Rede bei drei Betriebsversammlungen im Stahlwerk
30.09.2026Wer in Bremen über Industriepolitik spricht, kommt am Stahlwerk nicht vorbei. Das hat Bürgermeister Andreas Bovenschulte heute (30. September 2026) bei drei Betriebsversammlungen der IG-Metall im Stahlwerk von Arcelor-Mittal betont. Das Stahlwerk stehe beispielhaft für die besondere Verbindung zwischen dem Senat, den Unternehmen, den Belegschaften, den Gewerkschaften und den Betriebsräten, betonte Bovenschulte.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Der Bremer Senat steht fest an der Seite des Stahlwerkes und der Beschäftigten. Rund 3.000 arbeiten beim Stahlwerk direkt, weitere etwa 5.000 bei Zulieferern und Dienstleistern. Das sind gut bezahlte Arbeitsplätze, von denen 8.000 Familien leben. Bremen ist seit mehr als 100 Jahren ein Stahlstandort. Ich werden alles unternehmen, damit die Stahlproduktion in Bremen eine gute Zukunft hat und auch in den kommenden 100 Jahren hier noch Stahl gekocht und verarbeitet wird.“
Aktuell sei die Lage der Stahlindustrie alles andere als einfach, räumte der Bürgermeister vor den Beschäftigten ein. Und das sei keine abstrakte Wahrnehmung in Berlin oder Brüssel. Das spüre jeder ganz konkret hier im Bremer Stahlwerk und der Frage, wie es mit Investitionsentscheidungen für die Hütte weitergehe. Für ihn sei die Antwort klar, so Bovenschulte: "Wir brauchen Stahlproduktion in Europa. Und wir brauchen Stahlproduktion in Bremen." Die Absage an Investitionen in das Werk durch die Konzernleitung würden dabei Sorgen auslösen – "bei Euch und auch in der Bremer Politik." Genauso klar sei für ihn aber auch: "Der Konzern darf sich nicht hinter schwierigen Rahmenbedingungen verstecken. Wer einen starken Standort wie Bremen hat, wer auf die Erfahrung, die Leistung und die Loyalität dieser Belegschaft setzt, der hat auch Verantwortung für diesen Standort. Diese Verantwortung erwarten wir. Und diese Verantwortung werden wir auch einfordern."
Bovenschulte bekannte sich in diesem Zusammenhang zur hohen Bedeutung der Expertise der Beschäftigten, ihres Betriebsrates und der IG-Metall. In allen wesentlichen Zukunftsfragen müssten sie als Betroffene ebenso wie als hochgradig kompetente Gesprächspartner eingebunden werden. Doch auch zur Rolle der Politik bekannte sich der Bürgermeister, konkret in Sachen Industriestrompreis für energieintensive Branchen: "Für eine energieintensive Branche wie die Stahlindustrie ist ein Industriestrompreis kein Luxus, sondern eine Standortfrage. Wer grünen Stahl will, wer Elektrifizierung und klimaneutrale Produktion erwartet, der muss auch dafür sorgen, dass Strom und künftig Wasserstoff zu international wettbewerbsfähigen Bedingungen verfügbar sind."
Für den Bürgermeister ist vollkommen klar: Wer über die Bremer Hütte spricht, redet nicht über einen beliebigen Industriestandort, sondern über ein Stück Bremer Geschichte: "Man könnte sagen: Bremen ist das kleinste Bundesland, aber wenn es um Industrie geht, spielen wir regelmäßig eine Gewichtsklasse höher. Und das liegt auch an diesem Werk. Dieses Werk ist ein Stück industrielles Rückgrat Bremens. Und dieses Rückgrat besteht nicht aus Sonntagsreden, sondern aus Schichtarbeit, Erfahrung, Können und Verantwortung."
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Christian Dohle, Pressesprecher des Senats, Tel.: (0421) 361-2396, E-Mail: christian.dohle@sk.bremen.de