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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Erfolgreiche Aktion „SpielRäume schaffen“ verlängert

02.02.2006

Sozialsenatorin und Deutsches Kinderhilfswerk unterschreiben Vertrag – Bisher 169 neue Spielräume für Kinder entstanden

Seit 1997 läuft in der Stadt Bremen die Aktion "SpielRäume schaffen - Wer wachsen soll braucht Platz", die gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) durchgeführt wird. Karin Röpke, Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, und die Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerkes, Dr. Heide-Rose Brückner, verlängerten heute (2. Februar 2006) mit ihren Unterschriften unter einen Vertrag die erfolgreiche Zusammenarbeit.


Senatorin Röpke: "Ich freue mich über die gute Kooperation im Interesse unserer Kinder und unserer Stadt. Mit der Aktion haben wir einen der nachhaltigsten Erfolge in der Stärkung des Standortfaktors ‚Kinder- und Familienfreundlichkeit’ erzielt."


Ausgangspunkt der gemeinsamen Anstrengungen war nach Angaben der Senatorin, dass es in der Hansestadt vor allem an hausnahen Spielmöglichkeiten - insbesondere für kleine Kinder - mangelt. Das Motto: "Tür auf, raus und spielen!" stand deshalb von Anfang an im Mittelpunkt der Aktion.


„Anstelle bewegungsreicher Aktivitäten im Wohnumfeld spielen Kinder zunehmend in Innenräumen oder beschäftigen sich mit dem Computer. Eine Unterstützung für Initiativen, die Kindern naturnahe Spielflächen eröffnen oder ein gefahrloses Spielen auf Straßen, Gehwegen und Plätzen ermöglichen, ist daher wichtiger denn je“, betonte Dr. Brückner.


Die Gemeinschaftsaktion ruht auf drei Säulen: Dem Förderfonds, dem Mobil-Team und der Öffentlichkeitsarbeit.


Der Förderfonds

Den vom Jugend- und Sozialressort und dem DKHW eingerichteten Förderfonds haben engagierte Bremer Bürger und Bürgerinnen seitdem 1997 Jahr für Jahr genutzt, um zusätzliche hausnahe Spielmöglichkeiten für ihre Kinder zu schaffen. Sie haben sich dafür häufig in Nachbarschaftsinitiativen und Elternvereinen zusammengetan und überlegt, welche Flächen und Räume in der Wohnumgebung sich in Spielräume für Kinder verwandelt lassen könnten. Durch "SpielRäume schaffen" sind bislang 169 neue Spielräume für Kinder in Bremen entstanden mit einer Gesamtfördersumme von 560.000 Euro. Pro Projekt und Jahr können bis zu 2600 Euro aus dem Förderfonds zur Verfügung gestellt werden. Knapp die Hälfte aller Projekte wurden auf Schulhöfen realisiert, die auch am Nachmittag und am Wochenende geöffnet sind. Außerdem haben Sportvereine, Kleingartenvereine, Kirchengemeinden und Kindergärten auf ihren Flächen neue Spielmöglichkeiten für den Stadtteil geschaffen. 16 Prozent der Projekte wurden von Nachbarschaften, Eltern oder sogar Jugendgruppen initiiert. Auf Brachflächen, Straßenbegleitgrün oder ungenutzten Wiesenstreifen sind lebendige Spielorte entstanden, die von engagierten Bürgern gepflegt und unterhalten werden.


Das Mobil-Team

Die engagierten Initiativen haben auch reichlich Gebrauch gemacht von der zusätzlichen Möglichkeit, sich bei der Planung und Umsetzung kostenlos beraten zu lassen durch das sogenannte Mobil-Team "SpielRäume schaffen" des Vereins SpielLandschaftStadt e.V.


Öffentlichkeitsarbeit

Ziel aller Anstrengungen ist es, gemeinsam mit dem DKHW und engagierten Bürgerinnen und Bürgern eine "bespielbare Stadt" zu schaffen, in der Kinder jeden Alters Spielorte in ihrer Wohnumgebung vorfinden, die sie eigenständig und gefahrlos aufsuchen können, die ihnen interessante Erfahrungen ermöglichen und die - durch den Austausch mit anderen Kindern - auch ihre sozialen Fähigkeiten fördern.


Die Gemeinschaftsaktion hat sich deshalb auch einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit verschrieben. Neuestes Produkt dieser Öffentlichkeitsarbeit ist eine soeben erschienene CD-ROM mit dem Titel: "Wege zur bespielbaren Stadt". Um Laien wie Fachleuten, die sich in Bremen für das Ziel einer "bespielbaren Stadt" engagieren wollen, das dafür notwendige Handwerkszeug an die Hand zu geben, und sie an den vielfältigen Ideen, Erkenntnissen, Erfahrungen und technischen Errungenschaften rund um die Aktion "SpielRäume schaffen" teilhaben zu lassen, haben sich die Akteure etwas sehr Anschauliches einfallen lassen. Sie haben eine Multimedia-CD-ROM herausgebracht, die den Betrachter auf einzigartige und technisch brillante Weise auf eine virtuelle Reise mitnimmt in die Welt des Spiels und der Spielförderung. Die interaktive CD ist Arbeitsinstrument und Spielwiese zugleich und soll anregen und ermutigen auf dem Weg zur "bespielbaren Stadt" - hier und auch anderswo, denn Bremen kann mit der CD-ROM sein Erfolgsmodell nun auch anderen Kommunen zugänglich machen.


Senatorin Röpke: "Die ‚bespielbare Stadt’ ist in Bremen nicht mehr nur Vision, sondern dank der Gemeinschaftsaktion und vieler daran anknüpfender Aktionen auch schon an vielen Punkten unserer Stadt Realität geworden." Im Übrigen, so die Senatorin, müsse es für alle, die in Bremen an der Planung und Gestaltung von Lebensbedingungen mitwirken, selbstverständlich sein, Kinderinteressen in ihre alltägliche Arbeit mit einbeziehen. "Die Schaffung kinderfreundlicher Wohnquartiere muss ein vorrangiges Ziel kommunaler Stadtpolitik sein", sagte Karin Röpke.


Die CD-ROM ist ab sofort für 25 Euro beim Verein SpielLandschaftStadt e.V. (Horner Heerstr. 19, 28359 Bremen, Tel. (0421) 242-895-50, E-Mail: info@spielandschaft-bremen.de) erhältlich.