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Der Senator für Kultur

Bremer Staatsarchiv präsentiert restauriertes Ratsdenkelbuch von 1395 und wissenschaftliche Edition dazu

05.04.2024

Das Bremer Staatsarchiv hat heute (5. April 2024) das vollständig restaurierte Bremer Ratsdenkelbuch von 1395 und eine Edition von dem Bearbeiter, Dr. Ulrich Weidinger, vorgestellt. Die Publikation wendet sich an Forschung und Wissenschaft, aber auch an alle an Bremens Geschichte Interessierten.

Dr. Ulrich Weidinger (links) und der Leiter des Staatsarchives Bremen, Prof. Dr. Konrad Elmshäuser, präsentieren das Ratsdenkelbuch von 1395. Foto: Kulturressort
Dr. Ulrich Weidinger (links) und der Leiter des Staatsarchives Bremen, Prof. Dr. Konrad Elmshäuser, präsentieren das Ratsdenkelbuch von 1395. Foto: Kulturressort

Die Edition des Bremer Ratsdenkelbuchs macht eine der wichtigsten Quellen zur Bremer Geschichte nun erstmals vollständig zugänglich. Sie umfasst fast 300 Jahre Geschichte in einer Handschrift. 1395 legte der Bremer Rat ein Buch an, in das er fortan alle Verträge, Vorschriften, Urkunden und Nachrichten aufnehmen ließ, sofern sie ihm wichtig erschienen. Das "denckel bock", später Ratsdenkelbuch genannt, wurde in mittelniederdeutscher Sprache von zahlreichen Schreibern verfasst.

Der restaurierte Einband des Ratsdenkelbuches. Foto: Staatsarchiv
Der restaurierte Einband des Ratsdenkelbuches. Foto: Staatsarchiv

Dazu Prof. Dr. Konrad Elmshäuser, Leiter des Staatsarchives Bremen: "Das Ratsdenkelbuch führt uns heute in die Politik und den Alltag der Hansestadt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit: Diplomatische Texte zu Reichs- und Hansetagen stehen neben Listen von Handelsgütern auf Bremer Schiffen, Berichten über Fehden und Seeräuber, sowie Texten zur Rechtsprechung in der Stadt. Auch der Regelung des Zusammenlebens der Bürger wird viel Raum eingeräumt: So ist die älteste Kundige Rolle von 1450 nur im Ratsdenkelbuch überliefert worden. Hinzu kommen Texte zum Verhältnis zwischen Stadt und Kirche sowie zur Ratspolitik und Stadtverwaltung mit ihren Vorschriften, Anweisungen und Abgaben."


Blick in das Ratsdenkelbuch. Foto: Staatsarchiv
Blick in das Ratsdenkelbuch. Foto: Staatsarchiv

Bibliografische Angaben:
Das Bremer Ratsdenkelbuch 1395 – 1671
bearbeitet von Ulrich Weidinger
herausgegeben vom Staatsarchiv Bremen
Bremisches Jahrbuch, Zweite Reihe, Sechster Band,
Redaktion: Konrad Elmshäuser
592 Seiten, Hardcover, Leinen, zahlr. Abb.
54 Euro; ISBN 978-3-95494-318-0


Das Ratsdenkelbuch wurde schon früh als wichtige Quelle erkannt und vielfach ausgewertet. Weil das legendäre Buch im Zweiten Weltkrieg ausgelagert war und erst 1990 nach Bremen zurückkam, war es bislang noch nicht vollständig ediert.

Anlässlich der Edition wurde das Original des Ratsdenkelbuchs, das schwer beschädigt aus der Auslagerung zurückkam, behutsam restauriert und neu gebunden. Auch das restaurierte Original des Ratsdenkelbuchs wurde zur Buchvorstellung präsentiert.

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Ansprechpartner für die Medien:
Werner Wick, Pressesprecher beim Senator für Kultur, Tel.: (0421) 361-16173, E-Mail: werner.wick@kultur.bremen.de