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Senatskanzlei

Buchpremiere zum Projekt Stolpersteine in Bremen

Einladung zur musikalischen Lesung am Dienstag, 24. März 2015 um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Bremen (Zentralbibliothek/Wall-Saal)

23.03.2015

Seit 2004 nimmt Bremen mit der Verlegung von Gedenksteinen zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus teil an der Schaffung des weltweit größten dezentralen Mahnmals, dessen Gestalter der Künstler Gunter Demnig ist. Träger sind die Landeszentrale für politische Bildung Bremen und der Bremer Verein „Erinnern für die Zukunft e. V.“. In Europa sind derzeit über 50.000 dieser Gedenksteine in Bürgersteige eingelassen, darunter 633 in Bremen.

Im Rahmen einer musikalischen Lesung veröffentlichen am 24. März 2015, 19 Uhr, die Träger des Projektes den nächsten Band aus der Publikationsreihe „Stolpersteine in Bremen – Biografische Spurensuche“. Bereits erschienen ist Band 1 Region Nord (Burglesum-Vegesack-Blumenthal-Ritterhude), dem nun Band 2 Mitte (Altstadt-Bahnhofsvorstadt) folgt. Er enthält neben den biografischen Abrissen Beiträge zur NS-Geschichte in Bremen und ihren Spuren, zur Intention des Projektes und seiner Bedeutung für die Angehörigen der Opfer und zu Möglichkeiten und Grenzen der biografischen Spurensuche.

Die Veranstaltung wird von Innensenator Ulrich Mäurer eröffnet. Im Band Mitte findet sich die Geschichte der Familie van der Veen, an deren Schicksal Stolpersteine in der Passage Aschenburg/Geeren erinnern. Diese Gedenksteine wurden am 10. Juni 2012 in Anwesenheit von Polizeipräsident Lutz Müller verlegt, denn die Bremer Polizei hatte die Patenschaft für die vier Gedenksteine übernommen, weil sie an das Ehepaar van der Veen, deren Sohn und Tochter erinnern, die von Bremen nach Amsterdam geflohen, dort inhaftiert und über das Internierungslager Westerbork in die Vernichtungslager Auschwitz und Sobibor deportiert worden. Die Bewachung im Lager Westerbork und die Begleitung der Transporte nach Auschwitz durch das Bremer Polizeibataillon 105 von 1942 bis Kriegsende war Anlass für die Polizei Bremen, die Bereitschaft zur Übernahme einer Patenschaft zu erklären. Von den über 100.000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern, die in dieser Zeit von Westerbork nach Auschwitz überstellt wurden, überlebten nur wenige. Philipp, Franziska, Harry und Goldine van der Veen waren nicht darunter. Insgesamt waren 43 jüdische Männer, Frauen und Kinder von Bremen nach Holland geflohen, alle wurden Opfer des Holocaust.

Die Lesung findet in Anwesenheit von Angehörigen aus Familien statt, die Opfer zu beklagen haben, aus deren Biografien Auszüge gelesen werden. Es liest die Journalistin Marlies Backhus, es spielt das Quartett Paradawgma.

Kontakt:
Dr. Barbara Johr
Projektleitung
Mobil 01525-1852025
Fon 361-2626
Fax 361-4453
barbara.johr@lzpb.bremen.de

www.stolpersteine-bremen.de
www.stolpersteine.com