Nachhaltige Bauweise inspiriert von der Natur erhält Förderung durch das AUF-Programm
21.08.2026Das AWI-Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und die Städtische Wohnungsgesellschaft der Stadt Bremerhaven (Stäwog) erhalten eine Förderung von rund 470.000 Euro für das innovative Wissenschaftsprojekt "Oceans 4" aus Mitteln des Förderprogramms Angewandte Umweltforschung (AUF) von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, kofinanziert von der Europäischen Union. Das Projekt zur Entwicklung nachhaltiger Glasbausteine für den Hochbau nach dem Vorbild mariner Organismen zeigt exemplarisch, wie angewandte Umweltforschung durch gezielte Förderung gemeinsam mit Praxispartnern bis zur konkreten Bauanwendung weiterentwickelt werden kann.
"Mit der Anwendung der Glasbausteine in einem aktuellen Bauprojekt kann das AWI in seiner Forschung echte Praxisdaten sammeln und diese direkt in die Weiterentwicklung der Leichtbaustrukturen einfließen lassen, während die STÄWOG von nachhaltigen und innovativen Baumaterialien auf ihrem Weg zur klimaneutralen Architektur von morgen profitiert", so Nils Schnorrenberger, Geschäftsführung BIS.
Die neuartigen Wandmodule vereinen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit: Sie sind extrem leicht, mechanisch tragfähig, hoch wärmedämmend und verbrauchen bis zu 85 Prozent weniger Glas als herkömmliche Fenstersysteme. Durch den Einsatz nachhaltiger Materialien wie Aerogel, Hanf und Ziegel leistet das Projekt einen erheblichen Beitrag zur CO2-Reduktion im Bauwesen.
Das Projekt hat auch in Bremen Aufmerksamkeit erregt: Der Staatsrat im Umweltressort, Jan Fries, ließ sich das Vorhaben persönlich präsentieren und zeigte sich beeindruckt von der innovativen Verbindung aus Meeresforschung, Klimaschutz und regionalwirtschaftlicher Entwicklung. "Diese innovativen Glasbausteine sind ein Paradebeispiel für das nachhaltige Bauen der Zukunft. Sie sind leicht, ressourcenschonend und kreislauffähig", so Fries.
Ein zentraler Erfolgsfaktor war die frühzeitige Einbindung der BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven und die systematische Vorbereitung des Förderantrags. Das Projekt baut auf erfolgreichen Vorläuferprojekten auf und wurde bereits mit dem Nachhaltigkeitspreis der Metropolregion Nordwest 2024 ausgezeichnet.
Langfristig ist eine Ausgründung in Bremerhaven geplant, die hochwertige Kleinserien herstellt und qualifizierte Arbeitsplätze in der Region schafft. Die ersten Prototypen sollen in öffentlichen Gebäuden in Bremerhaven, eingebaut werden.
Das Förderprogramm Angewandte Umweltforschung unterstützt innovative Wissenschaftsprojekte, die dazu beitragen, die natürliche Umwelt zu schützen und die Lebensqualität zu erhalten. Gleichzeitig stärkt das Programm Forschung, die Impulse für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung im Land Bremen und in der Region gibt.
Das Förderprogramm hat folgende Ziele:
Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de