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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Zur aktuellen Situation bei den Ausbildungsstellen im Land Bremen

27.11.2003

Das Bündnis für Arbeit und Ausbildung hat heute über die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt in Bremen und Bremerhaven beraten

Die Zahl der Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz (unvermittelte Ausbildungsplatzbewerberinnen / –bewerber) ist im Vorjahresvergleich in beiden Städten zurück gegangen. Noch zur Halbzeitbilanz des Ausbildungsjahres im Mai befürchteten die Bündnispartner eine steigende Zahl unversorgter Jugendlicher, insbesondere für den Arbeitsamtsbezirk Bremerhaven. Das diese Befürchtungen nicht eingetreten sind, so Arbeitssenatorin Karin Röpke, „sei auch dem entschlossenen und kooperativen Handeln der Bündnispartner zu verdanken. Die Zahlen zeigen aber auch, dass von einer Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt keine Rede sein kann. Der Handlungsbedarf bleibt hoch, Bremerhaven wird auch in Zukunft unser besonderes Augenmerk gelten.“


Die Ausbildungsmarktsituation in Bremen und Bremerhaven im Vorjahresvergleich(1)


Im Arbeitsamtsbezirk Bremen sind die Zahlen der beim Arbeitsamt gemeldeten Bewerber/innen und Ausbildungsplätze(2) im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber/innen sank um rund -9,3% auf 5.109. Die Zahl der Ausbildungsplätze verringerte sich um rund -2,0% auf 6.308, die der betrieblichen Ausbildungsplätze um –2,6% auf 4.652 .

Am 30.09. dieses Jahres hatten 221 beim Arbeitsamt Bremen gemeldete Jugendliche noch keinen Ausbildungsplatz gefunden, das sind 47 bzw. –17,5% weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze auf 144 angewachsen, also 57 bzw. +65,5% mehr als im Vorjahr(3).


Im Arbeitsamtsbezirk Bremerhaven ist die Zahl der gemeldeten Bewerber/innen gestiegen, die der Ausbildungsplätze im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber/innen stieg um rund +7,6% auf 2.302. Die Zahl der Ausbildungsplätze verringerte sich um rund –8,1% auf 1.591, die betrieblichen Ausbildungsplätze um –6,8% auf 1.123.

Am 30.09. dieses Jahres hatten 147 beim Arbeitsamt gemeldete Jugendliche noch keinen Ausbildungsplatz gefunden, das sind 5 bzw. –3,3% weniger als im Vorjahr. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze ist im Vorjahresvergleich mit 28 gleich geblieben.


Zwischen Ende September und dem heutigen Tag ist es durch intensive Bemühungen der Arbeitsämter Bremen und Bremerhaven in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven, der Handelskammer Bremen und der Handwerkskammer gelungen, die Anzahl der unversorgten Ausbildungsplatzbewerber/innen im Arbeitsamtsbezirk Bremen auf 145 und im Arbeitsamtsbezirk Bremerhaven auf unter 10 zu verringern. Allerdings konnten diese Reduzierungen insbesondere im Arbeitsamtsbezirk Bremerhaven in diesem Umfang „nur“ durch den Einsatz berufsorientierender und –vorbereitender Maßnahmen bewirkt werden.


Weitere Schritte zur Verbesserung der Ausbildungsmarktsituation eingeleitet


Das Bündnis für Arbeit und Ausbildung hat sein Ziel bekräftigt, dass alle ausbildungswilligen und –fähigen Jugendlichen in Bremen und Bremerhaven einen Ausbildungsplatz bekommen sollen. Dabei gilt es besonders in Bremerhaven aktiv zu werden und dort weiterhin alle denkbaren Anstrengungen zu unternehmen, um Ausbildungsplätze zu akquirieren.


Das Bündnis für Arbeit und Ausbildung in Bremen und Bremerhaven hatte sich schon auf seiner Sitzung im Mai für Sicherung der berufsvorbereitenden Maßnahmen ausgesprochen, so lange keine ausreichende Zahl von Ausbildungsplätzen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig hatten die Bündnispartner aber angeregt, die berufsvorbereitenden Maßnahmen in Bremen und Bremerhaven betriebsnäher und modular zu gestalten, damit die Berufsvorbereitung ganz oder teilweise auf die möglichst schnell anschließende Ausbildung angerechnet werden kann. Diese Vorschläge werden in Bremen und Bremerhaven jetzt umgesetzt.


Ebenfalls wurde vom Bündnis angeregt, die existierenden Landesprogramme zur Schaffung von Ausbildungsplätzen in einem Landesprogramm zusammen zu fassen, zu vereinfachen und noch intensiver mit Niedersachsen abzustimmen. Der Senat hat diese Anregungen aufgegriffen und in der gemeinsamen Kabinettsitzung mit der niedersächsischen Landesregierung am 11. November 2003 in Delmenhorst u.a. den Beschluss gefasst, zu prüfen, ob Förderprogramme dahingehend gestaltet werden können, dass gemeinsames Handeln möglich wird. Dieses bezieht sich im Besonderen auf die Landesprogramme für Ausbildungsverbünde und ﷓partnerschaften sowie auf Förderprogramme für benachteiligte Jugendliche. Bis zum 30. Juni 2004 sollen dazu konkrete Vorschläge erarbeitet werden.


Darüber hinaus war die staatliche Deputation für Arbeit und Gesundheit schon im September den Vorschlägen von Arbeitssenatorin Karin Röpke gefolgt und hatte zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsmarktsituation in Bremen und Bremerhaven beschlossen, darunter

  • die Entwicklung der Berufsschulen zu regionalen Berufsbildungszentren;

  • Maßnahmen zur Verringerung der Abbrecherquoten in der betrieblichen Ausbildung;

  • neue Formen von Ausbildungspartnerschaften, z.B. durch branchenbezogene Partnerschaften;

  • Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von dualer Ausbildung und familiären Belastungen für junge Mütter;

  • Unterstützung der überbetrieblichen Ausbildung im Handwerk;

  • intensivierte Vernetzung der Ausbildungsberatung und Einbindung der Sozialpartner in zentralen Ausbildungsbüros an den Standorten Bremen und Bremerhaven.


    (1) Zahlen, soweit nicht anders genannt, von Ende September

    (2) Diese Zahlen beziehen sich auf alle bei den Arbeitsämtern gemeldeten Bewerber/innen bzw. Ausbildungsplätze im Zeitraum zwischen 1.10.2002 und 30.09.2003 bzw. auf den Vorjahresvergleichszeitraum.

    (3) Die Zahlen für die unversorgten Jugendlichen und unbesetzten Ausbildungsstellen beziehen sich auf