UNESCO-Welterbe Rathaus und Roland im Mittelpunkt
08.06.2026Vom 5. bis zum 7. Juni 2026 wurde mit den Bremer Welterbetagen das UNESCO-Welterbe Rathaus und Roland in den Mittelpunkt gerückt. Seit über 20 Jahren steht das Ensemble am Bremer Marktplatz auf der Welterbeliste. Zur Feier dessen gab es, wie jedes Jahr, ein umfangreiches und buntes Programm.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Seit 2004 stehen das Rathaus und der Roland als einzigartiges Zeugnis für bürgerliche Autonomie und Marktrechte auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Beide Bauwerke sind über 600 Jahre alt und tief in den Herzen der Bremerinnen und Bremer verankert. Mit einem bunten Programm stellen wir beide in den Mittelpunkt. Die Anerkennung als Welterbe ist für uns alle ein verpflichtender Auftrag, die Bauwerke für die kommenden Generationen zu erhalten und über ihre Geschichte und Bedeutung zu informieren."
Den Auftakt der Bremer Welterbetage gab der Bürgermeister zusammen mit 350 singenden Schulkindern aus Bremen und Bremerhaven mit dem Mitsingest "Bremen so frei – Ein Fest in 11" Liedern am 5. Juni in der Oberen Halle des Rathauses. Die vom Künstler Markus Riemann moderierte "musikalische Reise" führte durch die bewegte Geschichte des Zwei-Städte-Staates.
Höhepunkt des bunten Programms waren die kostenlosen Führungen durch das Bremer Rathaus am Sonntag, dem 7. Juni 2026, dem diesjährigen UNESCO-Welterbetag. In Zusammenarbeit von Senatskanzlei und Bremen Tourismus wurden 29 Besuchergruppen mit insgesamt 962 Teilnehmenden durch das historische Rathaus geführt. Vor Ort konnten sich die Besucherinnen und Besucher außerdem an zwei Infoständen über die Arbeit des neuen Bremer Welterbe-Fördervereins informieren und mehr über den Tag der Deutschen Einheit, der dieses Jahr in Bremen gefeiert wird, erfahren.
Weitere Programmpunkte waren eine Rathauserkundung mit Public-History-Studierenden der Universität Bremen, eine Weinprobe mit der Deutschen Weinkönigin, eine musikalische Kinderbuchlesung sowie ein Konzert des Europäischen Hanse-Ensembles.
Das Rathaus und der Roland auf dem Marktplatz in Bremen sind gemeinsam im Juli 2004 in die Welterbeliste aufgenommen worden. Die UNESCO würdigt damit das Ensemble als "einzigartiges Zeugnis" für die Entwicklung von bürgerlicher Autonomie und Marktrechten, wie diese sich im Laufe von Jahrhunderten in Europa herausformten. Das Bremer Rathaus wurde in den Jahren 1405 bis 1409 erbaut. Es ist das einzige europäische Rathaus des Spätmittelalters, das nie zerstört wurde. Seit seiner Errichtung wurde das Rathaus kontinuierlich instandgesetzt und gewartet - eine Voraussetzung dafür, als Welterbe anerkannt zu werden.
Das UNESCO-Komitee würdigt mit seiner Entscheidung darüber hinaus auch die Authentizität des Gebäudes. Dem Bremer Rathaus wird bescheinigt, dass es vom ersten gotischen Bau - einem so genannten Saalgeschossbau - Anfang des 15. Jahrhunderts über die umfangreiche Restaurierung zwei Jahrhunderte später bis hin zum Anbau des Neuen Rathauses im Jahr 1910 seine Authentizität bewahrt hat. Die im Jahr 1404 errichtete steinerne Rolandsstatue vor dem historischen Rathaus ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Bremen und gilt als "Freiheitsstatue" der Stadt. Mit einer Höhe von mehr als zehn Metern ist der Ritter auf dem Marktplatz die größte freistehende Statue des deutschen Mittelalters.
Unter dem Motto "Gemeinsam für Frieden und Verständigung" luden am diesjährigen UNESCO-Welterbetag, Sonntag (7. Juni 2026) die Deutsche UNESCO-Kommission, der Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. und alle 55 Welterbestätten in Deutschland zu kostenlosen Sonderführungen, Ausstellungen, Konzerten und Mitmachaktionen ein. Ziel ist es, Wissen zu teilen, Menschen zu verbinden und Begeisterung für das Welterbe zu wecken. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben die Welterbestätten in Deutschland durch ihre aktive Beteiligung dazu beigetragen, das Verständnis für das Natur- und Kulturerbe zu vertiefen. Den UNESCO-Welterbetag haben sie dazu genutzt, den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in den besonderen Auftrag von Welterbestätten zu geben und die einzigartigen Besonderheiten und Kostbarkeiten der jeweiligen Stätten erfahrbar zu machen.
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