Freie Bahn für Kinder: Bremen macht Schulwege sicherer. Nach den Herbstferien startet an drei Bremer Schulen der Modellversuch "Schulstraßen". Straßen werden zeitweise für den Autoverkehr gesperrt. Dies sorgt für mehr Sicherheit, weniger Verkehrschaos und einen entspannteren Start in den Schultag. Erprobt wird das Modell für ein Jahr in Walle, Schwachhausen und Hemelingen.
Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, Özlem Ünsal, hebt hervor:
"Kinder sind die jüngsten Teilnehmenden im Straßenverkehr und brauchen deswegen den größten Schutz, bevor sie sich sicher im Straßenverkehr bewegen lernen. Mit den Schulstraßen geben wir ihnen für die letzten Meter den Raum zurück, den sich brauchen, um sicher anzukommen und früh zu lernen, den Weg alleine zu schaffen."
Kinder- und Bildungssenator Mark Rackles unterstreicht: "Schulstraßen sind ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit auf dem Schulweg. Wo viele Autos bis unmittelbar vor die Schule fahren, kann es für Kinder, die zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad kommen, schnell unübersichtlich und gefährlich werden. Mit den Schulstraßen wollen wir die Bring- und Abholsituation entzerren und Kindern einen sicheren Weg zur Schule ermöglichen."
Zurück geht der Pilot auf einen Antrag der Beirätekonferenz an die Stadtbürgerschaft vom 23. September 2025. Darin wurde der Senat aufgefordert, "in der Stadtgemeinde Bremen einen abgestimmten, einjährigen Modellversuch Schulstraßen im Schuljahr 2026/2027 auf den Weg zu bringen. Ausgangspunkt war der Wunsch, die Bring- und Abholsituation an Schulen sicherer und übersichtlicher zu gestalten. Die Situation an einzelnen Schulen wird als unsicher und insgesamt unbefriedigend wahrgenommen.
Die Stadtbürgerschaft überwies den Antrag am 9. Dezember 2025 zur weiteren Beratung an die zuständigen städtischen Deputationen – die städtische Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung (federführend) sowie an die städtische Deputation für Kinder und Bildung und an die städtische Deputation für Inneres.
Pilotversuch vor drei Grundschulen
Nachdem sich die Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung federführend
Mit dem Thema am 13. August 2026 befasst hat, wird die Deputation für Kinder und Bildung den Bericht am Dienstag, 1.September 2026, zur Kenntnis nehmen. Im Schuljahr 2026/27 wird daher nach den Herbstferien an drei Schulstandorten eine zeitlich begrenzte Sperrung der Schulstraßen für den Kfz-Verkehr erprobt:
Die Schulstraßen sollen zu Beginn und Ende eines Schultages befristet (in der Regel 30 Minuten zu Beginn und Ende eines Schultages) für den Kfz-Verkehr durch fest angebrachte Schilder "Verbot für Kraftfahrzeuge" gesperrt werden, um zu Fuß gehenden oder Roller beziehungsweise Fahrrad fahrenden Schülerinnen und Schülern in diesen Zeiträumen besonders zu schützen. Tempo 30 ist vor den genannten Schulen bereits eingerichtet, so dass die geplanten Maßnahmen verhältnismäßig sind und zu einer weiteren Verbesserung der Verkehrssicherheit führen sollen. Die Pflicht für Fußgänger, die Gehwege zu benutzen, bleibt unabhängig von den Sperrungen bestehen.
Für die drei Schulstandorte sind zudem sogenannte "Kiss & Ride"-Stellplätze außerhalb des gesperrten Bereichs vorgesehen.
Für die drei Schulen bereitet das Amt für Straßen und Verkehr derzeit die konkreten Pläne für die Umsetzung nach den Herbstferien vor. Anschließend werden die Maßnahmen mit den Schulen, den zuständigen Ressorts und den Ortsämtern abgestimmt. Begleitet wird der Modellversuch vom Arbeitskreis "aber sicher – gemeinsam für ein verkehrssicheres Bremen", in dem unter anderem Polizei, Feuerwehr, Bildungs- und Mobilitätsressort sowie weitere Partnerinnen und Partner vertreten sind.
Die Wirkung der Sperrungen und die Nutzung der "Kiss & Ride"-Stellplätze werden ausgewertet und gemeinsam mit den Ressorts für Kinder und Bildung sowie für Inneres und Sport bewertet. Sollte sich zeigen, dass der Hol- und Bringverkehr durch die Beschilderung im direkten Schulumfeld nicht ausreichend reduziert werden kann, werden zusätzliche Maßnahmen geprüft. Dazu könnten beispielsweise mobile Absperrgitter gehören.
Mehrere Maßnahmen für sicheren Schulweg
Die Schulwegsicherheit hat für die Stadtgemeinde Bremen einen hohen Stellenwert. Um Kinder auf ihrem Schulweg zu schützen, hat der Senat zahlreiche Maßnahmen für sichere Schulwege umgesetzt – darunter Tempo-30-Regelungen, Querungshilfen sowie Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr im Schulumfeld. 2025 wurden zudem die Bremer Schulen nach besonders relevanten Schulwegen befragt. 91 Schulen beteiligten sich an der Umfrage der Mobilitätssenatorin. Das ASV prüft derzeit für 35 Schulen die Anordnung von Tempo 30 auf hochfrequentierten Schulwegen. Im Fokus stehen insbesondere Verbindungen zwischen ÖPNV-Haltestellen und Schulen.
Seit 2020 unterstützt eine Koordinierungsstelle für Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung die Schulen, organisiert bestehende Angebote und steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Darüber hinaus arbeitet seit 2015 ein Arbeitskreis aus Ressorts, Verbänden und Vereinen regelmäßig daran, die Verkehrssicherheit in Bremen weiter zu verbessern. Es gibt zahlreiche Präventionsprojekte. So erreicht die Mobile Präventionspuppenbühne jährlich über 2.000 Erst- und Zweitklässlerinnen und -klässler mit einem Verkehrsstück. Unter Anleitung einer moderierenden Polizeibeamtin erkennen und reflektieren die Grundschülerinnen und Grundschüler die Gefahren des Straßenverkehrs.
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