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Senatskanzlei

Bürgermeister Bovenschulte: "Ein Argument mehr für Barrierefreiheit"

Wiedereröffnung des Rollstuhl- und Blindenparcours auf der Überseeinsel

19.04.2023

In einer ehemaligen Produktionshalle auf der Überseeinsel hat heute (19. April 2023) der Rollstuhl- und Blindenparcours eine neue vorübergehende Heimat gefunden. Später soll er wieder in das Depot der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) und das Museum der Freunde der Bremer Straßenbahn nach Sebaldsbrück zurück, wo er wegen Bauarbeiten der BSAG gerade nicht untergebracht werden kann. Zur Eröffnung ist auch Bürgermeister Andreas Bovenschulte gekommen. Der Parcours soll es Menschen ohne Behinderungen ermöglichen, sich in die Situationen von Menschen mit Einschränkungen zu versetzen und zu erleben, auf welche Probleme sie im öffentlichen Raum stoßen.

Im Rollstuhl über eine Rampe durch eine Tür - für Bürgermeister  Dr. Andreas Bovenschulte im Rollstuhl- und Blindenparcours eine neue Erfahrung. Foto: Senatspressestelle
Im Rollstuhl über eine Rampe durch eine Tür - für Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte im Rollstuhl- und Blindenparcours eine neue Erfahrung. Foto: Senatspressestelle

Bürgermeister Bovenschulte: "Wer die inklusive Gesellschaft will – und ich will sie –, steht permanent vor der Herausforderung, Wege, Plätze, Gebäude und vieles mehr so zu gestalten, dass sich jede und jeder unabhängig von individuellen Beschränkungen dort bewegen kann. Dabei hilft es, sich einmal in deren Situation zu versetzen. Und schnell wird klar, wie immens wichtig allein etwas so schlicht Erscheinendes wie die Gestaltung eines Bordsteines sein kann."

Der ist ein gutes Beispiel dafür, wie bei der Realisierung der Barrierefreiheit schon die berechtigten Interessen der Betroffenen gegenläufig sein können: Während Sehbehinderte und Blinde auf einen deutlich ertastbaren Bordstein angewiesen sind, wünschen sich Personen im Rollstuhl möglichst flache und glatte Übergänge.

An der Seite von Prof. Dr. Carsten-W. Müller von der Hochschule Bremen erfuhr Bovenschulte, was es heißt, sich mit einem Blindenstock über Markierungen auf dem Boden zu orientieren. Foto: Senatspressestelle
An der Seite von Prof. Dr. Carsten-W. Müller von der Hochschule Bremen erfuhr Bovenschulte, was es heißt, sich mit einem Blindenstock über Markierungen auf dem Boden zu orientieren. Foto: Senatspressestelle

Dies zu beachten ist nicht nur für Planende wichtig. Für mehr Verständnis in der Bevölkerung kann auch ein Perspektivwechsel hilfreich sein, wie der Parcours ihn nun an der Adresse Auf der Muggenburg 30 bietet. Hier kann sich, wer mag, einmal etwa mit einem Rollstuhl bewegen oder einen Weg zu ertasten versuchen. Angeboten wird der Parcours von Prof. Dr. Carsten-W. Müller vom Labor für Verkehrswesen und Städtebau an der Hochschule Bremen, der Bremer Straßenbahn AG, den Freunden der Bremer Straßenbahn, der AOK Bremen/Bremerhaven, der Beratungsstelle Selbstbestimmt Leben e.V. und dem Sanitätshaus Martens. Gruppen bis zu 25 Personen können sich dort mit dem Thema Barrierefreiheit auseinandersetzen. Müller: "Nur, wer es einmal erlebt hat, kann sich hineinversetzen und es für alle besser machen."

Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen das Foto zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Senatspressestelle
Rollstuhl (jpg, 1.1 MB)
Blindenparcours (jpg, 1.1 MB)

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Christian Dohle, Pressesprecher des Senats, Tel.: (0421) 361- 2396, christian.dohle@sk.bremen.de