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Die Senatorin für Kinder und Bildung

„Leistung macht Schule“ – Netzwerk zur Begabungsförderung

Zehn Bremer und Bremerhavener Schulen im Programm / Bundesweite Vorreiterrolle

26.02.2018

Wie können leistungsstarke und potenziell leistungsfähigere Schülerinnen und Schüler so gefördert werden, dass sie ihr Können bestmöglich zur Entfaltung bringen? Diese Frage stellt sich bundesweit an Schulen – so auch in Bremen und Bremerhaven.

Mit einem umfassenden Fachtag am Landesinstitut für Schule wurde jetzt der Startschuss für das Bund-Länder-Projekt „Leistung macht Schule“ (LemaS) und eine durchgängige Begabungsförderung gegeben. In Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sollen bundesweit 300 Schulen zu begabungsfördernden Schulen qualifiziert werden, drei davon im kleinsten Bundesland. Das Projekt hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Die Evaluation der Maßnahmen erfolgt durch ein Wissenschaftskonsortium, das vom Bundesbildungsministerium beauftragt wurde.

Doch die Bremer und Bremerhavener wollen mehr. Ziel im Bundesland Bremen ist es, möglichst viele Schulen zu begabungsfördernden Institutionen weiterzuentwickeln. So wurden zu den drei „LemaS-Schulen“ bereits zu Beginn des Projektes vier Standorte mit Schulverbünden (insgesamt zehn Schulen) ausgewählt, an denen die Begabungsförderung bestmöglich realisiert werden soll. Bremen nimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Um den Entwicklungsmöglichkeiten der leistungsstarken Schülerinnen und Schülern besser gerecht zu werden, sollen die Professionalität der Lehrkräfte weiter gestärkt, die Beratungsangebote an Schulen qualitativ verbessert und leistungsfördernde Angebote in Schulen geschaffen werden, die dies bestmöglich unterstützen. Insbesondere die Förderung von Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und die Förderung von Mädchen mit besonderen Begabungen im MINT-Bereich sollen dabei in den Fokus rücken.

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Claudia Bogedan spricht ein Grußwort zum Fachtag Begabungsförderung im LIS

Ein Bremer Schwerpunkt ist die Vernetzung der Schulen an den jeweiligen Standorten, sodass die Durchgängigkeit der Begabungsförderung strukturell angelegt wird. „Wichtig ist es, dass Stärken der Kinder erkannt werden und dann entsprechend gefördert werden können, möglichst ohne Brüche in der Bildungsbiografie. Wichtig ist es aber auch, Talente auf den zweiten Blick zu erkennen. Nicht immer ist das Können eines Kindes oder eines Jugendlichen offensichtlich. Im nächsten Schritt ist geplant, neben der Ausweitung der Standorte auch Kitas einzubeziehen, um eine Durchgängigkeit von der Kita bis zum Schulabschluss zu erreichen. Das bedeutet auch, dass wir langfristig die Sekundarstufe II einbeziehen wollen.“, sagt Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung.

Der Aufbau des Bremer Netzwerkes wird durch die Karg-Stiftung unterstützt. Die Karg-Stiftung hatte bereits das bundesweit für Aufmerksamkeit sorgende Projekt „Hochbegabung inklusiv“ der Oberschule Koblenzer Straße und Grundschule Pfälzer Weg erfolgreich geleitet und begleitet. Weitere Akteure aus dem Bereich Begabungsförderung, wie zum Beispiel die „Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind“ und weitere Stiftungen haben Interesse signalisiert, ihre Kompetenzen in das Netzwerk mit einzubringen. Um alle Aktivitäten im Bereich der Begabungsförderung zu koordinieren, wird zum nächsten Schuljahr eine „Vernetzungsstelle Begabungsförderung“ gegründet.

Dr. Olaf Steenbuck (Karg-Stiftung) und Prof. Dr. Simone Seitz (Forschungsverbund LemaS, Universität Paderborn) äußerten sich während des Fachtages im LIS lobend über die bereits bestehende und weitergehend angestrebte Begabungsförderung im Bundesland Bremen. Es sei besonders schnell gelungen, das Vorhaben der Kultusministerkonferenz und des Bundesbildungsministeriums umzusetzen und Schulen für das Projekt zu begeistern. Eine besondere Würdigung fand die geplante Durchgängigkeit von der Kita bis zum Schulabschluss.

In der Stadt Bremen nehmen folgende Verbünde am Projekt teil:
1. Grundschule Baumschulenweg und Oberschule Barkhof (beide Schulen sind auch im Bund-Länder-Projekt LemaS verankert)
2. Grundschulen Alfred-Faust-Straße, Arsten und Stichnathstraße sowie das Gymnasium Links der Weser
3. Grundschule Melanchthonstraße und Oberschule Waller Ring

In der Stadt Bremerhaven nimmt folgender Verbund am Projekt teil:
1. Altwulsdorfer Schule (auch im Bund-Länder-Projekt LemaS verankert) und Paula-Modersohn-Schule
Am bereits qualifizierten Standort im Bremer Osten (Grundschule Pfälzer Weg, Oberschule Koblenzer Straße) soll die „Vernetzungsstelle Begabungsförderung“ angesiedelt werden.

Foto: Pressereferat, Die Senatorin für Kinder und Bildung