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Die Senatorin für Kinder und Bildung | Senatskanzlei

Bremer Kindertagespflege-Offensive wirkt

Bundestagsabgeordnete und Bundesverband informieren sich über Erfolg

29.02.2024

Zu einem Informationsaustausch über den Stand der Dinge und die Perspektiven der Kindertagespflege in Bremen hat sich heute (29. Februar 2024) Bürgermeister Andreas Bovenschulte mit der Osnabrücker Bundestagesabgeordneten Anke Hennig getroffen. Teilgenommen haben an dem Gespräch auch die Senatorin für Kinder und Bildung, Sascha Karolin Aulepp, Inge Losch Engler (Vorsitzende des Bundesverbandes Kindertagespflege) und Judith Pöckler-von-Lingen (Geschäftsführerin PiB – Pflegekinder in Bremen gGmbH).

Tauschten sich über Fragen der Kindertagespflege aus (v.l.): Judith Pöckler von Lingen (Geschäftsführerin Pflegekinder in Bremen, PiB), Inge Losch Engler (Vorsitzende des Bundesverbandes Kindertagespflege); Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Anke Hennig (Osnabrücker Bundestagesabgeordnete), Bildungssenatorin Sascha Aulepp, Heiko Krause (Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes für Kindertagespflege), Ann-Katharina Sponbiel (Abteilungsleitung Kindertagespflege bei PiB). Foto: Senatspressestelle
Tauschten sich über Fragen der Kindertagespflege aus (v.l.): Judith Pöckler von Lingen (Geschäftsführerin Pflegekinder in Bremen, PiB), Inge Losch Engler (Vorsitzende des Bundesverbandes Kindertagespflege); Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Anke Hennig (Osnabrücker Bundestagesabgeordnete), Bildungssenatorin Sascha Aulepp, Heiko Krause (Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes für Kindertagespflege), Ann-Katharina Sponbiel (Abteilungsleitung Kindertagespflege bei PiB). Foto: Senatspressestelle

Bremen hatte im Herbst 2022 die Richtlinie für den Betrieb von Tageseinrichtungen für Kinder im Land Bremen (RiBTK) geändert. Danach können Kindertagespflegepersonen auch als Zweitkraft in Krippengruppen, im Elementar- und Hortbereich sowie in einer Großtagespflege arbeiten. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, gerade auch solche Menschen für den Weg in die Kindertagespflege zu gewinnen, für die der Schritt in die Selbständigkeit eine zusätzliche Hürde ist oder deren private Räumlichkeiten nicht geeignet sind.

Bürgermeister Bovenschulte: "Wir benötigen in den nächsten Jahren deutlich mehr Personal, denn anders werden wir unsere Ziele nicht erreichen, jedem Kind einen Kitaplatz anzubieten. Mehr Flexibilität in der Kindertagesbetreuung ist dafür ein ganz entscheidender Schritt – wenn auch längst nicht der einzige. Dass die Bremer Kindertagespflege-Offensive jetzt auch außerhalb Bremens für Interesse sorgt, das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Kindersenatorin Aulepp: "Die Kindertagespflege ist in Deutschland seit vielen Jahrzehnten ein Stützpfeiler der qualifizierten Kinderbetreuung. Wir sind uns gemeinsam einig, dass wir unsere Institutionen insgesamt zukünftig stärker für diesen Personenkreis öffnen müssen und wollen. Wir sind hinsichtlich unserer Kitas einen Riesenschritt gegangen und ich freue mich über die bundesweite Beachtung und Unterstützung, die das erfährt."

Anke Hennig, Bundestagsabgeordnete: "Ich freue mich darüber, dass wir heute in Bremen in dieser Konstellation zusammenkommen konnten. Ich mache mich auf Bundesebene dafür stark, die Kindertagespflege mit dem Ganztagsanspruch zusammenzudenken und Kindertagespflegepersonen auch in den Grundschulen mit einzubeziehen. Die Bremer Kindertagespflegeoffensive ist ein wichtiges Vorbild und Projekt, das die Attraktivität des Tätigkeitsfeldes deutlich erhöht und damit einen wichtigen Baustein in Richtung der Fachkräftegewinnung in der frühkindlichen Bildung darstellt. Ich nehme das Bremer Beispiel mit in meine Arbeit als Bundespolitikerin und werde mich auf Bundesebene weiterhin für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Kindertagespflege nach Bremer Vorbild stark machen und für das Potential von Tagesmüttern und Tagesvätern werben, denn das kenne ich als qualifizierte Kindertagespflegeperson aus erster Hand."

Inge Losch Engler, Vorsitzende des Bundesverbandes Kindertagespflege: "Das Potential der Kindertagespflege ist unbestritten. Das Bremer Vorbild zeigt, wie auch auf Bundesebene verfahren werden sollte, um die Kindertagespflege voranzubringen."

Ausbildungskapazität vervierfacht
Mit den Änderungen der Richtlinien geht einher, dass Interessierten quartiersnahe Angebote der Qualifizierung zur Kindertagespflegeperson (KTP) angeboten werden. Das hat zu verschiedenen gewünschten Effekten geführt: Sie ermöglicht es einerseits, Kindertagespflegepersonen auszubilden und sie als Zweitkräfte in den Kitas einzusetzen und damit dem Fachkräftemangel zu begegnen. Und andererseits wurde sie ein effektiver Job-Motor vor allem für viele Frauen, die bereits Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern gesammelt haben und gut Deutsch sprechen und verstehen können. 130 Interessierte haben im vergangenen Jahr ihre Ausbildung begonnen – womit die Ausbildungskapazität zum Vorjahr vervierfacht werden konnte; es gibt aus den ersten Kursen 54 erfolgreiche Absolventinnen und 32 davon arbeiten erfolgreich bei Kitas, als Selbstständige oder in Kindertagespflegestellen.

Wichtig auch: Zwei Drittel der Kinder im Kitaalter in Bremen hat nicht Deutsch als Muttersprache. Daher ist es sehr wichtig, dass auch die Belegschaft in Kitas möglichst viele unterschiedliche Hintergründe haben. Die zusätzlichen Kindertagespflegerinnen, die häufig einen anderen kulturellen Hintergrund haben oder eine Flucht- oder Migrationsgeschichte mitbringen, stellen im Sinne der kulturellen Vielfalt, die Bremen auszeichnet, eine Bereicherung im Kita-Alltag dar.

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