Klimawandel und Trockenheit: So können alle dazu beitragen, Wasserressourcen zu schonen und die Wasserversorgung zu sichern
18.06.2026Am Sonntag, 21. Juni 2026, beginnt offiziell der Sommer. Hohe Temperaturen oder sogar Hitzeperioden können dann den Alltag prägen, ebenso wie erfrischende Bäder in Flüssen und Seen, Freibädern oder eine kalte Dusche. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, ausreichend zu trinken und auch beim Gießen von Pflanzen auf einen bewussten Umgang mit Wasser zu achten. Denn Menschen, Tiere und auch Pflanzen brauchen jetzt mehr Wasser. Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um den Umgang mit Wasser und speziell mit Trinkwasser gut zu überdenken. Schon kleine Veränderungen können helfen, dass unser Wasserverbrauch auch bei Trockenheit und Hitze nicht übermäßig ansteigt und möglichst stabil bleibt. Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft und swb informieren darum über den aktuellen Stand der Wasserversorgung.
Norddeutschland gilt als eine wasserreiche Region mit regelmäßigen Niederschlägen und ergiebigen Grundwasservorkommen. Das sind sehr gute Voraussetzungen für Wasserversorger, um daraus Trinkwasser zu gewinnen und Haushalte und Gewerbebetriebe zuverlässig mit qualitativ hochwertigem Wasser in ausreichender Menge zu versorgen.
Doch das Klima verändert sich auch hier spürbar: Zunehmende Trockenperioden im Frühjahr und Sommer mit langen Phasen ohne Regen und extremen Temperaturen zeigen das deutlich und verändern den Wasserhaushalt. Das bleibt nicht ohne Folgen für das Grundwasser und seine Neubildung tief unter der Erde.
Dazu sagt Dr. Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Klimawandel und steigender Wasserbedarf stellen uns vor neue Herausforderungen und verstärken den Nutzungsdruck auf die Ressource Wasser. Damit die Veränderungen nicht eines Tages die Trinkwassergewinnung und -versorgung beeinträchtigen, ist ein bewussterer Umgang mit unserem Trinkwasser die beste Vorsorge."
Gunnar Geise, Vorstand des Bremer Energie- und Trinkwasserversorgers swb, erläutert den Zusammenhang: "Zahlreiche Wasserwerke gewinnen aus Grundwasservorkommen im niedersächsischen Umland qualitativ hochwertiges Trinkwasser. Einen Teil davon bezieht swb für die Versorgung Bremens. Grundsätzlich sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen und es überlegt zu nutzen, trägt wirksam dazu bei, uns vor möglichen Einschränkungen in der Zukunft zu bewahren."
Beide bestärken die Bürgerinnen und Bürger darin, dass sie mit ihrem täglichen Verbrauchsverhalten dazu beitragen können, die natürlichen Wasserressourcen zu schonen und vor allem im Sommer nicht zu sehr zu strapazieren.
Das Winterhalbjahr (von November bis April) ist für die Grundwasserneubildung besonders wichtig, weil dann weniger Wasser verdunstet und die Pflanzen kaum Wasser aufnehmen. Dadurch kann ein größerer Anteil des Niederschlags in den Boden versickern und das Grundwasser auffüllen. So werden die Grundwasserreserven für die trockeneren Monate gesichert.
Die aktuellen Berichte der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft zeigen: Im Winterhalbjahr 2025/26 wurden an der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes am Flughafen Bremen insgesamt 246 Millimeter Niederschlag gemessen – das sind etwa 80 Prozent des langjährigen Referenzwerts 1991-2020. Damit war das Winterhalbjahr, wie im letzten Winterhalbjahr 2024/25, erneut trockener als der langjährigen Referenzwert.
Auch im Mai lag die Niederschlagsmenge im Stadtgebiet Bremen leicht unter dem Referenzwert, während in Bremerhaven weniger als die Hälfte des üblichen Monatsniederschlags verzeichnet wurde. Die erste Juniwoche war mit 47 Millimeter bislang zwar niederschlagsreicher als der gesamte Mai 2026, jedoch wird ein Großteil dieses Niederschlags von der Vegetation aufgenommen oder verdunstet und steht somit in geringem Maße für die Grundwasserneubildung zur Verfügung.
In Bremen-Nord auf der Geest und in Bremerhaven liegen die Grundwasserstände aktuell im normalen Bereich. In den Niederungen unterhalb des Weserwehrs (Bremen-Stadtgebiet außer Hemelingen und Obervieland) werden überwiegend sehr niedrige Grundwasserstände gemessen.
swb steht hierzu im engen Austausch mit den Harzwasserwerken, dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband und dem Trinkwasserverband Verden als beteiligte Wasserversorger. Gemeinsam beobachten und bewerten sie die Entwicklung der Grundwasserstände in den niedersächsischen Trinkwassergewinnungsgebieten, aus denen ein wesentlicher Teil des Bremer Trinkwassers stammt. Die Trinkwasserversorgung ist gesichert, zugleich bleibt ein vorausschauender Umgang mit der Ressource Wasser angesichts längerer Trockenphasen wichtig. Das Onlineportal des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz bietet ergänzend eine regionale Einordnung der Grundwasserstände anhand ausgewählter Messstellen. Die Bewertung der konkreten Versorgungslage erfolgt jedoch immer mit Blick auf die jeweiligen Gewinnungsgebiete, da Grundwasserstände räumlich sehr unterschiedlich reagieren und unter anderem von der lokalen Geologie abhängen.
Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft und die swb werden immer wieder nach Tipps gefragt, wie sich Wasser im Alltag einfach und ohne großen Aufwand sparen lässt.
Vor allem der überlegte Umgang mit Trinkwasser aus der Leitung sollte überall – Wohnung, Arbeit, Schule, Freizeit, Sport, Urlaub – und dauerhaft zur Gewohnheit werden. Schon wenige Verhaltensänderungen können viel bewirken, für andere Maßnahmen sind kleine Investitionen notwendig, zum Beispiel für einen Sparduschkopf. Eine Übersicht mit Basis-Tipps sind auf den Webseiten der Umweltbehörde und swb zusammengestellt. Gerade bei großer Trockenheit und langanhaltender Hitze helfen speziellere Maßnahmen für spürbare Effekte:
Viele weitere Tipps gibt es hier:
Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de