Nord-West Awards würdigen Menschen und Projekte, die mit neuen Ideen die Region prägen.
21.08.2026Mit gleich 14 Finalprojekten war die Auswahl bei den diesjährigen Nord-West Awards so groß wie nie zuvor. Die hohe Qualität der Bewerbungen machte die Entscheidung für die Jury entsprechend anspruchsvoll. Gleichzeitig sind die nominierten Projekte so vielfältig wie die Region selbst und machen deutlich, dass zukunftsweisende Ideen in den unterschiedlichsten Bereichen entstehen – oft direkt vor unserer Haustür. Bereits zum siebten Mal kürt die Metropolregion Nordwest "Die Besten im Nordwesten" und zeichnet damit vier lokale Projekte in den Kategorien sozialer Zusammenhalt, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Innovationskraft aus.
Eduard Dubbers-Albrecht, 1. Vorsitzender der Metropolregion Nordwest fasst das Juryurteil zusammen: "Diese Ideen verdienen Sichtbarkeit und stehen stellvertretend für viele engagierte Menschen, die unsere Region aktiv mitgestalten. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern der hkk Krankenkasse, der Nehlsen AG, der EWE AG und swb AG sowie dem Landkreis Cloppenburg möchten wir den Menschen hinter den Projekten die Anerkennung geben, die ihnen zusteht."
Gut 120 Gäste fanden sich am gestrigen Donnerstag (20. August 2026) im Museumsdorf Cloppenburg zur feierlichen Preisverleihung ein. Eine gewisse Anspannung war spürbar, doch die Vorfreude überwog bei den 14 Finalistinnen und Finalisten, die aus mehr als 100 Bewerbungen, den Sprung ins Finale geschafft hatten. Mit leeren Händen musste aber ohnehin keiner von ihnen nach Hause gehen: Während die Gewinner-Projekte je 5.000 Euro erhielten, waren Platz zwei mit 3.000 Euro und Platz drei mit 2.000 Euro dotiert.
Özlem Ünsal, Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung: "Der Nord-West Award zeichnet dieses Jahr vier Projekte aus und fördert damit ein ganz breites Spektrum. Angefangen beim Halten junger Fachkräfte in der Region über Demokratieförderung und die Vermittlung praktischen Wissens zum Klimawandel bis hin zur Nachbarschafts- und Kulturinitiative. Damit unterstützen wir in unserer Region Zusammenhalt, Innovationskraft und Zukunftsperspektiven."
Gewinner des Nord-West Awards, der unter dem Motto "NordWest.Zusammenhalt" gesellschaftliches Engagement auszeichnet, ist das Projekt "STARK! von der Schule ins berufliche Leben" aus dem Landkreis Cloppenburg. Das Projekt des Vereins pfiffikus setzt sich für eine praxisnahe Berufsorientierung junger Menschen ein. "Der Fachkräftemangel trifft besonders den ländlichen Raum. Stark! bringt Jugendliche und Unternehmen zusammen: Junge Menschen entdecken regionale Berufsperspektiven, Betriebe lernen potenzielle Fachkräfte kennen – eine Win-win-Situation für die gesamte Region", unterstreicht Melanie Walter, Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung.
Der zweite Platz ging an das Projekt "Demokratie-Visionen". Die junge Oldenburger Initiative möchte zu mehr Dialog und demokratischer Partizipation anregen und hat dafür unter anderem eine kollaborative Ausstellung konzipiert. Der dritte Platz in der Kategorie NordWest Awards wurde in diesem Jahr gleich zwei Mal vergeben: Das Projekt "Future Now! Metropolregion Nordwest" ist eine gemeinsame Initiative des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung und des Instituts für angewandte Medienforschung der Hochschule Bremen. In interaktiven Mitmachformaten an Schulen, in Betrieben oder bei öffentlichen Veranstaltungen klären die Polarforscherinnen und -forscher über den Klimawandel auf. Der zweite dritte Platz ging an das Projekt WERK. In einem fünfstöckigen Altbau entsteht im Bremerhavener Stadtzentrum ein Kultur- und Praxisforschungszentrum, das mit verschiedenen Bildungsangeboten als offener Begegnungsraum neue Formen des Zusammenlebens schafft.
Der Gesundheits-Award, der mit finanzieller Unterstützung der hkk Krankenkasse ausgelobt wird, konzentriert sich auf Gesundheits- und Präventionsinitiativen. Das Gewinnerprojekt "BeBe Robot" der Bremer Medienagentur vomhörensehen fragt mithilfe eines selbst entwickelten Mixed-Media-Planspiels, wie die Zukunft der Pflege im Jahr 2050 aussehen könnte. "Das Projekt bringt Akteurinnen und Akteure aus den verschiedenen Bereichen der Pflege an einen Tisch, um gemeinsam über Szenarien für eine KI- und robotikgestützte Pflege der Zukunft zu diskutieren. Die wissenschaftliche Begleitung schafft eine fundierte Datengrundlage, macht Bedarfe sichtbar und schafft so einen großen Mehrwert", betont Jessica Probst, Vorständin der hkk Krankenkasse.
Den zweiten Platz in der Kategorie Gesundheit belegte die Bremer Initiative "#NOTALONE", die sich mithilfe von Kampagnen im öffentlichen Raum für eine Enttabuisierung von mentaler Gesundheit einsetzt. Der dritte Platz ging an das Projekt "Gut begleitet von Anfang an" der Jade Hochschule in Oldenburg. Das Projekt entwickelt Fortbildungen für Geburtshelferinnen und -helfer, um Frauen in der oft langen Anfangsphase der Geburt (Latenzphase) strukturiert zu unterstützen.
Der seit 2020 mit Unterstützung der Nehlsen AG verliehene Nachhaltigkeits-Award ging in diesem Jahr an "HY.City.Bremerhaven". Das Unternehmen Green Fuels realisiert in Bremerhaven ein privatwirtschaftliches, ganzheitliches Wasserstoffökosystem für die Mobilität. "Das Projekt führt alle Komponenten des Wasserstoffkreislaufs zusammen – von grüner Erzeugung, über Speicherung, bis hin zur öffentlichen Betankung an der Wasserstoffzapfsäule. So wird der Zukunftsenergieträger Wasserstoff im Alltag konkret nutzbar, denn auch der ÖPNV in Bremerhaven wird durch die Versorgung der Wasserstoffbusse nachhaltiger", so Lutz Siewek, Prokurist der Nehlsen AG.
Der zweite Platz in der Kategorie Nachhaltigkeit ging an die "Mobile Lernwerkstatt der Jade Hochschule". Die Lernwerkstatt ist ein innovatives Bildungs- und Demonstrationsprojekt für nachhaltiges Bauen, das gemeinsam von Studierenden aus Oldenburg, Österreich und Finnland konzipiert und umgesetzt wurde. Mit dem dritten Platz zeichnete die Jury gleich zwei Projekte aus: Die Firma Zeppelin Power Systems aus Achim hat einen wasserstoffbetriebenen "Brennstoffzellen-Stromgenerator" entwickelt, der sich fleixbel an temporären Einsatzorten wie Baustellen oder Stadtfesten einsetzen lässt und so eine klimafreundliche, geräuscharme Alternative zu Dieselgeneratoren bietet. Den zweiten dritten Platz erhielt das Projekt "Licht aus Algen" der Hochschule Bremerhaven. Das Institut Eco-Materials forscht dort an sogenannten biolumineszenten Algen und entwickelt eine algenbasierte, klimaneutrale Leuchte für den öffentlichen Raum.
Der Weiterdenker-Award wird gemeinsam von der EWE AG und swb AG verliehen und ging in diesem Jahr an das "H2-O2-Pionierkraftwerk" der Jade Hochschule in Wilhelmshaven, bei dem Wasserstoff besonders sauber mit reinem Sauerstoff verbrannt wird. "Das Projekt steht beispielhaft für die Innovationskraft unserer Region. Das Institut für nachhaltige Energieversorgung der Jade Hochschule greift aktuelle Herausforderungen der Energietechnik auf und entwickelt bestehende technische Ansätze weiter. Diese Verbindung aus Forschungsstärke, Praxisnähe und Innovationskraft wollen wir mit dem Weiterdenker-Award sichtbar machen", erklärt Dr. Karsten Schneiker, Vorstandssprecher der swb AG.
Der zweite Platz wurde beim Weiterdenker-Award doppelt vergeben, da die Projekte thematisch ineinandergreifen. Das Preisgeld von je 3.000 Euro erhielten einmal die "Drone Days", die jährlich an den Flughäfen in Bremen und Hatten veranstaltet werden, sowie andererseits das internationale Kooperationsnetzwerk "ZIM Innovationsnetzwerk dronesky.digital". Beide Projekte setzen sich für den autonomen Luftverkehr ein, bringen relevante Stakeholder zusammen und möchten den Nordwesten aktiv als zukunftsfähigen Standort der Drohnentechnologie gestalten.
Begleitet wurde die von Katharina Guleikoff moderierte Preisverleihung durch das Rahmenprogramm der Cloppenburger Musikschule im stimmungsvollen Dorfkrug des Freilichtmuseums Cloppenburg, das in authentischer Atmosphäre zum Entdecken und Verweilen einlud.
Alle zwei Jahre können sich regionale Akteurinnen und Akteure mit ihren vorbildlichen Ideen, Initiativen oder Projekten um einen der begehrten Nord-West Awards bewerben. Auch in 2026 werden vier Preise in Höhe von insgesamt 40.000 Euro von der Metropolregion Nordwest vergeben – der Nord-West Award, der Gesundheits-Award, der Nachhaltigkeits-Award sowie der Weiterdenker-Award. Alle vier Awards sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Die erstplatzierten Projekte erhalten je 5.000 Euro, die zweitplatzierten erhalten je 3.000 Euro sowie die drittplatzierten schließlich je 2.000 Euro. Weitere Informationen unter: www.nordwest-awards.de
Ergänzende Informationen zu alle Preisträgerinnen und Preisträger enthält die als PDF beigefügte Übersicht. (pdf, 210.2 KB)
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