Senatorin Müller pflanzt für ein grünes Quartier und setzt ein Zeichen für "Bremen pflastert ab!"
08.09.2026Im Rahmen des Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz und der Bremischen Biodiversitätsstrategie 2030 wird der ursprünglich vollversiegelte Lucie-Flechtmann-Platz weiter entsiegelt und ökologisch aufgewertet. Im August 2026 wurden rund 750 Quadratmeter Pflasterfläche entfernt. Auf der neu gewonnenen Fläche konnten nun im Rahmen von sogenannten Mitmachbaustellen Trockenmauern und Sitzgelegenheiten aufgestellt, eine Benjeshecke angelegt sowie heimische Stauden und Gehölze gepflanzt werden.
Auch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Dr. Henrike Müller, hat am Dienstag (8. September 2026) mit angepackt und das Quartier begrünt: "Die Entsiegelung des Lucie-Flechtmann-Platzes ist ein zusätzlicher Erfolg für 'Bremen pflastert ab'. Damit schaffen wir mehr Raum für Natur, Begegnung und ein gutes Stadtklima. Jeder Quadratmeter, der abgepflastert wird, macht Bremen lebenswerter und resistenter angesichts der Klimakatastrophe. Wir müssen unsere Stadt besser vor Hitze schützen und dafür sorgen, dass das Wasser bei Starkregen versickern kann. Besonders klasse an diesem Projekt ist, dass die Anwohner:innen hier ehrenamtlich anpacken, und den Wandel mitgestalten."
Die großen Entsiegelungen auf öffentlichen Flächen, wie die Umgestaltung der Kleinen Lucie, werden aktuell bei Bremen pflastert ab noch nicht mitgezählt. Sobald diese Flächen in die Bilanz einfließen, wird Bremens Beitrag zum bundesweiten Wettbewerb noch deutlicher sichtbar und die Platzierung weiter gestärkt. Die Entsiegelung und ökologische Umgestaltung des südlichen Teils des Lucie-Flechtmann-Platzes (die sogenannte Kleine Lucie) wird im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz des Bundes gefördert, in dessen Rahmen die Stadt Bremen zusammen mit dem Kultur-Pflanzen e.V. erfolgreich in 2025 eine Förderzusage erhalten hat. Die Eigenmittel kommen aus der Bremischen Biodiversitätsstrategie 2030.
Die Idee des Abpflasterns stammt aus den Niederlanden. Dort werden seit 2020 beim Wettbewerb "NK Tegelwippen" entfernte Pflastersteine gezählt, um Klimaanpassung und Biodiversität zu fördern. Initiiert von der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz (HfGG) gibt es seit 2025 auch in Deutschland einen bundesweiten Wettbewerb mit "Abpflastern".
Mit "Bremen pflastert ab!" bringt die Stadt diesen Ansatz auf die lokale Ebene und ruft dazu auf, direkt vor der eigenen Haustür aktiv zu werden. "Bremen pflastert ab!" wird von der Bremischen Naturschutzbehörde und dem Regionalbüro Natürlicher Klimaschutz im Land Bremen gesteuert und von einem breiten Akteursnetzwerk unterstützt.
Die Aktion läuft bislang sehr erfolgreich. Aufgrund der großen Nachfrage wurde auch der Pflasterlaster verlängert: Für eingereichte Beiträge organsiert die Stadt nach wie vor den kostenlosen Abtransport des entsiegelten Materials.
Aktuell sind 38 gültige Beiträge von Bremerinnen und Bremern eingegangen, mit denen insgesamt 950 Quadratmeter entsiegelt sind (Stand 19. August 2026). Das Besondere: Es handelt sich ganz überwiegend um kleine private Flächen, wie Vorgärten oder Terrassen. Große Entsiegelungen, die mit Förderungen aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz 2026 auf öffentlichen Flächen umgesetzte werden (dazu zählt auch die Entsiegelung der Kleinen Lucie) sind dagegen noch nicht mitgezählt.
Damit steht Bremen momentan in der Liga der Großstädte bundesweit auf dem zweiten Platz (Stand 26. August 2026, abpflastern.de) hinter Ingolstadt.
"Bremen pflastert ab!" läuft, wie der Bundeswettbewerb noch bis zum 31. Oktober 2026. Die Siegerehrung findet im November im Festsaal der Bürgerschaft durch Henrike Müller statt.
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