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Der Senator für Kultur

Armin Petras wird neuer Intendant am Theater Bremen

19.02.2026

Armin Petras wird neuer Intendant am Theater Bremen. Das hat heute (19. Februar 2026) Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte zusammen mit Carmen Emigholz, Staatsrätin für Kultur und zugleich Aufsichtsratsvorsitzende am Theater Bremen und Vorsitzende der Auswahlkommission, bekannt gegeben. Petras, der bereits Intendanzen am Maxim Gorki Theater in Berlin und am Schauspiel im Staatstheater Stuttgart innehatte, ist zugleich Regisseur und Autor. So inszeniert er von März dieses Jahres an Tolstois "Krieg und Frieden" am Theater Bremen. Er soll das Haus am Goetheplatz zur Spielzeit 2027/2028 übernehmen.


Armin Petras (Mitte) wird neuer Intendant am Theater Bremen, unterstützt durch  Franziska Benack und Frederike Krüger (4. und 5. von li.) als seine Stellvertreterinnen im künstlerischen Leitungsteam. Präsentiert wurde Petras von Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte und Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz.
Armin Petras (Mitte) wird neuer Intendant am Theater Bremen, unterstützt durch Franziska Benack und Frederike Krüger (4. und 5. von li.) als seine Stellvertreterinnen im künstlerischen Leitungsteam. Präsentiert wurde Petras von Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte und Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz. Foto: Senatspressestelle

Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte: "Ich bedanke mich außerordentlich bei der hochkarätig besetzten Auswahlkommission – insbesondere den externen Beratern Bodo Busse, Intendant der Staatsoper Hannover, und Prof. Dr. Markus Hilgert, Präsident der Universität der Künste in Berlin. Es ist der Kommission gelungen, mit Armin Petras einen renommierten Theaterfachmann für das Theater Bremen zu gewinnen. Ich bin davon überzeugt, dass er den erfolgreichen Kurs der vergangenen Jahre seines Vorgängers Michael Börgerding, der leider viel zu früh verstorben ist, fortsetzen und das Theater Bremen seinen Status als eine der erfolgreichsten Kultureinrichtungen Bremens beibehalten wird. Mir ist zudem bewusst, dass so ein Haus wie das Theater Bremen nur dann so erfolgreich sein kann, wenn es von einem hoch motivierten, professionellen und vor allem kreativen Ensemble und den ebenso motivierten Mitarbeitenden hinter den Kulissen getragen wird, die selbstverständlich auch die Auswahlkommission bereichert haben. Auch dazu möchte ich meinen außerordentlichen Dank zum Ausdruck bringen. Das gilt natürlich auch für die Leiterinnen und Leiter der vier Sparten sowie für die Geschäftsführerin, die nach dem Tod von Michael Börgerding die Leitung des Hauses kommissarisch übernommen haben."

Dies unterstich auch Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz: "Wir haben mit Armin Petras einen hervorragenden Nachfolger von Michael Börgerding gefunden. Die Auswahlkommission hat sich in einem sehr konstruktiven Auswahlverfahren einstimmig für ihn entschieden. Petras bringt Erfahrung als Regisseur, Autor, aber auch als Intendant mit. Darüber hinaus kennt er das Theater Bremen gut und stand in engem Austausch mit dem im Januar 2025 verstorbenen vorherigen Intendanten Michael Börgerding, was somit für Kontinuität am Theater Bremen sorgen wird. Es gab im Auswahlverfahren insgesamt 53 Bewerbungen und in der finalen Runde noch sechs Kandidaturen, wovon einer aus persönlichen Gründen zurückgezogen hat. Wir haben uns für Petras entschieden, weil er bewährte Arbeit immer wieder mit Elementen der Erneuerung zu versehen weiß, was seinen Stil über seine gesamte Karriere hinweg immer wieder besonders geprägt hat."

Armin Petras: "Es ist mir eine große Ehre, das Theater Bremen als künftiger Intendant führen zu dürfen. Mir ist bewusst, dass ich nach meinem Freund, dem ehemaligen und leider verstorbenen Intendanten Michael Börgerding, in sehr große künstlerische Fußstapfen trete. Ich werde den von ihm eingeschlagenen Weg dieses großartigen Hauses fortsetzen und zugleich behutsam auf neue Wege leiten, sodass wir gemeinsam mit dem großartigen Ensemble, dass das Theater Bremen hat, dem hiesigen Theaterpublikum auch weiterhin tolle Inszenierungen anbieten werden. Das ist eine große Verantwortung. Ich bin voller Freude, diese zu übernehmen, zu tragen und zusammen mit meinen Stellvertreterinnen Franziska Benack und Frederike Krüger sowie der gesamten Belegschaft des Hauses erfolgreich in die Zukunft zu tragen."

Der designierte neue Intendant wird zudem sein künstlerisches Leitungsteam um Franziska Benack und Frederike Krüger als seine Stellvertreterinnen ergänzen.

Franziska Benack: "Ich freue mich darauf, im Team mit Frederike Krüger und Armin Petras, mit dem bemerkenswerten Ensemble und den vertrauten Kolleginnen und Kollegen, mit verdreifachter Energie und neuen Perspektiven an die Erfolge des Theater Bremen unter Michael Börgerding anzuknüpfen. Ich schwärme für Bremen und möchte dieser Herzensstadt das Angebot machen, im Theater ihren Ort zu finden. Ein Ort, um Widersprüche aufzudecken, auszuhalten und zu feiern. Ein Ort, der das Gemeinsame in den Mittelpunkt stellt und mit Phantasie und Kunst auf die Welt reagiert. Ein Theater, das die Welt zum Leuchten bringen oder durchleuchten kann, indem es Geschichten erzählt …"

Frederike Krüger: "Ich freue mich sehr darauf, das Theater Bremen zusammen mit Armin Petras und Franziska Benack mit neuen Ideen und Visionen zu gestalten und durch unser Programm den Glauben an das Theater und seine Kraft zu stärken. Wir wollen das Selbstverständnis des Theater Bremen als lebendigen Ort mit einer klaren künstlerischen Haltung fortführen und die großen Fragen unserer Zeit auf gleichermaßen kritische wie unterhaltsame Weise auf der Bühne verhandeln."

Armin Petras übernimmt am Theater Bremen die Nachfolge von Michael Börgerding. Dieser hatte 2012 das finanziell angeschlagene Theater Bremen übernommen. Er hat es zusammen mit dem inzwischen ebenso verstorbenen Geschäftsführer Michael Helmbold sowie seinem Fokus auf zeitgenössisches Theater aus der Schuldenkrise geführt und so dafür gesorgt, dass das Haus am Goetheplatz wieder ein Flaggschiff der Bremer Kultur wurde. Neben der Senatsmedaille für Kunst und Wissenschaft Ende 2025 hat Börgerding hierfür bereits Anfang desselben Jahres ebenfalls posthum die Ehrenmitgliedschaft am Theater Bremen erhalten. Kultursenator Bovenschulte hatte Börgerding damals mit den Worten geehrt: "Wir erinnern an einen leidenschaftlichen Theatermacher. Michael Börgerding hat Bremens kulturelles Leben in den gut zwölf Jahren seiner Intendanz geprägt und bereichert."

Zur Vita von Armin Petras
Armin Petras studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Im Anschluss war er Oberspielleiter am Theater Nordhausen sowie als Hausregisseur am Schauspiel Leipzig. Von 1999 bis 2002 war er Schauspieldirektor am Staatstheater Kassel, im Anschluss daran wurde er als Hausregisseur am Schauspiel Frankfurt engagiert und leitete dort drei Jahre die Spielstätte in der Schmidtstraße. Im Jahr 2006 übernahm er die Intendanz am Maxim Gorki Theater Berlin. In den Spielzeiten 2013/2014 bis 2017/2018 leitete er als Intendant das Schauspiel Stuttgart. Neben seiner inszenatorischen Tätigkeit ist Petras auch als Autor von Bühnenstücken unter anderem unter dem Pseudonym Fritz Kater bekannt. Für sein Stück "zeit zu lieben zeit zu sterben" wurde er 2003 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. Für sein Gesamtwerk erhielt Fritz Kater 2008 den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis. Petras war ab der Spielzeit 2018/2019 bis 2021/2022 Hausautor und Hausregisseur am Theater Bremen. Er inszenierte in den vergangenen Spielzeiten im Musiktheater unter anderem "Anna Karenina", "Lady Macbeth von Mzensk", "Die tote Stadt" und "Jenufa", außerdem schrieb er das Libretto für die spartenübergreifende Musiktheaterproduktion "Wahlverwandtschaften" in der Regie von Stephan Kimmig.

Im Schauspiel gab er 2018 seinen Einstand mit "Love you, Dragonfly" von Fritz Kater, der dafür 2019 den Ludwig-Mülheims-Theaterpreis bekam. Darauf folgten "Lulu – Ein Rock-Vaudeville" von den Tiger Lillies, "Schloss Rosmersholm" von Henrik Ibsen sowie "Milchwald" von Fritz Kater, in der Spielzeit 2023/2024 im Schauspiel Grossmans "Leben und Schicksal" und im Musiktheater "Pique Dame" von Peter I. Tschaikoswsky.

Nach "Frei. Erwachsenwerden am Ende der Geschichte" nach dem Memoir von Lea Ypi im Schauspiel und Schuberts "Die Winterreise" in einer Bearbeitung von Thomas Kürstner/Sebastian Vogel im Musiktheater, bringt er in der aktuellen Spielzeit Tolstois "Krieg und Frieden" auf die Bühne des Theater Bremen. Von 2022/23 bis 2024/25 leitete Armin Petras – gemeinsam mit Franziska Benack und Philipp Rosendahl – das Schauspiel am Staatstheater Cottbus.

Zur Vita von Franziska Benack
Franziska Benack wurde 1986 in Frankfurt (Oder) geboren. Nach ihrem Studium der Theaterwissenschaft sammelte sie erste Erfahrungen am Centraltheater Leipzig. 2016 übernahm sie die künstlerische Produktionsleitung der Spielstätte Nord am Schauspiel Stuttgart und öffnete die Spielstätte für Studierende, freie Szene, Musik und bildende Kunst. Im Anschluss war sie am Theater Bremen unter anderem als Teil der künstlerischen Leitung für das Outnow!-Festival, für die Organisation des "Festivals der Kulturen" und als Produktionsleitung in der Dramaturgie zuständig. Seit 2019 arbeitete sie als freie Produktionsleiterin für Festivals, Performance- und Filmprojekte in verschiedenen Städten und weiterhin als Gast für das Theater Bremen sowie für die Volksbühne Berlin und das Düsseldorfer Schauspielhaus. In der Spielzeit 2022/2023 übernahm sie im Team mit Armin Petras und Philipp Rosendahl die Schauspieldirektion am Staatstheater Cottbus. Mit der Spielzeit 2025/26 kommt sie als Teil der Schauspielleitung zurück an das Theater Bremen.

Zur Vita von Frederike Krüger
Frederike Krüger studierte in Bayreuth den B.A. Musiktheaterwissenschaft, ehe sie ihren Master in Dramaturgie (Schwerpunkt Musiktheater) an der Hochschule für Musiktheater Hamburg absolvierte. 2017 ging sie als Dramaturgin für Musiktheater und Konzert ans Saarländische Staatstheater. Darüber hinaus arbeitet sie als freie Dramaturgin, Autorin und Moderatorin unter anderem für das Festspielhaus Baden-Baden, die Hamburgische Staatsoper und die Hamburger Symphoniker, die Elbphilharmonie, die Staatsoper Dresden und die Herrenchiemsee Festspiele. Als Dozentin war sie bisher unter anderem an der Universität des Saarlandes und an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg tätig. Im Oktober 2022 kam sie als Dramaturgin für Musiktheater ans Theater Bremen. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie Leitende Dramaturgin im Musiktheater und Mitglied des Künstlerischen Leitungsteams am Theater Bremen.

Besetzung der Auswahlkommission

  • Carmen Emigholz, Staatsrätin für Kultur, Aufsichtsratsvorsitzende Theater Bremen, Vorsitz der Kommission
  • Bodo Busse, Intendant der Staatsoper Hannover
  • Prof. Dr. Markus Hilgert, Präsident der Universität der Künste in Berlin
  • Dr. Anke Saebetzki, Abteilungsleiterin beim Senator für Finanzen und Mitglied im Aufsichtsrat des Theater Bremen
  • Kai Stührenberg, Staatsrat bei der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation sowie Mitglied im Aufsichtsrat des Theater Bremen
  • Swantje Markus, Kaufmännische Geschäftsführerin des Theater Bremen
  • Dirk Bauer, bis Ende 2025 Betriebsratsvorsitzender des Theater Bremen
  • Nadine Lehner, Kammersängerin am Theater Bremen
  • Susanne Schrader, Schauspielerin am Theater Bremen
  • Jan-Sebastian Kittel, Referatsleiter beim Senator für Kultur
  • Dr. Andreas Mackeben, Abteilungsleiter beim Senator für Kultur (beratendes Mitglied)
  • Maja Altenstein, Referentin für Theater und Tanz beim Senator für Kultur (beratendes Mitglied)
  • Jens Blohme, stellvertretender Leiter des Haushalts- und Verwaltungsreferates, zuständig für Personalangelegenheiten beim Senator für Kultur (Geschäftsführung der Kommission)

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Jens Tittmann, Pressesprecher beim Senator für Kultur, Tel.: (0421) 361 - 90637, E-Mail: jens.tittmann@kultur.bremen.de