Empfang für Betriebs- und Personalräte
17.02.2026Zum traditionellen Betriebs- und Personalräteempfang begrüßte Bürgermeister Andreas Bovenschulte heute (Dienstag, 17. Februar 2026) rund 250 Gäste in der Oberen Rathaushalle. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter der Personal- und Betriebsräte, der Schwerbehinderten- und Mitarbeitervertretungen, der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sowie der Jugend- und Auszubildendenvertretungen. Die jährliche Veranstaltung findet seit 1967 statt und erinnert an die Volksabstimmung vom 12. Oktober 1947, mit der das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer in der Bremer Landesverfassung festgeschrieben wurde.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte sagte anlässlich des Empfangs: "Mitbestimmung ist ein herausragend wichtiges Gut in unserer Arbeitswelt. Sie gewährleistet, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich auf Augenhöhe mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber begegnen. So finden die Interessen beider Seiten Berücksichtigung, das ist gelebte Demokratie. Mitbestimmung ist wichtig für den sozialen Frieden und die gesellschaftliche Stabilität." Beides sei momentan in Gefahr, die Menschen seien angesichts zahlreicher Krisen verunsichert. "Ehemals als stabil erachtete wirtschaftliche Beziehungen sind ins Wanken geraten. Mit Sorge blicken wir auf die Entwicklungen in der Welt. Es ist nur eine von vielen Herausforderungen, aber Strafzölle treffen Unternehmen und können zu wirtschaftlichen Sorgen bei den Beschäftigten führen."
Mit Blick darauf betonte der Bürgermeister, dass starke Arbeitnehmervertretungen wichtig seien. Das habe im vergangenen Jahr das Beispiel des Armaturenherstellers Gestra gezeigt. Die Beschäftigten haben mit großem Einsatz um den Erhalt von Produktion und Arbeitsplätzen gekämpft. Statt der ursprünglich geplanten 80 werden jetzt rund 40 Arbeitsplätze abgebaut. "Das zeigt: Gemeinsam lässt sich viel erreichen", so Bovenschulte.
In diesem Prozess sei auch die Unterstützung der Gewerkschaften essenziell gewesen. Diese sorgten seit jeher für eine starke Vertretung ihrer Mitglieder. Doch auch hier bereite ihm eine Entwicklung Sorge: "Der Verein Zentrum versucht, in Unternehmen Fuß zu fassen. Er bezeichnet sich als 'alternative Gewerkschaft'. Was mag das für eine Alternative sein? Als Gegner sieht der Verein anscheinend weniger Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, sondern eher die bestehenden Gewerkschaften", sagte der Bürgermeister. Konkurrenz belebe das Geschäft, man dürfe aber nicht die Augen davor verschließen, dass der Verein Zentrum als rechtsradikal gelte. Und Bovenschulte fügte hinzu: "Ob er wirklich die Interessen der Beschäftigten gegenüber Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber vertreten will, ist völlig ungewiss."
Vor diesem Hintergrund seien auch die im Frühjahr 2026 bevorstehenden Betriebsratswahlen wichtig. Bovenschulte wünsche sich eine hohe Wahlbeteiligung als Zeichen dafür, dass die Beschäftigten ihre Möglichkeit der betrieblichen Mitbestimmung wahrnähmen. "Ich danke allen, die sich zur Wahl stellen sowie denjenigen, die sich um die Organisation und den geordneten Ablauf der Wahlen kümmern, für ihr Engagement."
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