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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Übergewicht – wie und wem hilft ein Magenband?

11.06.2003

Veranstaltungsreihe an den Bremer Krankenhäusern zu Essstörungen
wird fortgesetzt

„Gastric banding“ nennt sich das chirurgische Verfahren, das in schweren Fällen von Adipositas (Übergewicht) vielen Menschen als letzter Rettungsanker erscheint.


Im Rahmen einer Fortbildungsreihe an den Bremer Krankenhäusern zum Thema Essstörungen wird hierzu ein Vortrags- und Diskussionsabend unter dem Titel Psychologische Aspekte einer chirurgischen Adipositas-Therapie (gastric banding) angeboten. Er findet statt am 25. Juni 2003 um 19.30 Uhr im DIAKO, ev. Diakonie-Krankenhaus, Gröpelinger Heerstr. 406/408, im Zentrum „Gesundheitsimpulse“.


Als Referenten werden Herr Prof. Dr. Stephan M. Freys, seit 2002 Chefarzt in der Chirurgischen Klinik des Diakoniekrankenhauses, und Frau Andrea Benecke, Diplompsychologin am Institut für Psychotherapie und Med. Psychologie der Universität Würzburg, sprechen. Die Veranstaltung ist Teil einer Fortbildungsreihe für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus; alle Interessierten, Fachleute wie Laien, sind jedoch herzlich willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos.


Das „gastric banding“ ist ein verstellbares Silikonmagenband, das um den oberen Magenteil gelegt wird, wodurch der Magen quasi künstlich verkleinert und die Nahrungsaufnahme stark eingeschränkt wird. Es wird laparaskopisch, also mit Hilfe einer Sonde, ohne größere chirurgische Schnitte angelegt.


Dieser Eingriff ist auf eine bestimmte Gruppe von Patientinnen und Patienten beschränkt: Er wird nur durchgeführt bei Menschen mit einer besonders stark ausgeprägten Adipositas, bei denen mehrjährige ärztliche Behandlung mit anderen Formen der Gewichtsreduktion nicht erfolgreich war. Kinder sind von diesem Verfahren ausgeschlossen.


Patientinnen und Patienten, die sich diesem Verfahren unterziehen wollen, werden vor und nach dem Eingriff psychologisch begleitet. Dies ist in der Regel Bestandteil der Behandlung. Die Referent/innen werden auf die psychischen Aspekte besonders eingehen: Vor welchen seelischen Problemen stehen Menschen mit einem schweren, nicht regulierbaren Übergewicht? Was kann ein chirurgischer Eingriff dieser Form bedeuten? Mit welchen Verläufen ist im Anschluss zu rechnen und welche Form der Begleitung ist hilfreich und notwendig?


Die Veranstaltung ist Teil einer Fortbildungsreihe zu Essstörungen mit insgesamt acht Veranstaltungen, die reihum in sieben Bremer Krankenhäusern angeboten werden. Die Fortbildungsreihe hat zum Ziel, das ärztliche und pflegerische Personal an den Krankenhäusern für die Symptomatik und die psychogenen Ursachen von Magersucht, Ess-/Brechsucht und Esssucht zu sensibilisieren.


Die kostenlosen Veranstaltungen finden in der Regel am letzten Mittwoch jeden Monats um 19.30 Uhr in den verschiedenen Krankenhäusern statt.