Deutlich mehr befallende Bäume als im Vorjahr
12.06.2026In Bremen sind aktuell an vielen Bäumen rot-weiße Bänder mit der Aufschrift „Achtung Eichenprozessionsspinner“ zu sehen. Der Umweltbetrieb Bremen (UBB) hat diese Markierungen angebracht, um gemeinsam mit Fachfirmen befallene Bäume schnell zu erkennen und gezielt zu handeln.
Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft sowie die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz informieren darüber, was die aktuelle Situation ist und worauf die Bürgerinnen und Bürger achten sollten.
Der Eichenprozessionsspinner breitet sich seit einigen Jahren auch im Norden Deutschlands aus und ist inzwischen im gesamten Stadtgebiet von Bremen zu finden. Es gibt keine einzelnen Hotspots mehr – betroffen sind alle Stadtteile. Der Umweltbetrieb Bremen verzeichnet jetzt schon, mit Beginn der Schlupfzeit im Laufe des Mais, mehr befallene Bäume als im gesamten Vorjahr. 2025 hat der Umweltbetrieb Bremen knapp 900 Sichtungen des Eichenprozessionsspinners verzeichnet.
Als ein Grund für diese Entwicklung kann der Klimawandel gesehen werden: Durch ein warmes Frühjahr schlüpfen die Raupen früher und entwickeln sich schneller. Steigende Durchschnittstemperaturen begünstigen das Überleben von Eiern und Larven. Gleichzeitig setzen längere Trockenperioden die Bäume unter Stress und machen sie anfälliger für einen Befall. Allgemein kann ein starker Befall durch den Eichenprozessionsspinner zu Kahlfraß an Eichen führen, was die Bäume schwächt.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners entwickeln im Laufe ihres Zyklus feine Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten. Dieses kann bei Menschen starken Juckreiz, Hautausschläge und in manchen Fällen auch Atembeschwerden oder Augenreizungen auslösen. Besonders häufig treten Symptome wie starker Juckreiz, Quaddeln oder brennende Hautstellen auf. In seltenen Fällen kann es sogar zu schweren allergischen Reaktionen kommen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Allergien, Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen sowie Kinder und ältere Menschen, da sie auf die Brennhaare oft empfindlicher reagieren. Die Brennhaare können zudem durch den Wind über größere Entfernungen verbreitet werden und auch ohne direkten Kontakt mit den Raupen Beschwerden verursachen.
Für die Beseitigung der Nester sind grundsätzlich die Eigentümerinnen und Eigentümer der jeweiligen Bäume verantwortlich. Der Umweltbetrieb Bremen kümmert sich um Straßenbäume, Bäume in städtischen Grünanlagen und – je nach Gefährdungspotenzial – auch um Bäume an öffentlichen Einrichtungen. Die Entfernung übernehmen spezialisierte Fachfirmen. Aktuell sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltbetrieb Bremen mit besonders wachsamem Blick im öffentlichen Grün unterwegs und markieren Bäume, an denen Eichenprozessionsspinner gesichtet wurden. Aufgrund des aktuell sehr hohen Aufkommens sind die Einsatzkräfte der Fachfirmen im Dauereinsatz, um die Nester möglichst schnell und gezielt zu entfernen. Vorrangig behandelt werden dabei Orte mit hoher öffentlicher Nutzung wie Kitas, Schulen, Spielplätze und Parks, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen.
Wer Raupen oder Nester entdeckt, sollte diese auf keinen Fall selbst entfernen. Hinweise zu befallenen Bäumen im öffentlichen Raum nimmt der Umweltbetrieb Bremen unter office@ubbremen.de entgegen. Das Gesundheitsamt Bremen ist unter eichenprozessionsspinner@gesundheitsamt.bremen.de, eichenprozessionsspinner@gesundheitsamt.bremen.de erreichbar. Für private Flächen sind die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer zuständig. Eine Meldepflicht besteht nicht.
Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft sowie die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz und das Gesundheitsamt Bremen raten, gerade im Juni und Juli den Aufenthalt unter Eichen – insbesondere bei Warnhinweisen – zu vermeiden. Nach Kontakt mit den Brennhaaren wird empfohlen, Kleidung vorsichtig zu wechseln, zu duschen und die Kleidung möglichst heiß zu waschen. Kratzen oder Reiben der betroffenen Hautstellen sollte vermieden werden, um die Haare nicht weiter zu verteilen.
Der Name des Eichenprozessionsspinners geht auf die Eigenart dieser Raupen zurück, in geselligen Gruppen zu leben und während der Nahrungssuche als Verband von mehreren Tieren hintereinander herzuziehen – ähnlich wie in einer Prozession. Sie fressen vor allem Eichenblätter. Junge Eichen, die aus anderen Regionen stammen, können somit zur weiteren Ausbreitung beitragen. Auch die Falter spielen eine Rolle bei der Verbreitung: Sie fliegen bevorzugt in Richtung von Lichtquellen wie Straßenlaternen, Flutlichtanlagen und beleuchteten Fenster. Außerdem liebt der Eichenprozessionsspinner die Wärme. Er nutzt zur Eiablage daher überwiegend freistehende Bäume, die in der Sonne stehen. Betroffen sind oft Eichen an Waldrändern, in Parks, Sportplätzen, Schwimmbädern sowie zum Beispiel auch auf dem Außengelände von Schulen und Kindergärten. In geschlossenen Wäldern tritt der Eichenprozessionsspinner hingegen seltener auf.
Weitere Informationen gibt es unter www.umweltbetrieb-bremen.de/unser-betrieb/aktuelles/eichenprozessionsspinner
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