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Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Karten über die mögliche Gefährdung durch Hochwasser im Land Bremen veröffentlicht

Umsetzung der EU-Hochwassermanagementrichtlinie

21.03.2014

In Zusammenhang mit der Umsetzung der Europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie wurden für Bremen und Bremerhaven für die Weser, die Blumenthaler Aue, Beckedorfer Beeke, Schönebecker Aue und die Ihle Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten erarbeitet, die nun vorliegen und unter www.hochwasserrisikomanagement-bremen.de einzusehen sind.

Rund 87 Prozent des Stadtgebietes von Bremen sind potentiell durch Hochwasser gefährdet. Innerhalb dieser Gebiete leben rund 515.000 Menschen. Daher ist der Schutz vor Hochwasser eine existentielle Aufgabe Bremens. "Mit den Maßnahmen aus dem Generalplan Küstenschutz arbeiten wir engagiert und konzentriert daran, auch in Zukunft für diese Gefahren gewappnet zu sein", sagt Umweltsenator Joachim Lohse. Aufgrund des Klimawandels sind insgesamt höhere Wasserstände zu erwarten. Im Binnenland sind Hochwässer an der Ober- und Mittelweser, Geeste, Wümme, Lesum, Ochtum, Ihle, Schönebecker Aue, Beckedorfer Beeke und Blumenthaler Aue die Folge von meteorologischen Ereignissen wie hohe Niederschläge oder Schneeschmelze. Eine Gefahr für Bremen besteht zusätzlich durch Sturmfluten von der Nordsee, die zu sehr hohen Wasserständen führen können. Treffen eine Sturmflut und ein Binnenhochwasser aufeinander, ergibt sich eine besondere Bedrohungslage.

Die Europäische Union hat sich mit der 2007 in Kraft getretenen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie dieses Themas angenommen. Mit der Neufassung des Wasserhaushaltsgesetzes im Jahr 2009 wurde die Richtlinie in nationales Recht überführt. Ziel des Hochwasserrisikomanagements ist es, die Gefahren, die Hochwasser auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das kulturelle Erbe und die wirtschaftlichen Tätigkeiten ausübt, zu verringern und den Umgang mit den Hochwassergefahren zu verbessern und die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das kulturelle Erbe, wirtschaftliche Tätigkeit und erhebliche Sachwert zu verringern.

Die Gefahrenkarten liegen für drei verschiedene Hochwasserszenarien (häufiges, mittleres und extremes Hochwasser) vor. Dargestellt werden das Ausmaß der Überflutung sowie die jeweiligen Wassertiefen. Zur Information sind auch die Flächen dargestellt, die hinter Hochwasserschutzanlagen liegen – so genannte deichgeschützte Gebiete - und demzufolge z.B. nur bei Deichbrüchen überflutet würden.

Die Risikokarten bauen auf den Gefahrenkarten auf. Zusätzlich dazu bieten die Risikokarten eine Vielzahl von weiteren Informationen:

  • Anzahl der potenziell betroffenen Einwohner
  • die Art der wirtschaftlichen Tätigkeit
  • betroffene Industrieanlagen
  • betroffene Schutzgebiete
  • betroffene Denkmäler

Bis Ende 2015 wird nun auf Grundlage der vorliegenden Ergebnisse ein Hochwasserrisiko-Managementplan erstellt. Dieser beinhaltet hauptsächlich Maßnahmen zur Verbesserung der Hochwasserinformation und –vorsorge, z.B. Aufstellung von Konzepten für betroffene soziale Einrichtungen wie Kitas. Es können auch bauliche Tätigkeiten zur Optimierung des Hochwasserschutzes erforderlich sein.