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Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

Universität Bremen wird zum idealen Energieforschungslabor

Interdisziplinäres Energieforschungslabor (IdEaL) beschlossen

27.02.2024

Um der Klimakrise zu begegnen, ist es unerlässlich, fossile Energieträger durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Weiterhin ist ein effizienter Umgang mit Energie notwendig. Um beide Perspektiven dreht sich ein Forschungsprojekt von der Universität Bremen und dem Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA). Der Senat hat heute (27. Februar 2024) insgesamt rund 4,1 Millionen Euro für das Forschungsprojekt "Interdisziplinäres Energieforschungslabor" (IdEaL) bereitgestellt. Ein Teil des Geldes (1,6 Millionen Euro) stammt aus EFRE-Mitteln.

Dazu die Senatorin für Wissenschaft, Kathrin Moosdorf: "IdEaL passt perfekt an die Universität Bremen, die sich bereits stark beim Thema Nachhaltigkeit engagiert. Die Forschungsprojekte, die wir heute ermöglichen, haben einen großen Bezug zur Praxis. Die Ergebnisse werden daher schnell in alltagstauglichen Lösungen münden. Wir leisten damit einen Beitrag, um Energie möglichst effizient einzusetzen und unsere Klimaziele zu erreichen. IdEaL beschäftigt sich mit sehr aktuellen und sehr relevanten Fragen. Wir stärken damit also gezielt den Wissenschaftsstandort Bremen."

Das Forschungsprojekt "Interdisziplinäres Energieforschungslabor" gliedert sich in drei Teilbereiche. In dem beim BIBA angesiedelten Teilprojekt soll in einer Modellfabrik erforscht werden, wie die Energiewende in Produktionsunternehmen durch den Einsatz von nachhaltigen Energiesystemen und der Digitalisierung der Produktion gelingen kann. Insbesondere die Potentiale der Abwärmenutzung und die Umstellung von Prozessen werden dabei betrachtet. Für den Aufbau der Modellfabrik wird das BIBA unter anderem mit modernen Maschinen zur Blechumformung sowie mit einer Photovoltaikanalage und thermischen Speichern und Batteriesystemen ausgestattet.

Die Universität Bremen beschäftigt sich in einem weiteren Forschungsprojekt intensiv mit dem Aufbau künftiger Stromnetze. Je nach Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien können die Netze künftig großen Schwankungen ausgesetzt sein. Das Herz einer geplanten Testanlage bildet ein Echtzeitsimulator für elektrische Netze, der sowohl Verteil- als auch Übertragungsnetze, aber auch Modelle von Stromerzeugern, Verbrauchern und Betriebsmitteln nachbilden kann. Des Weiteren untersuchen sie, wann wer wie viel Energie am Campus verbraucht und wie dieser Verbrauch gesenkt werden kann. Dabei geht es nicht nur um Strom, sondern auch um Wärme beziehungsweise Kälte. Aus den Daten errechnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Modelle, die beispielsweise in Unternehmen angewendet werden und dort ebenfalls zu Energieeinsparungen führen können. Mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Energieeffizienzsteigerung in Gebäuden und an Anlagen erreichen.

Hintergrund

Der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung, kurz: EFRE, ist der größte Fonds der Struktur- und Investitionsfonds der Europäischen Union und wichtiger Bestandteil der europäischen Struktur- und Regionalpolitik. Das Ziel des EFRE ist es, die wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen der EU zu verringern. Die Strukturfonds funktionieren nach dem Prinzip der Ko-Finanzierung, das heißt es müssen stets auch öffentliche Mittel der Mitgliedstaaten zur Umsetzung der Projekte beigesteuert werden. In der Förderperiode 2021-2027 erhält Bremen aus EFRE-Mitteln knapp 10,2 Millionen Euro, die der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft für Fördervorhaben im Bereich des Auf- und Ausbaus der Forschungsinfrastruktur zur Verfügung stehen. Die Entscheidung, welche Projekte förderwürdig sind, trifft der Senat.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Ramona Schlee, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96269, E-Mail: ramona.schlee@umwelt.bremen.de