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Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

Bremen und Hamburg fordern sich zum Nordderby heraus

Abpflaster-Wettbewerb gestartet

25.03.2026

Hamburg hat bereits im vergangenen Jahr erfolgreich abgepflastert und konnte am Ende über 5.400 entsiegelten Quadratmeter verzeichnen. Nun ruft die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft zum zweiten Mal dazu auf, die Hansestadt zu begrünen und startet zudem einen besonderen Wettstreit. Beim Abpflaster-Nordderby tritt Bremen gegen Hamburg an.

Denn erstmals geht auch Bremen an den Start – mit dem Anspruch, sich als eine der grün geprägten Städte Deutschlands im norddeutschen Vergleich zu positionieren. Das Ressort der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft ruft zum Abpflaster-Wettbewerb auf – sowohl im bundesweiten Vergleich als auch mit der Kampagne "Bremen pflastert ab" auf lokaler Ebene.

Ziel des sportlichen Vergleichs ist es, pro Kopf so viel Beton- und Asphaltfläche wie möglich zu entfernen und durch begrünte Böden zu ersetzen. Beide Hansestädte messen sich im Rahmen des bundesweiten Entsiegelungswettbewerbs in der sogenannten "Liga Groß" (Städte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern).

Dr. Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft in Bremen: "Zwei Hansestädte, zwei Umweltsenatorinnen – und ein gemeinsames Ziel: unsere Städte spürbar lebenswerter zu machen. Dabei geht es um weit mehr als Klimaschutz: Es geht um echtes Wohlfühlen vor der eigenen Haustür – weniger Hitze, Regenwasser kann besser versickern, Plätze und Straßen werden wieder zu Orten, an denen man gerne Zeit verbringt. Dass wir das jetzt in einem sportlichen Wettstreit angehen, macht das Ganze sichtbar und motiviert die Menschen, selbst aktiv zu werden. Am Ende profitieren alle – es gibt dabei nur Gewinnerinnen und Gewinner."

Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: "Was die Hamburgerinnen und Hamburger in der ersten Runde beim Abpflastern geleistet haben, ist wirklich stark. Ob Privatleute, Unternehmen, Initiativen oder unsere Bezirke – alle haben sich reingehängt und unsere Stadt ein gutes Stück grüner gemacht. Mit dem Anpfiff zur zweiten Runde rufen wir jetzt das Nordderby aus. Klimaanpassung ist ein Mannschaftssport, bei dem es am Ende für unsere Stadt nur Gewinne gibt: Wenn wir graue Pflastersteine gegen frisches Grün eintauschen, kann das Regenwasser besser versickern, die Kanalisation wird entlastet und unser Stadtklima profitiert enorm. Das Derby weckt jetzt natürlich unseren sportlichen Ehrgeiz. Wir wollen zeigen, wer im Norden die Nase vorn hat. Bis zum 31. Oktober ist jetzt Zeit, mehr abzupflastern als die Menschen in Bremen. Ich bin mir sicher: Hamburg holt sich den Derbysieg!"

Hamburg hat vorgemacht, welches Potenzial in den Hanseatischen Böden steckt: Privatpersonen, Unternehmen, Initiativen und Bezirke haben gemeinsam wichtige Flächen entsiegelt. Das erhöht nicht nur die Lebensqualität in der Stadt, sondern verbessert auch das Stadtklima und entlastet die Kanalisation bei Starkregen. Daran knüpft die Wettbewerbsphase 2026 nun an – mit einem besonderen Duell zwischen Bremen und Hamburg.

Auch Bremer startet mit guten Voraussetzungen: Durch die Bewertung der entsiegelten Fläche pro Einwohner ergeben sich auch für Bremen gute Chancen, im Wettbewerb sichtbar zu punkten.

Zudem setzt Bremen gezielt auf konkrete Projekte: Im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz werden größere Entsiegelungsmaßnahmen auf öffentlichen Flächen umgesetzt. Dazu zählt unter anderem die Umgestaltung des Güterbahnhofs zu einem klimaresilienten, grünen Stadtraum sowie die Teilentsiegelung des Lucie-Flechtmann-Platzes, der zu einer naturnahen und vielfältig bepflanzeten Fläche entwickelt wird. Zusätzliche Dynamik wird durch den Städtevergleich sowie den Wettbewerb "Bremen pflastert ab!" erwartet. Beide sollen Anreize schaffen, damit Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden und private Flächen entsiegeln.

Die offizielle Abflastern-Saison läuft in diesem Jahr vom 21. März bis zum 31. Oktober 2026.

Mitmachen und punkten

Alle Akteurinnen und Akteure der Stadt können mitmachen. Jeder entsiegelte Quadratmeter fließt direkt in die Wertung für das Nordderby ein. Wer bis zum Stichtag am 31. Oktober 2026 Flächen entsiegelt, kann seine Beiträge ab sofort an Bremen pflastert ab! – Wettbewerb für eine grünere Stadt melden.

Hintergrund

Entsiegelte und begrünte Böden ermöglichen die Versickerung von Niederschlagswasser, mindern durch Kühlungseffekte die gesundheitlichen Folgen sommerlicher Hitzeereignisse und reduzieren den Biodiversitätsverlust. Dagegen verstärken versiegelte Flächen insbesondere in verdichteten Innenstädten die negativen Folgen der Klimakrise, da sie Schäden durch Starkregen erhöhen und den städtischen Wärmeinseleffekt weiter anfachen.

Die Idee des Abpflasterns stammt aus den Niederlanden. Dort werden seit 2020 beim Wettbewerb "NK Tegelwippen" entfernte Pflastersteine gezählt, um Klimaanpassung und Biodiversität zu fördern. Initiiert von der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz (HfGG) gibt es seit 2025 auch in Deutschland einen bundesweiten Wettbewerb mit "Abpflastern".

Mit "Bremen pflastert ab!" bringt die Stadt diesen Ansatz auf die lokale Ebene und ruft dazu auf, direkt vor der eigenen Haustür aktiv zu werden. "Bremen pflastert ab!" wird von der Bremischen Naturschutzbehörde und dem Regionalbüro Natürlicher Klimaschutz im Land Bremen gesteuert und von einem breiten Akteursnetzwerk unterstützt.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de