Bremer Ordnungsamt deckt massive Verstöße auf
30.06.2026Das Ordnungsamt Bremen hat seit Januar 2026 an sechs Tagen Jugendschutzkontrollen mit Testkäuferinnen durchgeführt. Das Ergebnis ist ernüchternd und ermutigend zugleich. Bei 33 zum ersten Mal kontrollierten Betrieben wurden 29 Verstöße festgestellt. Das entspricht einer Verstoßquote von rund 88 Prozent.
Die Geschäfte verkauften Tabakwaren oder Alkohol an Jugendliche, obwohl das gesetzlich verboten ist. Bei sechs Betrieben, die bereits früher kontrolliert worden waren, gab es nur noch einen Verstoß. Das zeigt: Die Kontrollen wirken.
Innensenatorin Dr. Eva Högl: "Wir haben klare Regeln zum Verkauf von Alkohol. Ein Verkauf an Kinder und Jugendliche ist verboten. Deshalb kontrollieren wir regelmäßig und umfassend und setzen das Verbot konsequent durch."
Die Testkäufe fanden im gesamten Stadtgebiet (Mitte, Östliche Vorstadt, Gröpelingen, Hemelingen, Vahr, Osterholz, Schwachhausen, Neustadt, Vegesack und Blumenthal) statt. Ein Schwerpunkt lag auf Vegesack. Damit setzte das Ordnungsamt auch einen Beschluss des Beirats Nord um, der verstärkte Kontrollen gefordert hatte. Als Testkäuferinnen kamen freiwillige Auszubildende zum Einsatz, die die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten absolvieren. Die Kontrollen wurden jeweils vom Ordnungsdienst unterstützt und abgesichert.
In allen Fällen wurden Bußgeldverfahren eingeleitet. Betreiber zahlen beim ersten Verstoß zwischen 1.000 und 2.500 Euro, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 500 Euro. Bei wiederholten Verstößen steigen die Bußgelder. Im schlimmsten Fall droht der dauerhafte Entzug der Gewerbeerlaubnis. Insgesamt sind Bußgelder bis zu 50.000 Euro je Verstoß möglich.
Manche Verkäuferinnen und Verkäufer begründeten die Verstöße damit, die Jugendlichen hätten älter ausgesehen oder man habe die gesetzlichen Vorschriften nicht gekannt. Solche Begründungen ändern nichts: Das Bußgeldverfahren läuft in jedem Fall. Zusätzlich werden alle Betroffenen nach dem Testkauf noch einmal über das Jugendschutzgesetz aufgeklärt.
Das Ordnungsamt wird die Kontrollen in allen Stadtteilen regelmäßig fortsetzen.
Ansprechpartner für die Medien:
René Möller, Pressesprecher bei der Senatorin für Inneres und Sport, Tel.: (0421) 361-9002, E-Mail: rene.moeller@inneres.bremen.de