Idee zum Kunstwerk entstand vor 25 Jahren nach den Anschlägen in den USA
11.09.2026Den offiziellen Namen "Rembertitunnel" kennt und nutzt in Bremen kaum noch jemand. Der Titel "Friedenstunnel" hat sich weitgehend eingebürgert. Heute (11. September 2026) feiert der Friedenstunnel sein 25-jähriges Jubiläum. So lange gibt es ihn zwar noch nicht. Doch die Terroranschläge in New York und Washington am 11. September 2001 waren der Auslöser seiner Entstehung. An der Feier nahm auch Bürgermeister Andreas Bovenschulte teil.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Als die Welt in Schockstarre auf die Terroranschläge auf das World-Trade-Center und das Pentagon blickte, tief verunsichert und verängstigt, was nun kommen würde, wurde hier bei uns in Bremen eine wundervolle Idee geboren: die des Friedenstunnels. Die Friedenstaube mit dem Bremer Schlüssel im Schnabel über der Einfahrt, die Mosaike des Wortes 'Frieden' in 135 Sprachen, die schöne Beleuchtung, die 82 Texttafeln zu 'Frieden' und 'Religion' haben einen Ort der Hoffnung geschaffen, der seines Gleichen sucht. Nicht nur hier in Bremen."
Die Initiative zur Schaffung des Friedenstunnels geht auf die Bremer Künstlerin Regina Heygster zurück. Sie wurde dafür inzwischen mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz. Sie ist bis heute Vorsitzende des hinter dem Projekt stehenden Vereins. Der betätigt sich auch mit anderen Projekten und Formaten in der Friedensarbeit: Im Tunnel mit regelmäßigen Konterten und Führungen, an Schulen mit dem Projekt "Frieden fängt klein an" und auch mit der jährlichen Diskussionsveranstaltung "Frieden konkret" im Kaminsaal des Rathauses.
In seiner Rede dankte Bovenschulte so auch Regina Heygster und allen anderen an dem Projekt Beteiligten und Engagierten für ihren anhaltenden Einsatz. Denn von der Idee bis zur Realisierung war es ein längerer Weg. Tatsächlich eingeweiht wurde der Friedenstunnel Bremen 2015. Bovenschulte: "Danke Ihnen allen für dieses nachhaltige, mitunter hartnäckige, auf jeden Fall immer mit viel Herzblut betriebene Engagement." Die Anschläge vom 11. September hätten vielen Menschen vor Augen geführt, wie zerbrechlich Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt sein könnten. Die Reaktion darauf hätte Resignation sein können. Doch: "Krisen kann man auch als Chance begreifen, etwas Neues entstehen zu lassen. Der Friedenstunnel ist ein beeindruckendes Beispiel dafür. Aus der Erfahrung von Gewalt und Terror ist ein Ort entstanden, der für das Gegenteil steht: für Begegnung, Austausch und Verständigung."
Der Friedenstunnel stehe so symbolisch für eine wichtige Erkenntnis: "Frieden entsteht nicht allein durch große politische Vereinbarungen. Frieden beginnt auch dort, wo Menschen einander zuhören. Wo Unterschiede ausgehalten werden. Wo wir versuchen, die Perspektive des anderen zu verstehen. Und wo wir trotz aller Verschiedenheit das Gemeinsame suchen." Er ist daher mehr als ein Kunstwerk, er sei die Einladung an alle, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen das Foto zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Senatspressestelle
Foto-Download (jpg, 881.4 KB)
Ansprechpartner für die Medien:
Christian Dohle, Pressesprecher des Senats, Tel.: (0421) 361-2396, E-Mail: christian.dohle@sk.bremen.de