Sommertour von Arbeits- und Sozialsenatorin Dr. Schilling in Bremerhaven
19.08.2026Wie lassen sich Beschäftigung und Fachkräfte sichern, wenn sich Arbeitsplätze durch Digitalisierung und Automatisierung verändern? Welche Rolle spielen soziale Arbeit, Bildung und Qualifizierung für die Zukunft des Arbeitsmarktes? Diesen Fragen ist die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, Dr. Claudia Schilling, bei ihrer Sommertour nachgegangen.
Drei Stationen in Bremerhaven standen dabei im Mittelpunkt: der Nordic Campus, das ESF-Plus-geförderte Projekt Change4Port im Bremerhavener Hafen und zum Abschluss am Dienstag (18. August 2026) der Studiengang Soziale Arbeit an der Hochschule Bremerhaven.
Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration: "Zukunftsfähige Arbeitsmarktpolitik ist immer auch Sozialpolitik. Es geht um Menschen, um ihre Chancen, ihre Arbeit und ihre Perspektiven. Deshalb müssen wir Qualifizierung, Teilhabe und soziale Sicherheit zusammendenken und die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt gemeinsam gestalten."
Zum Auftakt besuchte die Senatorin am 2. Juli 2026 den Nordic Campus in Bremerhaven. Das Berufsbildungswerk Bremen gGmbH bietet jungen Menschen mit Lern-, Körper- und/oder psychischen Beeinträchtigungen berufsvorbereitende Maßnahmen, Arbeitserprobungen und Eignungsabklärungen sowie Ausbildungen in mehr als 30 Berufen an. Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Frage, wie jungen Menschen mit Beeinträchtigungen der Einstieg in Ausbildung und Arbeitsleben ermöglicht werden kann.
Dr. Schilling: "Teilhabe am Arbeitsleben darf nicht davon abhängen, ob jemand den vermeintlich geradlinigen Weg in Ausbildung und Beschäftigung gehen kann. Wir brauchen passgenaue Angebote, die unterschiedliche Voraussetzungen berücksichtigen und jungen Menschen echte Perspektiven eröffnen." Der Nordic Campus setzt unter anderem auf betriebliche Praktika, betriebsnahe Ausbildung und Kooperationen mit der Wirtschaft. Mehr als 90 Prozent der Auszubildenden werden erfolgreich zum Abschluss geführt, rund 70 Prozent anschließend in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt.
Die zweite Station führte die Senatorin am 28. Juli 2026 in den Bremerhavener Containerhafen, um sich dort über das ESF-Projekt "Change4Port" zu informieren. Es unterstützt die Beschäftigten dabei, sich auf die tiefgreifenden Veränderungen durch die digitale Transformation im Containerumschlag vorzubereiten. "Change4Port" ist Anfang 2026 gestartet.
Senatorin Schilling tauschte sich mit Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen, Betriebsräten, Gewerkschaft und Projektpartnern über den Stand des Projekts aus. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Beteiligung der Beschäftigten, die Rolle von sogenannten Change Agents und die Entwicklung und Erprobung von Qualifizierungsmaßnahmen. "Transformation darf nicht bedeuten, dass Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, weil sich Tätigkeiten verändern. Unser Ziel muss sein, Beschäftigte mitzunehmen und sie für die Arbeit von morgen zu qualifizieren. Dafür braucht es starke Sozialpartnerschaft und einen engen Austausch zwischen Unternehmen, Beschäftigten, Gewerkschaften und Politik", betonte Schilling.
Zum Abschluss ihrer Sommertour besuchte die Senatorin den Studiengang Soziale Arbeit an der Hochschule Bremerhaven. Dort ließ sie sich studentische Arbeiten zu den Themen Armut und Klasse vorstellen und tauschte sich mit zukünftigen Studierenden aus. Für die Senatorin schließt sich damit ein Kreis: Sie hatte bereits bei einer Tagung an der Hochschule Bremerhaven zum Thema Armut und Klasse die Bedeutung einer kritischen Auseinandersetzung mit sozialer Ungleichheit hervorgehoben: "Wer über die Zukunft des Arbeitsmarktes spricht, darf die sozialen Voraussetzungen von Teilhabe nicht aus dem Blick verlieren. Soziale Herkunft beeinflusst nach wie vor Bildungs- und Lebenschancen. Deshalb brauchen wir eine Soziale Arbeit, die soziale Ungleichheit sichtbar macht, Strukturen kritisch hinterfragt und Menschen dabei unterstützt, ihre Chancen auf Teilhabe wahrzunehmen."
Senatorin Schilling: "Bei meiner Sommertour habe ich ganz unterschiedliche Perspektiven kennengelernt. Gemeinsam zeigen sie, dass die Zukunft des Arbeitsmarktes nicht einfach passiert. Wir können und müssen sie gestalten."
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