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Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Regionale Ressourcenschonung durch Abfallvermeidung

"Bremer RessourcenEffizienz-Tisch für das Bauwesen" gegründet / Schirmherrin Umweltsenatorin Dr. Maike Schaefer / Ziel sind Maßnahmen zum Erreichen von Klimaschutzzielen

12.05.2022

In Bremen hat sich jetzt der "Bremer RessourcenEffizienz-Tisch für das Bauwesen" gegründet. Initiatoren sind Vertreterinnen und Vertreter der Forschungsvereinigung Recycling und Wertstoffverwertung im Bauwesen e.V., aus dem Bundesverband bauteilnetz Deutschland e.V., der Hochschule Bremen Abt. Bau und Umwelt (Baustofftechnologie) und der Materialprüfanstalt Bremen (Leibniz-IWT) in Kooperation mit energiekonsens. Am 26. April 2022 fand in Bremen dazu eine gut besuchte Auftaktveranstaltung unter der Schirmherrin Dr. Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, statt. Es sollen zahlreiche weitere Mitwirkende gewonnen werden, um sich zum Thema regionale Ressourcenschonung auszutauschen, nachhaltig zu vernetzen und die Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.

Unterstützung erhielten die Bremer Akteure vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) von links: Axel Meyer (IWT/MPA), Prof. Dr. Daniel Ufermann-Wallmeier (HSB), Frank Hlawatsch (RWB), Dr. Maike Schaefer (SKUMS), Dr. Bajorat (BMUV), Ute Dechantsreiter (BTND). Foto: Ulrich Reiss
Unterstützung erhielten die Bremer Akteure vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) von links: Axel Meyer (IWT/MPA), Prof. Dr. Daniel Ufermann-Wallmeier (HSB), Frank Hlawatsch (RWB), Dr. Maike Schaefer (SKUMS), Dr. Bajorat (BMUV), Ute Dechantsreiter (BTND). Foto: Ulrich Reiss

Ressourcenknappheit ist in den vergangenen Jahren zu einem allseits gegenwärtigen Thema geworden. Besonders die Baubranche verbraucht eine große Menge an Ressourcen und ist verantwortlich für ein hohes Abfallaufkommen. Regionale Deponieflächen sind begrenzt. Lieferengpässe von Baumaterial tragen aktuell wesentlich dazu bei, dass Bauabläufe und Kosten unkalkulierbar sind. Die aktive Kreislaufwirtschaft im Bauwesen, die den Weg des hochwertigen Wiedereinsatzes von Material geht, nimmt damit eine immer entscheidendere Rolle ein.

"Ziel ist es künftig, die Stadt als Rohstoffmine zu verstehen und regionale Kreisläufe schaffen", so Senatorin Schaefer. "Diese Ressourcen gilt es noch besser zu nutzen. Daher begrüße ich die Gründung des Bremer RessourcenEffizienz-Tisches sehr."

In einem vielseitigen Vortragsprogramm wurden die Rahmenbedingungen zur Ressourceneffizienz vom Bund, Land und der Region dargelegt und der Stand aktueller Aktivitäten regionaler Akteure vorgestellt. In vier Fachdialogen mit Unternehmen der Bauwirtschaft, Institutionen und weiteren regionalen Akteuren (Metropolregion Nord-West) werden diese Themenkomplexe im Laufe des Jahres vertieft weiter behandelt und Lösungsansätze erarbeitet. Ziel der Veranstaltungsreihe ist die Aktivierung eines "gelebten" regionalen ressourcenschonenden Umgangs bei Neubau, Sanierung und Rückbau.

Gefördert wird die Initiative durch die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Bremen, die Freie Hansestadt Bremen sowie BINGO! die Umweltlotterie.

Weitere Informationen zu den vier Initiatorinnen und Initiatoren:

1-Forschungsvereinigung Recycling und Wertstoffverwertung im Bauwesen e.V. (RWB)
Die Forschungsvereinigung Recycling und Wertstoffverwertung im Bauwesen e.V. (RWB) ist ein gemeinnütziger Verein, der die übergeordneten Ziele Abfallvermeidung, Stoffkreisläufe, Rohstoff- und Energie-Einsparung sowie CO2-Minderung verfolgt, indem lösungsorientierte Forschungsvorhaben initiiert und betreut werden. Im Fokus der Forschungsvorhaben stehen Entwicklungen von Verfahren und Techniken zur Herstellung neuer zeitgemäßer Recycling-Baustoffe. Seine Mitglieder stammen aus sehr unterschiedlichen Bereichen: Recycling-Unternehmen, Entsorger, Bauindustrie, Ingenieur-Büros, Verbände, Institute und Behörden sowie Einzelpersonen. Zudem ist die RWB ordentliches Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto Von Guericke" (AiF) e.V. Dies kommt insbesondere Projekten für kleine und mittelständische Unternehmen zugute.

Vor dem Hintergrund des European Green Deal, des Klimawandels und des eng verbundenen Ressourcen-Schutzes setzt sich die RWB aktiv für "gelebtes Recycling" ein.

Dipl.-Ing. Frank Hlawatsch, Forschungsvereinigung Recycling und Wertstoffverwertung im Bauwesen e.V. (RWB), Paul-Feller-Str. 1, 28199 Bremen, Tel.: (0421) 53708 22, E-Mail: hlawatsch@mpa-bremen.de, www.rwb-bremen.de

2-Amtliche Materialprüfungsanstalt der Freien Hansestadt Bremen / GB Leibniz-IWT
Die Amtliche Materialprüfungsanstalt der Freien Hansestadt Bremen bietet als Geschäftsbereich des Leibniz-IWT vielseitige Serviceleistungen auf dem Gebiet der Werkstoff- und Baustoffprüfung sowie der Schadensanalytik an. In den Fachbereichen Bauwesen, Baustoffmikroskopie und Denkmalpflege, Metallische Werkstoffe und Bauteile sowie Mikrobiologie wird interdisziplinär gearbeitet, um optimale Lösungen für individuelle Fragestellungen zu finden. Schon seit einigen Jahren engagiert sich die MPA Bremen im Bereich der hochwertigen Wiederverwendung von mineralischem Abbruchmaterial und forscht unter anderem mit dem Einsatz von Porenbetonrezyklaten zum Beispiel zur Errichtung von nicht tragenden Innenwänden (siehe Innenwände im Gebäude der Recyclingstation Bremen-Borgfeld). Aktuell wird an der MPA Bremen an einem neuen klima- und ressourcenschützenden Verwertungsweg für Bauschuttbrechsande gearbeitet, um daraus einen CO2-armen Ökomauerstein zu entwickeln, einem Wandbaustoff, der sogar ohne ein Bindemittel hergestellt werden kann.

Dipl.-Ing. Axel Meyer, Amtliche Materialprüfungsanstalt der Freien Hansestadt Bremen (MPA Bremen) - ein Geschäftsbereich des Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT Bremen, Abteilung 2 – Bauwesen / Department Civil Engineering, Paul-Feller-Str. 1, 28199 Bremen, Tel.: (0421) 53708 21, E-Mail: meyer@mpa-bremen.de, www.iwt-bremen.de/de/forschung/wissenschaftliche-abteilungen/materialpruefungsanstalt

3-Bundesverband bauteilnetz Deutschland e.V. (2011)
Hauptanliegen des Vereins sind die Förderung des Umweltschutzes und des Umweltgedankens und die Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen und Forschungsvorhaben. Insbesondere fördert der Verein durch bundesweite Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit das nachhaltige Lernen und den bewussteren Umgang mit Baumaterialien, zum Beispiel zu den Themen: Vermeidung von Baustellenabfällen, Vermeidung von Downcycling, Verminderung des CO2-Ausstoßes, Einsparung von Primärenergie, Einsparung von Rohstoffen, Qualifikation und Bildung im Umweltbereich. Um dies zu erreichen betreibt der Verein Aufklärung in Sachen umweltgerechtes Planen und Bauen und des umweltgerechten Rückbaus und baut Kommunikationsstrukturen auf. Mitglieder des Vereins sind unter anderem die Bauteilbörsen. Die Aktivitäten in Zusammenarbeit mit der RWB wurden seit 2006 dreimal von der Unesco "Nachhaltiges Lernen" ausgezeichnet. 2020 erhielt der Bundesverband bauteilnetz Deutschland den Hans Sauer Award 2020 "Designing Circularity in the Built Environment".

Ute Dechantsreiter, Architektin, Dipl.-Ing., Bundesverband bauteilnetz Deutschland e.V., Geschäftsführender Vorstand, Feldstr. 10, 28203 Bremen, Tel.: (0421) 706058, Email: info@bauteilnetz.de, www.bauteilnetz.de

4-Hochschule Bremen
Recycling und die nachhaltige Verwendung von Baustoffen sind ein Themenschwerpunkt in Forschung und Lehre der Fakultät Architektur, Bau und Umwelt an der Hochschule Bremen. Das Labor für Baustofftechnologie wurde 1993 gegründet und wird von Herrn Prof. Dr.-Ing. Daniel Ufermann-Wallmeier, Professor für Baustofftechnologie an der HSB und stellvertretender Direktor der Amtlichen Materialprüfungsanstalt der Freien Hansestadt Bremen / GB Leibniz-IWT, geleitet. Es ist eng in die Ausbildung der Studierenden des Studiengangs Bauingenieurwesen eingebunden und vermittelt in Demonstrationsvorlesungen beziehungsweise in praktischen Übungen wichtige physikalische und chemische Kenngrößen nachhaltiger Baustoffe. Neben der Ausbildung hat das Labor der Hochschule Bremen bereits seine Kompetenzen – speziell im Bereich der Strukturanalyse von pulverförmigen Baustoffen und Dauerhaftigkeitsuntersuchungen – gemeinsam mit der MPA Bremen und der Forschungsvereinigung Recycling und Wertstoffverwertung (RWB) e.V. in diversen FuE-Projekten erfolgreich eingebracht. In diesem Zusammenhang ist insbesondere das öffentlich geförderte Projekt "Aufbereitung flüssiger Hochofenschlacken zur Erzeugung CO2-emissionsarmer hydraulisch gebundener Baustoffe" zu nennen. Ein weiterer nachhaltiger Forschungsschwerpunkt sind innovative Baustoffe und alkalisch aktivierte Bindemittel.

Hochschule Bremen, City University of Applied Sciences, Prof. Dr.-Ing. Daniel Ufermann-Wallmeier, Fakultät 2, Abt. Bau und Umwelt, Baustofftechnologie, Neustadtswall 30, 28199 Bremen, Tel.: (0421) 5905-2304, E-Mail: Daniel.Ufermann-Wallmeier@hs-bremen.de, www.hs-bremen.de]

Mit Unterstützung von:
-Klimaschutzagentur energiekonsens
Bremer Energie-Konsens gGmbH
Gemeinnützige Klimaschutzagentur für das Land Bremen.
Beratungen von Unternehmen, Einrichtungen und Privatpersonen, wie sie ihren CO₂-Fußabdruck mit Hilfe von erneuerbaren Energien, Energieeffizienzmaßnahmen und nachhaltigen Verhaltensweisen optimieren können. Geschäftsstellen sind in Bremen und Bremerhaven.

Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen das Foto zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Ulrich Reiss
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Ansprechpartner für die Medien:
Laura Blode, Veranstaltungsmanagement, Bremer Energie-Konsens GmbH, Am Wall 172/173 (Eingang Ostertorswallstr. 66/67), 28195 Bremen, Tel.: (0421) 37 66 71-53, E-Mail: blode@energiekonsens.de, www.energiekonsens.de

Ansprechpartner für die Medien:
Jens Tittmann, Pressesprecher bei der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Tel.: (0421) 361-6012, E-Mail: jens.tittmann@umwelt.bremen.de