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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Pressemitteilung mit Foto Senatorin Hilde Adolf führt die Leiterinnen und Leiter in ihre Ämter ein

02.10.2001

12 Sozialzentren nehmen ihre Arbeit auf

Nach intensiven Planungen und Vorbereitungen ist es nun so weit: Die 12 Sozialzentren in der Stadt Bremen nehmen ihre Arbeit auf. „Ich verspreche mir davon mehr Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern, die unsere Hilfe brauchen, und damit eine wirksamere Unterstützung dieses Personenkreises“, betonte Sozialsenatorin Hilde Adolf heute (2. Oktober 2001) während einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Sozialzentren, die die bisherigen vier regionalen Abteilungen des Amtes für Soziale Dienste ablösen. Ebenfalls am heutigen Dienstag führt die Senatorin die Leiterinnen und Leiter der Sozialzentren in ihre neuen Ämter ein.


Ziel der Umstrukturierung ist es, Sozialhilfeempfänger/innen künftig umfassender sowie verstärkt individuell zu beraten und zu betreuen. Vorgesehen ist, dass in den Sozialzentren vor Ort so genannte „Fall-Manager“ sich der Hilfe-Bedürftigen annehmen und gemeinsam mit ihnen Pläne erstellen, die nach Möglichkeit zum Ausstieg aus der Sozialhilfe und in den Arbeitsmarkt führen sollen oder andere Chancen eröffnen, wie beispielsweise eine Ausbildung.


Vor dem Hintergrund des Leitbildes „Aktivieren, Fördern und Fordern“ sollen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Bezieher/innen von Sozialhilfe ein von staatlichen Zuwendungen unabhängiges und damit eigenständiges Leben zu ermöglichen. Erreicht werden soll dies unter anderem durch eine enge


Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und mit der neuen Gesellschaft „Bremer Arbeit GmbH“. Ziel der Kooperation ist die schnelle und nachhaltige Integration von Sozialhilfeempfänger/innen in den ersten Arbeitsmarkt. Dabei sollen die Stärken des Einzelnen und die notwendige Unterstützung im Vordergrund stehen.


Sie gehe davon aus, dass jeder, der arbeitsfähig ist, auch arbeiten wolle, sagte Hilde Adolf. Die verstärkte Hilfe dazu gehe jedoch auch mit der Absicht einher, die Anzahl der Hilfeempfänger/innen in den kommenden Jahren nachhaltig zu senken. Konkret werde eine Reduzierung um rund 4400 Fälle bis einschließlich des Jahres 2005 angestrebt. Gelingt dies, müssten im Jahr 2005 für die Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe) in der Stadt Bremen 48 Millionen Mark weniger aufgewandt werden als bisher veranschlagt.


„Dabei ist es für mich selbstverständlich, dass wir niemanden aus der Sozialhilfe drängen wollen, der sie benötigt. Dies gilt unter anderem für alte und kranke Menschen“, unterstrich die Senatorin.


Der Senat hatte mit einem Beschluss am 5. Dezember 2000 den Weg für eine beschleunigte Einführung der Sozialzentren im Rahmen des Umbaus und der Modernisierung des Ressorts frei gegeben. (Ursprünglich sollte das Vorhaben erst bis zum Jahr 2005 umgesetzt werden). Er stimmte der Einstellung von 20 neuen besonders qualifizierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu und genehmigte ein Investitionsvolumen in Höhe von 28 Mio. DM bis 2004 für das zusätzliche Personal, für EDV und Infrastrukturmassnahmen. Die Summe wurde im Ressort durch geringere Ausgaben in den Jahren 2000/2001 bei den Sozialleistungen erwirtschaftet. Mittlerweile wurden auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wirtschaftlichen Hilfen aus den Ortsämtern den Sozialzentren zugeordnet.


Mit der Amtseinführung der Leiterinnen und Leiter der Sozialzentren ist die Umstrukturierung längst nicht abgeschlossen. Vielmehr müssen die verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort diesen Prozess nun steuern und vorantreiben.



 



In der Stadt Bremen gab es im Juli dieses Jahres rund 47 600 Sozialhilfeempfänger/innen (circa 26 000 Fälle: Zahl der Familien und Lebensgemeinschaften sowie Alleinstehende die Sozialhilfe beziehen), darunter rund 17 600 Minderjährige. Ein Vergleich mit den Zahlen der Vormonate und den Vorjahren zeigt eine Tendenz zur Abnahme der Gesamtzahl. Bremen hat dennoch weiterhin die größte Sozialhilfedichte bundesweit. 94 von 1000 Einwohnern beziehen Sozialhilfe, in vollem Umfang oder als ergänzende Leistung.

Allein für die Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe) sind im vergangenen Jahr in der Stadt Bremen 312 Millionen Mark (32,7 Prozent der gesamten Sozialausgaben von rund 950 Millionen Mark) ausgegeben worden.