. Aus diesem Grund haben wir im Herbst eine Sicherheitsoffensive gestartet“, so der Innensenator. „Hierbei geht es darum, die Aufenthaltsqualität der Stadt Bremen rund um die Uhr zu erhalten und zu verbessern. Wir wollen die oberzentrale Funktion der Stadt Bremen stärken. Gäste und Bewohner unserer Stadt sollen sich auch zu später Stunde sicher fühlen können!“

Senator Dr. Böse griff insbesondere die Fälle von Drogenmißbrauch auf. Hier wurden bei der Schwerpunktmaßnahme 7 Fälle aufgedeckt. „Es erschüttert mich, dass die Rauschgift-Konsumenten immer jünger werden.“ Synthetische Drogen (auch als „Partydrogen“ verharmlost) dienten dabei nicht selten als Einstieg in den Konsum harter Rauschmittel. „Daher werden wir den Kampf gegen Drogenmißbrauch verstärken“, kündigte der Innensenator an, „die gesellschaftliche Ächtung von Rauschgift jeglicher Art ist mein erklärtes Ziel!“


Auch im Bereich des Jugendschutzes wurden diverse Verstöße festgestellt. 25 Jugendliche wurden von den Beamten/innen aufgegriffen und anschließend ihren Eltern und Erziehungsberechtigten zugeführt.

Dr. Böse weiter: „Ihnen bieten wir uns als Partner an, wenn es darum geht, auf die Einhaltung der Bestimmungen zum Schutze unserer Jugend zu achten. Die Ereignisse von Erfurt und die Gewaltbereitschaft besonders unter unserer jüngeren Bevölkerung zeigt uns, dass jeder von uns seinen Beitrag dieser gesamtgesellschaftlichen Verpflichtung zu erbringen hat.



Im Zuge der umfangreichen Kontrollmaßnahmen wurden weiterhin mehrere Verstöße gegen das Ausländer- und Asylverfahrensgesetz festgestellt. Die hygienischen Zustände in zwei Gaststätten entsprachen nicht den einschlägigen Vorschriften, so dass das Stadtamt eingeschaltet werden musste.

Ferner wurden an zwei eingerichteten Kontrollstellen eine Vielzahl an Fahrzeugen überprüft und diverse Verstöße festgestellt und geahndet. Ein Fahrzeugführer stand unter Alkoholeinfluss, ein entsprechendes Verfahren wurde eingeleitet.

„Am Beispiel dieses Einsatzes wird deutlich, wie gut die Verzahnung zwischen Einsatzkräften des Einzeldienstes (Schutzpolizei), geschlossenen Verbänden (Bereitschaftspolizei), der Kriminalpolizei sowie anderer Ordnungsbehörden funktioniert. Diese gemeinsame und abgestimmte Aufgabenerfüllung ist der richtige Weg“, so Senator Dr. Böse.


Hintergrund der Schwerpunktmaßnahme am Wochenende des 22./ 23. November

Die „Diskomeile“ am Rembertiring mit den angrenzenden Bereichen Auf der Brake und Hillmannplatz wird an den Wochenenden sehr stark von einer Vielzahl von Personen, darunter auch eine große Anzahl auswärtiger Gäste, frequentiert.

Vor dem Hintergrund dieser Ballung von Menschen in Verbindung mit dem Konsum von Alkohol und illegalen Drogen kommt es immer wieder zur Begehung von Straftaten, insbesondere einer erheblichen Anzahl von Körperverletzungsdelikten und anderen schwerwiegenden Delikten. Auch werden regelmäßig Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt.

In dem Zeitraum vom 01.Juli 2001 bis zum 31. Januar 2002 kam es in diesem Bereich zu insgesamt 83 Fällen von Körperverletzungen, bzw. gefährlichen Körperverletzungen, wobei fast 75 % der Taten in dem Zeitraum zwischen 01.00 Uhr und 06.00 Uhr begangen wurden. Den Schwerpunkt nahmen dabei die Wochentage Samstag und Sonntag mit 56 % der Fälle ein.

Aufgrund dieser Lage wurde beginnend im Monat April 2002 für einen unbestimmten Zeitraum eine Schwerpunktmaßnahme der Polizeiinspektion Bremen-Mitte unter Beteiligung der Bereitschaftspolizei durchgeführt. Dabei war die Polizei zu den Schwerpunktzeiten ständig mit Reviereinsatzkräften und Beamten der Bereitschaftspolizei vor Ort präsent.


Erste Erfolge an der „Diskomeile“

Eine Vergleichsmessung der angezeigten Straftaten im Bereich von Körperverletzungen und gefährlichen Körperverletzungen im Zeitraum vom 01. März bis zum 30. September 2002 ergab einen Rückgang um 28 Fälle auf insgesamt 55 Straftaten. Dies entspricht einem Rückgang von 34 % , so dass von einem Erfolg der polizeilichen Maßnahmen an diesem Kriminalitätsbrennpunkt gesprochen werden kann.