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Der Senator für Kultur | Sonstige

50 Jahre Deutsche Märchenstraße

Bremen feiert Jubiläum mit großer Abschlussgala im Rathaus

20.03.2026

Gemeinsame Pressemitteilung mit der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH

Bremen bildet seit fünf Jahrzehnten den krönenden Abschluss einer der bekanntesten Ferienrouten Deutschlands: der Deutschen Märchenstraße. Zum Ende des Jubiläumsjahres ihres 50-jährigen Bestehens fand am heutigen Freitag (20. März 2026) in der Oberen Halle des Bremer Rathauses eine festliche Abschlussgala statt. Mehr als 130 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsstädte sowie zahlreiche Gäste aus Kultur, Tourismus und Politik kamen in der Hansestadt zusammen, um die Erfolgsgeschichte der Route zu feiern.

Benjamin Schäfer (Geschäftsführer Deutsche Märchenstraße), Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Andreas Siebert (Vorstand Deutsche Märchenstraße, von links) mit der Märchenstraßen-Vase zu Beginn der Feier.
Benjamin Schäfer (Geschäftsführer Deutsche Märchenstraße), Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Andreas Siebert (Vorstand Deutsche Märchenstraße, von links) mit der Märchenstraßen-Vase zu Beginn der Feier. Foto: Senatspressestelle

Andreas Bovenschulte, Bürgermeister und Kultursenator, sagte anlässlich der Feier: "Es ist mir eine Ehre, hier in Bremen den Schlussakt für die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag der Deutschen Märchenstraße geben zu dürfen. Die Märchen der Brüder Grimm haben viele Kinder bereichert. Nicht nur in Bremen, wo sie mit den Bremer Stadtmusikanten bis heute im Herzen der Stadt präsent und das bekannteste Wahrzeichen unserer Stadt sind. Zumal das Märchen der Brüder Grimm so aktuell wie nie ist: Es geht um Flucht, Vertreibung und Zusammenhalt. Die vier Tiere verbindet nicht Herkunft, Status oder Generation, sondern eine gemeinsame Vision eines besseren Lebens – und die Entschlossenheit, es selbst in die Hand zu nehmen. Ich freue mich, dass wir diesen Tieren demnächst ein eigenes Zuhause geben. Mit dem Bremer Stadtmusikantenhaus in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes."

Die Deutsche Märchenstraße wurde 1975 von rund vierzig Kommunen als Arbeitsgemeinschaft gegründet. Seitdem führt die rund 600 Kilometer lange Ferienroute von Hanau, dem Geburtsort der Brüder Grimm, über zahlreiche Stationen wie Kassel, Hameln oder Hann. Münden bis nach Bremen. Figuren aus Märchen und Sagen – vom Rattenfänger von Hameln über Doktor Eisenbart bis zum Baron Münchhausen – prägen die Orte entlang der Strecke. Am Zielpunkt der Route stehen die weltweit bekannten Bremer Stadtmusikanten.

"Seit fünfzig Jahren lädt die Deutsche Märchenstraße Interessierte aus aller Welt ein, Deutschland auf den Spuren der Brüder Grimm zu entdecken. Und seit fünfzig Jahren ist Hanau, Geburtsort der Brüder Grimm, Ausgangspunkt der international bekannten Ferienroute und Bremen mit den Bremer Stadtmusikanten der Zielpunkt dieser Route. Daher freuen wir uns ganz besonders, dass wir den Abschluss unseres fulminanten Jubiläumsjahres hier, in der historischen Rathaushalle in Bremen, am Weltgeschichtentag feiern dürfen", sagte Benjamin Schäfer, Geschäftsführer des Deutsche Märchenstraße e. V.

Bremen gehört seit der Gründung der Route im Jahr 1975 zu den Mitgliedern des Vereins. Über die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH vermarktet deren Abteilung "Bremen Tourismus" die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten in Kooperation mit der Märchenstraße in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden und macht sie zu einem wichtigen Bestandteil des internationalen Bremen-Marketings.

Mit Blick in die Zukunft wird Bremen seine Rolle als literarischer und märchenhafter Zielpunkt der Route weiter ausbauen. "Am Ende der Märchenstraße liegend wird Bremen als UNESCO City of Literature zukünftig mit dem Stadtmusikanten- und Literaturhaus einen prominenten Kulturort mitten in der Innenstadt erhalten, wo sowohl Literatur, Märchen und modernes Storytelling auf innovative Weise vermittelt als auch neueste Edutainment-Ausstellungstechniken angewandt werden. Die Jubiläumsfeier dient dazu zu zeigen, wie vielfältig märchenhaft die Bremer Kulturszene aufgestellt ist und zugleich die Akteurinnen und Akteure der Märchenstraße weiter zu vernetzen", erklärte Dr. Alexandra Tacke, Referatsleiterin beim Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen.

Den Auftakt der Veranstaltung bildeten eine Begrüßung durch den Bremer Bürgermeister, Andreas Bovenschulte, sowie ein Grußwort von Andreas Siebert, Vorstandsmitglied der Deutschen Märchenstraße. Einen wissenschaftlichen Blick auf die Bedeutung der Märchen eröffnete anschließend Professor Dr. Bernhard Lauer, Geschäftsführer der Brüder-Grimm-Gesellschaft in Kassel und renommierter Märchenforscher.

Der Verlauf der Deutschen Märchenstraße von Hanau bis Bremen.
Der Verlauf der Deutschen Märchenstraße von Hanau bis Bremen. Foto: Senatspressestelle

Im Anschluss präsentierte ein vielfältiges Kulturprogramm die kreative Auseinandersetzung mit Märchen in Bremen – von Literatur über Figurentheater bis hin zum freien Erzählen. Begleitet von Livemusik auf dem persischen Saiteninstrument Santur, gespielt von Behzat Roushanpour, las Autorin Anna Lott aus ihrem Buch "Esel, Hund, Katze, Hahn" (Schünemann Verlag). Das Figurentheater "Mensch Puppe" zeigte Ausschnitte aus seinem deutsch-italienischen Programm mit Großmaulpuppen, präsentiert von Claudia Spörri und Leo Mosler. Zudem erzählte Julia Klein Anekdoten aus dem internationalen Erzählfestival "Feuerspuren". Im Anschluss bot sich Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken.

Auch künftig wird Bremen die berühmten vier Tiere als Botschafter der Stadt weiter in Szene setzen. Mit der weiterentwickelten Kampagne "Mehr als Märchen 2.0" verbindet die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH kulturelles Erbe mit strategischer Markenführung und künstlicher Intelligenz. Die Bremer Stadtmusikanten erscheinen dabei als zeitgemäß interpretierte, KI-generierte Charaktere mit eigener Persönlichkeit. Nach einem aufmerksamkeitsstarken Start auf einer großen digitalen Leinwand am Berliner Potsdamer Platz treten die Figuren nun in verschiedenen digitalen Formaten als internationale Markenbotschafter für Bremen auf. Weitere Informationen unter: www.bremen.de

Auch vor Ort können Besucherinnen und Besucher die Geschichte der vier Tiere weiterhin erleben: Ab dem 3. Mai 2026 bringt das beliebte Stadtmusikantenspiel auf dem Domshof die Abenteuer von Esel, Hund, Katze und Hahn wieder unter freiem Himmel auf die Bühne – mit Musik, Gesang und lebensgroßen Figuren. Weitere Informationen unter: www.bremen.de

Begleitend dazu zeigt die Stadtbibliothek Bremen im Wallsaal die Ausstellung "Eine tierisch gute Idee: Die Bremer Stadtmusikanten auf Reisen". Zu sehen sind Illustrationen der Bremer Künstlerinnen und Comiczeichnerinnen Anke Bär, Valeska Scholz und Jeff Hemmer, die die berühmten Märchenfiguren auf ganz eigene Weise interpretieren. Weiter Informationen unter: www.stabi-hb.de

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