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Die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz

Ausbau der Angebote in den Stadtteilen

Senat beschließt zusätzliche Mittel für Maßnahmen der Integrierten Drogenhilfestrategie

07.04.2026

Der Senat hat heute (7. April 2026) weitere Mittel für die Finanzierung und den Ausbau bestehender und neuer Hilfsangebote im Rahmen der Integrierten Drogenhilfestrategie beschlossen. Vorbehaltlich der noch ausstehenden Gremienbefassungen werden für die Jahre 2026 und 2027 rund 5,6 Millionen Euro bereitgestellt, zusätzlich zu den bereits im Oktober 2025 beschlossenen zehn Millionen Euro.

Ziel der Ende 2023 beschlossenen Strategie ist es, der wachsenden und sich verändernden Drogenszene durch präventive, unterstützende und repressive Maßnahmen ressortübergreifend zu begegnen und die Folgeerscheinungen in den Stadtteilen zu bekämpfen. Die Drogenhilfestrategie war wiederholt auch Gegenstand der Befassung in den betroffenen Beiräten, insbesondere in Mitte, Neustadt, Gröpelingen und Vegesack. Die Beiräte haben sich in diesem Zusammenhang jeweils aus Sicht ihrer Stadtteile intensiv mit der Situation vor Ort und den vorgeschlagenen Maßnahmen befasst und teilweise eigene Vorschläge gemacht.

Mit den nun beschlossenen weiteren Mitteln sollen unter anderem sowohl in den Quartieren als auch stadtteilübergreifend bestehende und neue Angebote und Projekte gestärkt und umgesetzt werden. Die Maßnahmen sollen Menschen in prekären Lebenslagen den Zugang zu überlebens- und schadensminimierenden Hilfen erleichtern und sie in weiterführende Angebote vermitteln. Mit der Stärkung des Sicherheitsdienstes und erhöhten Reinigungs- und Sammelintervallen der Bremer Stadtreinigung und des Umweltbetriebs Bremen wird ein deutlicher Beitrag zu mehr Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum geleistet.

Zu den einzelnen Maßnahmen der beteiligten Ressorts:

Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz

  • Stärkung stadtteilbezogener Angebote:
    Erweiterung von bestehenden Tagesaufenthalten in Vegesack
    Erweiterung von Streetwork und Beratungsbüros in Gröpelingen und Neustadt
    Ausbau der mobilen ärztlichen Versorgung inklusive Impfaktionen
  • Notfallsystem:
    Einführung eines Drogenmonitorings (z.B. Abwasseranalyse) und eines Frühwarnsystems
    Einführung von Drug-Checking-Projekten
    Bereitstellung von mehr Naloxon für Überdosierungsbehandlungen
  • Unterstützung vulnerabler Gruppen:
    Stärkung der bestehenden Fachberatung Escape für Kinder und Jugendliche
    Aufbau eines Schutz- und Ruheraumes für besonders gefährdete Frauen
  • Ausbau des Angebotes des Integrierten Drogenhilfezentrums:
    längere Öffnungszeiten, mehr Personal und Security
    Einführung von psychiatrischen Sprechstunden in der medizinischen Ambulanz des IDHZ

Senator für Kinder und Bildung

  • Stärkung der Suchtprävention, insbesondere zu Glücksspiel und Medien
  • Durchführung von Präventionsausstellungen
  • Evaluation der bestehenden Angebote

Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

  • Schaffung niedrigschwelliger Wohnangebote für langjährige Drogenkonsumentinnen und -konsumenten

Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

  • Ausweitung und Intensivierung der Reinigung von Hotspots und Grünanlagen
  • Strukturelle Verbesserungen im öffentlichen Raum am Nelson-Mandela-Park (z.B. mehr Beleuchtung und Sitzgelegenheiten)

Senatorin für Inneres und Sport

  • Einsatz von Neustadtläuferinnen und -läufern
  • Aufstockung des Ordnungsdienstes

Hintergrund:

Im September 2023 beschloss der Senat die Erstellung eines Handlungskonzepts zur Bekämpfung von Suchterkrankungen und deren Folgen in den Stadtteilen. Unter Federführung der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz und unter Beteiligung des Senators für Inneres und Sport, der Senatorin für Kinder und Bildung, der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft und der Senatskanzlei wurden anschließend Eckpunkte der Integrierten Drogenhilfestrategie entwickelt, die im Dezember 2023 beschlossen wurden.

In der Sitzung der Stadtbürgerschaft am 7. Oktober 2025 wurde der Antrag der Beirätekonferenz "Integrierte Drogenhilfestrategie in den Quartieren sicherstellen und ausbauen" behandelt. Die Stadtbürgerschaft hat diesen Antrag zur abschließenden Befassung an die städtischen Deputationen für Gesundheit, Pflege und Verbraucherschutz (federführend), Soziales, Jugend und Integration, Inneres sowie Kinder und Bildung und in den städtischen Haushalts- und Finanzausschuss überwiesen. Die entsprechende Befassung der Deputationen ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen, die der Deputation für Gesundheit, Pflege und Verbraucherschutz am 14. April 2026.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Kristin Viezens, Pressesprecherin der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Tel.: (0421) 361-2082, E-Mail: kristin.viezens@gesundheit.bremen.de