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Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

Mit dem Wolf leben und Nutztiere schützen

Staatsrätin für Umwelt und Staatsrat für Landwirtschaft besuchen Weidetierhalter in Bremen Blumenthal

18.10.2023

Der Wolf ist in Deutschland streng geschützt. So konnte sich der Bestand bundesweit mittlerweile auf mehr als 1.300 Tiere aufbauen, Tendenz weiter steigend. Auch in Bremen haben Tiere Nutztiere auf Weiden gerissen, 2018 zum ersten Mal. Um sich über die Sorgen und Wünsche von Nutztierhaltern zu informieren, haben die Staatsrätin für Umweltschutz, Irene Strebl, und Landwirtschaftsstaatsrat, Jan Fries, Ulrich Vey auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb in Bremen Blumenthal besucht.

Bauer Ulrich Vey (links) im Gespräch mit der Staatsrätin für Umweltschutz, Irene Strebl, und dem Staatsrat für Landwirtschaft, Jan Fries, beide bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft. Foto: Umweltressort
Bauer Ulrich Vey (links) im Gespräch mit der Staatsrätin für Umweltschutz, Irene Strebl, und dem Staatsrat für Landwirtschaft, Jan Fries, beide bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft. Foto: Umweltressort

"Es ist eine Herausforderung, die berechtigten Interessen des Naturschutzes und der Landwirtschaft miteinander zu vereinen", sagte der für Landwirtschaft zuständige Staatsrat Jan Fries während des Besuchs. "Bremen bezahlt den Landwirtinnen und Landwirten unter anderem Herdenschutzzäune, um Schafe, Ziegen, Rinder oder Pferde vor Wolfsangriffen zu schützen. Wir wissen: ein Wolfsriss ist nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden. Ein Wolfsriss ist auch ein emotionaler Verlust für die Halterinnen und Halter der Weidetiere." Aktuell werden deutlich häufiger Anträge auf Förderung von Herdenschutzzäunen gestellt. Daher wurde die insgesamt zur Verfügung stehende Fördersumme für das laufende Jahr verdoppelt, auf 100.000 Euro. Die Nachfrage geht noch darüber hinaus. Ob die Fördersumme nochmals aufgestockt werden kann, steht angesichts der knappen Haushaltslage noch nicht fest.

Vor dem gute gesicherten Gehege am Eispol in Bremen Rönnebeck stehen (v.l.) Abteilungsleiter Naturschutz Michael Bürger, Abteilungsleiterin Landwirtschaft Marion Langenbach, Staatsrätin für Umweltschutz Irene Strebl, Staatsrat für Landwirtschaft Jan Fries und Ulrich Vey. Foto: Umweltressort
Vor dem gute gesicherten Gehege am Eispol in Bremen Rönnebeck stehen (v.l.) Abteilungsleiter Naturschutz Michael Bürger, Abteilungsleiterin Landwirtschaft Marion Langenbach, Staatsrätin für Umweltschutz Irene Strebl, Staatsrat für Landwirtschaft Jan Fries und Ulrich Vey. Foto: Umweltressort

Besonders oft wurden in der Vergangenheit Wölfe in Bremen Nord und dem sich dort anschließenden niedersächsischen Umland gesichtet. Bauer Ulrich Vey aus Blumenthal hat bereits einige seiner Tiere verloren. Drei seiner Weiden hat er in den vergangenen zwei Jahren daher mit Herdenschutzzäunen gesichert. "Die wolfsabweisenden Zäune sind für unseren Bioland-Betrieb auf Bremer Geestflächen eine gute Methode, um diese sicherer vor dem Wolf zu machen", so Ulli Vey. "Das ist zwar mit viel Arbeit für Aufbau und Unterhaltung verbunden. Es war für uns aber die einzige Möglichkeit, die Landwirtschaft nicht aufgeben zu müssen. Wir erhöhen dadurch den Schutz unserer Weidetiere, die wir wiederum brauchen, um die artenreichen Naturschutzflächen zu erhalten. Ein Wolfszaun ist nicht für alle Bremer Betriebe die erste Wahl, zum Beispiel bei Grünland, das mit Gräben durchzogen ist. Wölfe, die Herdenschutzzäune überwinden, sollten aber entnommen werden."

Zaun, der fünfzügig ist und Strom führt, um Wölfe abzuwehren. Foto: Umweltressort
Zaun, der fünfzügig ist und Strom führt, um Wölfe abzuwehren. Foto: Umweltressort

Umweltstaatsrätin Irene Strebl sieht darüber hinaus noch einen weiteren Grund, Weideschutzzäune zu errichten: "Aus Sicht des Natur- und Tierschutzes ist es eine gute Nachricht, dass mittlerweile Wölfe in Deutschland zu Hause sind. Wir verschließen jedoch nicht die Augen davor, dass die Rückkehr des Wolfes Konflikte auslöst. Daher begrüßen wir den Vorstoß, der Bundesumweltministerin, dass Wölfe im Umkreis von Rissstellen für eine kurze Zeitspanne erleichtert geschossen werden dürfen. Es muss verstärkt darum gehen, Wolfsrisse zu verhindern, auch um den Wolf zu schützen. Herdenschutzzäune vereinen hier also die Interessen von Weidetierhaltern und Wolfsschutz."

Hintergrund

Im Land Bremen wurden seit 2018 nachweislich zwölf Tiere von einem Wolf gerissen oder verletzt. Gerissene Tiere sollten sofort gemeldet werden (Wolfstelefon: 0421/361-77900). Wichtig ist, dass die getöteten Tiere nicht berührt und die betroffene Weide nicht verändert werden. Außerdem dürfen Hunde oder andere Tiere nicht an das getötete Tier herankommen. Dies ist wichtig, damit Wolfsberater eine saubere Genprobe entnehmen und so einen Nachweis über einen tatsächlichen Wolfsriss erbringen können.

Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen die Fotos zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Umweltressort

Ansprechpartnerin für die Medien:
Ramona Schlee, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96269, E-Mail: ramona.schlee@umwelt.bremen.de