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Gemeinsame Presseerklärung

Bremens älteste Forschungseinrichtung wird 125 Jahre jung


09.08.2002

Von der Moorversuchsstation zum Bodentechnologischen Institut Bremen

Das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung / Bodentechnologisches Institut Bremen teilt mit:


Das Bodentechnologische Institut Bremen, eine Zweigstelle des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung aus Hannover, feiert im Festsaal des Bremer Rathauses am Mittwoch, 21. August, ab 14 Uhr sein 125-jähriges Bestehen. Der Senator für Wirtschaft und Häfen, Josef Hattig, die Niedersächsische Wirtschaftsministerin Dr. Susanne Knorre und der Präsident der Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Friedrich-Wilhelm Wellmer, werden die Festveranstaltung eröffnen. Anschließend findet vom 22. bis 24. August in der Universität Bremen, großer Hörsaal Naturwissenschaften II, das internationale Fachsymposium „Zukünftige Nutzung der Moore“ statt. Das Vortragsprogramm in den Räumen wird durch Fachexkursionen in die Moore Nordwestdeutschlands und Ausstellungen im Foyer des Hörsaals ergänzt.


Das heutige Bodentechnologische Institut Bremen des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung (BTI) blickt im Jahre 2002 auf 125 Jahre erfolgreicher Moor- und Bodenforschung zurück. Es ist somit das älteste Forschungsinstitut im Lande Bremen. Seit dieser Zeit werden hier Problemlösungen rund um die Nutzung und den Schutz unserer Böden in Bremen entwickelt. Waren die Bremer Forscher vor 125 Jahren für die wissenschaftliche Untersuchung der Moore in ganz Preußen zuständig, so wird heute das niedersächsische Bodenschutzprogramm maßgeblich von Bremen aus gesteuert. Das Institut versteht sich seit seiner Gründung stets als Mittler zwischen Forschung und Praxis. Es ist Ausbildungsstätte für Chemielaboranten und Arbeitsstätte für 50 bis 60 hoch qualifizierte Techniker und Wissenschaftler.


Dunkle Rauch- und Rußwolken über Bremen im Frühjahr: Was heute kaum noch vorstellbar ist, das war im 19. Jahrhundert an der Tagesordnung. Die Luftverschmutzung stammte nicht aus Fabrikschornsteinen, sondern von den Feldern der Moorgegenden in Norddeutschland. In jedem Frühjahr legten die in den ausgedehnten Mooren Nordwestdeutschland lebenden Bauern Brände im Moor, um mit der zurückbleibenden Asche die nährstoffarmen Moorböden für den Anbau von Dinkel zu düngen. Dieses einfache, die Umwelt aber stark belastende Verfahren, nannte sich Moorbrandkultur. Bei uns in Deutschland schon lange abgeschafft, wird dieses Verfahren heute noch genauso in den Tropen angewendet und führt dort zu Luftbelastung und Moorzerstörung.


Die Umweltbelastungen erreichten solche Ausmaße, dass sich in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts Bürgerinitiativen bildeten. Die Entwicklung weniger umweltschädlicher Landbewirtschaftungstechniken wurde vehement eingefordert. Auf Initiative des Nordwestdeutschen Vereins gegen das Moorbrennen und des Naturwissenschaftlichen Vereins Bremens sowie mit materieller und mit finanzieller Unterstützung des Preußischen Ministeriums für landwirtschaftliche Angelegenheiten und des Bremer Senats wurde im Jahre 1877 die Moorversuchsstation in Bremen gegründet. Seither immer für den Bodenschutz im Einsatz wurde die Federführung des Niedersächsischen Bodenschutzprogramms 1991 dem BTI Bremen übertragen. In Kooperation mit Partnern aus Verwaltung, Industrie und Forschung von Bremen aus eines der modernsten Umweltmonitoringprogramme in Europa entwickelt und betrieben – die Boden-Dauerbeobachtungsflächen. Diese Versuchsareale sind in den letzten zehn Jahren zu Plattformen für eine integrierte Umweltbeobachtung und für Umweltforschung entwickelt worden.


Weiterhin werden bodenkundliche Methodenentwicklung zur Umsetzung der Bodenschutzgesetzgebung oder der EU-Wasser-Rahmen-Richtlinie (EUWRRL) für Niedersachsen und Bremen maßgeblich durch das BTI entwickelt. Schwerpunkte seiner Arbeiten sind u.a. die Erosionsforschung, die Stoffmobilität und –verlagerung im Rahmen der Sickerwasserprognose und Landnutzungskonzepte für Moore und grundwassernahe Mineralböden. Neuerdings werden in Kooperation mit der Universität Bremen auch modernste molekularbiologische Technologien (Gensensoren) für Aufgaben des Bodenschutzes entwickelt. Eine wichtige umweltpolitische Zukunftsfrage ist die Bewertung des Eintrags von Arzneimittelrückständen und hormonell wirksamen Substanzen in die Umwelt. Hier steht das BTI in Zusammenarbeit mit der Tierärztlichen Hochschule Hannovers für die in der Tierproduktion eingesetzten Medikamente im weltweiten Vergleich an der Spitze der Forschung.


Achtung Redaktionen:

Das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung / Bodentechnologisches Institut Bremen lädt die Vertreterinnen und Vertreter der Medien hiermit herzlich ein zu der Festveranstaltung aus Anlass des 125jährigen Jubiläums am Mittwoch, 21. August, um 14 Uhr im Bremer Rathaus.


Hinweis für Redaktionen:

Bei weiteren Nachfragen können Sie sich direkt wenden an

Dr. Jörg Reichling, Telefon (0511) 643-2679


Dr. Jörg Kues, Telefon 0173 – 973 96 86


Dr. Joachim Blankenburg, Telefon (0421) 20 34 647


im Landesamt für Bodenforschung / Bodentechnologisches Institut Bremen.