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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Wegen PISA-Ergebnissen: Bremer Senat beschließt 1,6 Millionen Euro für weitere Maßnahmen zu verbesserter Bildung im Vorschulalter

26.11.2002

Senatorin Röpke: „Auch Vierjährige werden in die Sprachförderung einbezogen“

Der Senat hat heute (26. November 2002) beschlossen, dass für weitere Maßnahmen, mit denen die Bildung für Kinder im Vorschulalter verbessert und insbesondere ihre Sprachfähigkeit gefördert werden soll, 1,6 Millionen Euro für das kommende Jahr im Rahmen eines Nachtragshaushaltes bereit gestellt werden sollen. Bereits im August hatte der Senat ersten Projekten zugestimmt.


Nach den Plänen von Sozialsenatorin Karin Röpke sollen 2003 nicht nur Fünfjährige, sondern auch alle Vierjährigen daraufhin getestet werden, ob sie speziellen Förderunterricht für die Entwicklung der Sprache brauchen. Rund 150 Erzieher/innen werden berufsbegleitend weitergebildet, damit sie die dann einzurichtenden Fördergruppen leiten können.


„Die frühzeitige Entwicklung von Sprachkompetenzen ist für uns ein grundlegendes bildungspolitisches Anliegen“, betonte die Senatorin nach dem Senatsbeschluss. Dies müsse für alle Kinder gleich welcher Herkunft gelten, denn die Beherrschung der deutschen Sprache sei der entscheidende Schlüssel zur Integration in unsere Gesellschaft, so Karin Röpke.


Doch nicht nur die Förderung der Sprachkompetenz soll verstärkt, auch neue Inhalte sollen in die Bildungsarbeit im Kindergarten eingebracht werden. Geplant ist unter anderem eine Kooperation mit dem Universum Science Center, um die Kinder für naturwissenschaftliche Bereiche zu interessieren. Auch eine Zusammenarbeit mit Sport- und Turnvereinen wird angestrebt, ebenso mit der Stadtbibliothek.


Eine weitere Konsequenz, die für den Vorschul-Bereich aus den PISA-Studien gezogen wird, ist die Ausweitung der Unterstützungs-Programme für Eltern und Familien. Dazu gehören die Programme „HIPPY“ und „Mama lernt Deutsch“. Im Rahmen von „HIPPY“ (Home Instruction Programm for Preschool Youngsters) werden bei Hausbesuchen in der Regel Mütter angeleitet, mit ihrem Kind jeden Tag rund 15 Minuten vorgegebene Materialien spielerisch durchzuarbeiten. Dieses Programm soll ausgedehnt und teilweise an die Kindergärten und Grundschulen angebunden werden. In fünf Kindergärten wird es ab Frühjahr 2003 in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Grundschulen modellhaft erprobt. Nach der Auswertung ist geplant, das Programm an Grundschulen fortzusetzen und an weiteren Kindergarten-Standorten umzusetzen.


An sieben Grundschulen in der Stadt Bremen werden zur Zeit Kurse mit dem Titel „Mama lernt Deutsch“ angeboten. Die Sprachkurse sollen die Eltern in die Lage versetzen, den Integrationsprozess ihrer Kinder unterstützend zu begleiten. Die schrittweise Ausweitung auf 20 Standorte wird angestrebt.


Die Ressorts für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales und Bildung/Wissenschaft erarbeiten gemeinsam ein Pilotprojekt an mehreren Standorten in Bremen, das Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erleichtert. Dazu sollen gemeinsame Fortbildungen und Konferenzen von sozialpädagogischen Fachkräften und Lehrer/innen gehören, gemeinsam organisierte Elternabende und der Austausch über mögliche Probleme, die einzelne Kinder beim Wechsel in die Schule haben könnten.


Schließlich sollen bei Qualifizierungsangeboten für sozialpädagogische Fachkräfte Schwerpunkte gelegt werden auf die frühkindliche Bildung bei der Sprachentwicklung, beim Zahlenverständnis und beim Problemlösungs-Verhalten. Insgesamt soll Fortbildung ein verbindlicher Bestandteil im Arbeitsprozess jeder pädagogischen Fachkraft werden.