Klimainnovation aus Bremen: Forschungsprojekt erprobt die Speicherung industrieller Abwärme
20.08.2026Dr. Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, hat am Standort der swb Erzeugung GmbH in Bremen-Hastedt einen von Heatrix entwickelten Hochtemperatur-Wärmespeicher besucht. Der Prototyp ist Teil des Forschungsprojekts "NitroTES", das über das Bremer Programm zur Förderung anwendungsnaher Umwelttechniken (PFAU) unterstützt wird.
Ziel des Projekts ist es, Abwärme aus einem industriellen Nitrierprozess zu speichern und anschließend für die Wärmebehandlung von Stahl zu nutzen. Der Speicher verfügt über eine Kapazität von rund 1.000 Kilowattstunden, kann skaliert werden und ist für Temperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius ausgelegt.
Dr. Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Das Projekt zeigt, wie hier in Bremen aus Forschung konkrete Lösungen für den Klimaschutz entstehen. Wir setzen alles daran, jungen Unternehmen dafür die bestmöglichen Bedingungen zu bieten und Förderverfahren so weiterzuentwickeln, dass sie zu ihrer Realität passen. Denn gute Ideen sollen schnell den Weg in die Anwendung finden."
Das Verbundprojekt von Heatrix und dem IWT läuft von Mai 2025 bis Oktober 2026. Bei förderfähigen Kosten von rund 582.000 Euro wird es mit rund 408.000 Euro aus Mitteln des Landes Bremen und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.
Dr. Wei Wu, Geschäftsführerin und Mitgründerin von Heatrix: "Die Zusammenarbeit mit dem IWT gibt uns direkten Zugang zu aktuellem Forschungswissen und hilft uns, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen. Wir freuen uns sehr, dass daraus eine vielversprechende Lösung entstanden ist, die wir heute zeigen können."
Gerade für junge Technologieunternehmen können solche Forschungskooperationen zugleich mit besonderen Anforderungen verbunden sein. Vergabe- und Beschaffungsverfahren benötigen Zeit, während notwendige Ausgaben teilweise vorfinanziert werden müssen. PFAU fördert gezielt auch Verbundprojekte zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
[Ralf Stapp, Vorsitzender der Geschäftsführung der BAB –:] "Die Förderung mit Programmen wie PFAU schafft den entscheidenden Raum, in dem junge Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete Lösungen entwickeln können – und damit Innovationen schneller in die industrielle Anwendung bringen."
Heatrix entwickelt Technologien zur Elektrifizierung industrieller Hochtemperaturprozesse. Das Bremer Start-up will damit fossile Energieträger insbesondere in energieintensiven Branchen ersetzen. Der Standort bei swb in Hastedt bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, seine Technologien unter Bedingungen weiterzuentwickeln und zu demonstrieren, die größere elektrische Leistungen erfordern.
Das Forschungsprojekt "Entwicklung eines Hochtemperatur-Wärmespeichers – NitroTES" wird im Rahmen der Sonderausschreibung "Umweltinnovationen für den Klimaschutz" gefördert. Antragsteller ist die Heatrix GmbH, Verbundpartner das Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien (IWT).
Im späteren Anwendungsszenario kann Heatrix durch Rückführung und Speicherung von Abwärme den emissionsintensivsten Industrien wie Zement oder Stahl dazu verhelfen, ihre Energieeffizienz zu steigern und ihre CO2-Bilanz zu verbessern. Eine Steuerungs- und Regelungslogik soll dafür sorgen, dass Speicher und zusätzliche elektrische Wärmeerzeugung bedarfsgerecht zusammenspielen.
Das Projekt wird aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch das Land Bremen – die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft – im Programm zur Förderung anwendungsnaher Umwelttechniken (PFAU) gefördert und von der BAB als Förderstelle begleitet.
Mit diesem Programm unterstützt das Land Bremen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung und Erprobung von Umweltinnovationen. Gefördert werden unter anderem Vorhaben zur Einsparung von Energie und Materialien sowie zur Reduzierung von Emissionen. Auch Verbundprojekte von Unternehmen und Forschungseinrichtungen können unterstützt werden.
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