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Die größte Vergiftungsgefahr geht von Arzneimitteln aus

17.06.2002

Giftinformationszentrum-Nord legt Jahresbericht 2001 vor

Das Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord) an der Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin - legt jetzt seinen sechsten Jahresbericht vor.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 26.593 Anfragen von den ärztlichen Beraterinnen und Beratern beantwortet. Dies bedeutet eine Steigerung von 2 % gegenüber dem Vorjahr und von 66 % gegenüber 1996. Von einem Vergiftungsverdacht waren insgesamt 25.022 Personen betroffen. Als mittelschwer oder schwer vergiftet mussten 2687 Patientinnen und Patienten eingestuft werden. 478 Anfragen bezogen sich auf Vergiftungen bei Tieren.

1946 Anfragen wurden vorsorglich gestellt, ohne dass es zu einem Kontakt mit einem fraglich giftigen Produkt gekommen war. In 125 Fällen wurde das GIZ-Nord, weiterhin eines der aktivsten unter den 10 deutschen Giftinformationszentren, aufgrund von Anfragen zu Schwangerschaft und Stillzeit kontaktiert.

Genutzt wurde der kostenlose Service zu 50,5 % von Bürgerinnen und Bürgern und zu 49,5 % von medizinischem Fachpersonal. Wie auch in den vergangenen Jahren wurde im GIZ-Nord am häufigsten wegen Vergiftungsverdachtsfällen bei Kleinkindern unter 5 Jahren angerufen (42 %). Ein vom GIZ-Nord erstelltes Merkblatt zu Vergiftungsgefahren bei Kindern für Eltern, Betreuerinnen und Betreuer beschreibt die Vergiftungsgefahren und gibt Hinweise zu ihrer Verhütung und zur Ersten Hilfe.

Der überwiegende Teil des 39-seitigen Jahresberichts besteht aus einer differenzierten Auswertung der Beratungen im Hinblick auf die Vergiftungsursachen, das Alter der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen: Die größte Vergiftungsgefahr geht sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen von Arzneimitteln aus. 77 % aller schweren oder mittelschweren Vergiftungen mussten dieser Gruppe zugeordnet werden.

Besonders häufig wird das GIZ-Nord in den Sommermonaten angerufen (2756 Anfragen im August im Gegensatz zu 1789 im Januar). In dieser Zeit wandten sich viele besorgte Eltern, deren Kinder frische Pflanzen (häufig die Früchte) probiert hatten, an uns. 49 Vergiftungen durch Pflanzen (oft mit Eibe, verschiedene Nachtschattengewächsen, Goldregen, Bärenklau und rohen Gartenbohnen) mussten als schwer oder mittelschwer beurteilt werden.

Seine Arbeit hat das GIZ-Nord im letzten Jahr in mehreren Vorträgen sowie durch Veröffentlichungen in der wissenschaftlichen Presse und Publikumspresse vorgestellt. Ein Teil dieser Publikationen, alle GIZ-Nord-Jahresberichte, das Merkblatt über Vergiftungsgefahren bei Kindern und viele weitere Informationen für Bürgerinnen und Bürger sind über die Website des GIZ-Nord ( www.giz-nord.de) im Internet abrufbar (Stichwort: Bürgerinformationen zu Vergiftungen). Die meisten Anfragen erreichten das Zentrum durch Anruf der Notrufnummer 0551-19240. Bei prophylaktischen Anfragen kann in Einzelfällen auch der Weg über Post, Fax (0551-3831881) oder Email (giznord@giz-nord.de) gewählt werden.


Giftinformationszentrum-Nord, Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin, Robert-Koch-Straße 40, 37077 Göttingen

Telefon 0551 / 19240 Telefax 0551 / 383 18 81, http://www.giz-nord.de

Im Internet:Jahresbericht für das Jahr 2001