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Der Senator für Inneres und Sport

Polizei-Software: Böse und Timm unterzeichneten Vereinbarung

18.03.2002

Zusammenarbeit von Mecklenburg-Vorpommern und Bremen bei Polizei-Software -- Zugang zu INPOL-neu sichergestellt

In Schwerin fiel am heutigen Montag (18.03.2002) der Startschuss für eine umfassende Zusammenarbeit der Polizeien von Mecklenburg-Vorpommern und Bremen in der Software-Nutzung. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Dr. Gottfried Timm und der Innen-senator der Freien Hansestadt Bremen, Dr. Kuno Böse, unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung zur künftigen gemeinsamen Entwicklung, Nutzung und Pflege polizeilicher Informations- und Kommunikationstechnologien. Eine solche Kooperation im Bereich der polizeilichen Datenverarbeitung ist bislang einmalig in Deutschland.


Erstes Feld der Zusammenarbeit wird das Vorgangsbearbeitungssystem EVA (Elektronischer Vorgangsassistent) sein. Dieses Softwaresystem wurde für die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern entwickelt und vom Land Bremen in Lizenz erworben. Ab Herbst soll es bei der Bremer Polizei im Einsatz sein. Die Kooperationsvereinbarung sieht unter anderem eine künftiges Zusammenwirken beider Länder bei der Weiterentwicklung des EVA vor.


EVA ist ein Programmsystem, das der Polizei eine neue Qualität der Vorgangsbearbeitung bei der Aufnahme von Straftaten, Verkehrsunfällen und Ordnungswidrigkeiten bietet. Die Polizeibeamten können in ihren Dienststellen alle relevanten Daten in EVA eingeben, die dann bremenweit abgerufen und zur Bearbeitung anderer Vorgänge genutzt werden können. Die umfangreiche Datenhaltung erlaubt Recherchemöglichkeiten und die Erstellung von Lagebildern, z. B. für bestimmte Deliktsbereiche, die zu einer verbesserten Kriminalitätsbekämpfung führen.

Die Einführung des Vorgangsbearbeitungssystems EVA in Bremen ist Voraussetzung für den Zugang zum bundesweiten Datensystem INPOL-neu. Die Kooperation mit Mecklenburg-Vorpommern führt dazu, daß auch künftig notwendig werdende kostenintensive Systemveränderungen und –anpassungen im Rahmen von INPOL-neu gemeinsam wirtschaftlicher gestaltet werden können.


Auf einem gemeinsamen Pressetermin der Innenressorts beider Länder erklärte Innensenator Böse: „Wir treten heute den Beweis an, daß die Zusammenarbeit der Länder untereinander zu einem leistungsfähigen Föderalismus führt.“ Die Entscheidung des Landes Bremen für das Vorgangsbearbeitungssystem der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern sei nicht nur von technischen, sondern vor allem auch von wirtschaftlichen Gesichtspunkten geprägt gewesen. „Angesichts hoher Kosten ist es ein Gebot der Vernunft, das Rad nicht jeweils neu zu erfinden“, so Böse. Die Übernahme eines bereits laufenden Systems mit der Möglichkeit der nachträglichen Anpassung an spezielle bremische Erfordernisse sei deshalb die optimale Lösung gewesen.


Die Kooperationsvereinbarung verfolge das Ziel, diesen vielversprechenden Ansatz zu erweitern und zu vertiefen. „Mit der Übernahme des Vorgangsbearbeitungssystems EVA beginnt die Zusammenarbeit zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Bremen im Bereich der polizeilichen Datenverarbeitung, die zunächst die Pflege und Weiterentwicklung von EVA umfaßt, aber auch offen sein wird für eine Erweiterung auf andere polizeiliche Aufgabenfelder. Im Interesse beider Partner können wir jetzt die verfügbaren finanziellen und personellen Ressourcen bestmöglich zu nutzen“, so Böse. Dies werde sich auch darin dokumentieren, dass landesspezifische Abweichungen bei der Weiterentwicklung des EVA und auch bei künftigen anderen Projekten auf ein unverzichtbares Minimum zugunsten einer möglichst identischen DV-Landschaft reduziert werden. Böse: „Der Kooperation können auch andere Bundesländer beitreten.“