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Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Verkehrssenator Lohse setzt Concordia-Gutachten um

Parkverbot zwischen 7 und 10 Uhr werktags sowie dauerhaftes Halteverbot an Haltestelle sorgt für mehr Sicherheit bei gleichbleibendem Verkehrsaufkommen

19.10.2015

Bremens Verkehrssenator Joachim Lohse hat jetzt Konsequenzen aus den Ergebnissen eines Gutachtens zum Concordia-Tunnel gezogen. Künftig wird das Parken zwischen Holleralle und Bismarckstraße stadteinwärts werktags von 7 bis um 10 Uhr untersagt. Zudem gibt es ein dauerhaftes absolutes Halteverbot zwischen Richard-Wagner- und Parkstraße. "Das Gutachten hat deutlich gezeigt, dass wir so einen besseren Verkehrsfluss in der morgendlichen Rushhour erzielen, mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger erhalten und trotzdem die Verkehrsmenge im Stadtteil nicht erhöhen. Da dieses Gutachten im Konsens aller beim Verkehrsentwicklungsplan Beteiligten in Auftrag gegeben worden ist, gehe ich davon aus, dass die empfohlene Neuregelung nun auch breit getragen wird."

Untersucht wurde durch das renommierte Verkehrsplanungsbüro SHP Ingenieure aus Hannover, welche Auswirkungen stadteinwärts jeweils morgens zwischen 7 und 10 Uhr das Parken zwischen Hollerallee und dem Ausgang der Unterführung hat. Ergebnis des Gutachtens: Wenn das Parken erlaubt ist, benötigt der Individualverkehr im Durchschnitt etwa 25 Sekunden mehr Zeit für die Durchfahrt auf der knapp einen halben Kilometer langen Strecke (71 statt 47 Sekunden). Zudem verschlechtern parkende Autos die Sicht für Fußgänger und Radfahrer, die die Straße queren oder die Straßenbahnhaltestelle erreichen wollen. Vor allem jedoch hat sich gezeigt, dass das Verkehrsaufkommen unabhängig von der Frage, ob das Parken erlaubt ist oder nicht, praktisch konstant ist.

Das Gutachten zum Concordia-Tunnel war aufgrund eines Vorschlags, den Verkehrssenator Lohse im Lenkungskreis zum Verkehrsentwicklungsplan eingebracht hatte, in Auftrag gegeben worden. Um die Verkehrsführung in diesem zweiten Streckenabschnitt der Erweiterung der Schwachhauser Heerstraße gab es bereits seit der Fertigstellung im Jahr 2010 unterschiedliche Auffassungen in der Stadt.

"Die ursprüngliche Auseinandersetzung basierte auf einem vermuteten Interessenkonflikt zwischen dem übergeordneten Verkehr und den Stadtteilinteressen", erinnert Lohse. "Jetzt zeigt sich, dass nicht nur die – durchaus verständliche – Sorge des Beirats vor einer Verkehrszunahme unbegründet war, sondern dass durch die erleichterte Querung zu Fuß und per Rad auch die Nahmobilität im Stadtteil vom Parkverbot in der morgendlichen Rushhour profitiert."