Der Senator für Finanzen
Bremen bleibt auf Sanierungskurs
Finanzressort legt zentrales Finanzcontrolling 2025 vor
07.04.2026
Die Freie Hansestadt Bremen hat 2025 die Vorgaben der Schuldenbremse und der Sanierungshilfenvereinbarung mit einem strukturell ausgeglichen Haushalt eingehalten. Das geht aus dem heute (7. April 2026) im Senat vorgestellten Finanzcontrolling-Bericht 2025 hervor. "Damit sichert sich Bremen trotz schwieriger Rahmenbedingungen auch für 2025 die 400 Millionen Euro Sanierungshilfen vom Bund", betont Finanzsenator Björn Fecker.
Mit Blick auf gestiegene Sozialausgaben und nicht Schritt haltende Steuereinnahmen mahnt Fecker weiter zur Haushaltsdisziplin: "Die Haushaltslage bleibt angespannt. Weitere Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung bleiben zwingend erforderlich. Die wirtschaftliche Entwicklung wird durch den Iran-Krieg mit seinen erheblichen Folgewirkungen gehemmt. Welche Auswirkungen das auf die Haushalte 2026/27 hat, lässt sich noch nicht seriös sagen."
Kernaussagen des Berichts zum Haushalt 2025 des Stadtstaates:
- Der Stadtstaat Bremen weist einen negativen Finanzierungssaldo von 98 Millionen Euro (inklusive Rückführung von Ausnahmemitteln aus Vorjahren) aus.
- Die steuerabhängigen Einnahmen übertrafen das Vorjahr um 19 Millionen Euro. Das ist allerdings vor allem auf Mehreinnahmen im Bereich der Bundesergänzungszuweisungen (plus 14 Millionen Euro) zurückzuführen, die originären Steuereinnahmen hingegen erreichten nur den in der Herbst-Steuerschätzung 2024 angenommenen Wert. Während sich die Umsatzsteuer (plus 121 Millionen Euro gegenüber 2024) gut entwickelt hat, fielen die Gewerbesteuer (minus 109 Millionen Euro) und die Körperschaftssteuer (minus 96 Millionen Euro) gegenüber dem Vorjahr deutlich schlechter aus.
- Mit einem Betrag von rund 2,5 Milliarden Euro entfielen 30 Prozent der Gesamtausgaben auf die Personalausgaben des Gesamthaushalts. Sie lagen damit um 122 Millionen Euro (plus fünf Prozent) über dem Vorjahreswert. Gründe dafür sind unter anderem die Tarif- und Besoldungserhöhungen sowie erhebliche Steigerungen bei den Beihilfeausgaben.
- Die Sozialleistungsausgaben sind 2025 gegenüber dem Vorjahr um 176 Millionen Euro (plus elf Prozent) auf 1,76 Milliarden Euro gestiegen. Den höchsten Anstieg verzeichneten die Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz (plus 42 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr auf 170 Millionen Euro in 2025). Auch die Hilfen zur Erziehung fielen mit 388 Millionen Euro um 27 Millionen Euro höher aus als 2024. Einen deutlichen Zuwachs von 34 Millionen Euro auf 291 Millionen Euro verzeichneten auch die Eingliederungshilfen nach SGB IX, die der Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung und der Unterstützung von suchtkranken Menschen dienen.
- Der Schuldenstand des Stadtstaates Bremen lag am 31. Dezember 2025 mit 23,29 Milliarden Euro rund 39 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Das Land Bremen konnte seine Schulden um 147 Millionen Euro verringern, die Stadt Bremen verzeichnete keine Veränderung ihres Schuldenstandes von rund einer Milliarde Euro. Die Stadt Bremerhaven erhöhte ihren Schuldenstand um 108 Millionen Euro auf 213 Millionen Euro.
- Die Zinsausgaben lagen mit 455 Millionen Euro im Berichtsjahr trotz erhöhten Zinsniveaus am Geld- und Kapitalmarkt um 51 Millionen Euro unter dem Wert von 2024. Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf umfangreiche Zinssicherungsgeschäfte.
- Die Investitionsausgaben lagen mit 827 Millionen Euro um 563 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau. Diese signifikante Abweichung begründet sich mit einem Sondereffekt in 2024: die Eigenkapitalzuführungen an die neu gegründeten Gesellschaften – die Stadtentwicklungsgesellschaft (300 Millionen Euro) und die Pilot-Gesellschaft Bildungsbau (300 Millionen Euro) sowie die Kapitalzuführung an die BVBG/BSAG zur Anschaffung von Elektro-Bussen und den Ausbau der Infrastruktur (68 Millionen Euro). Diesen Positionen stehen im Berichtsjahr 2025 keine entsprechenden Ausgaben gegenüber. Ungeachtet dieser besonderen Ausgaben im Jahr 2024 lagen die Investitionen im Haushaltsjahr 2025 um 105 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau.
Ansprechpartner für die Medien:
Matthias Makosch, Pressesprecher beim Senator für Finanzen, Tel.: (0421) 361-94168, E-Mail: matthias.makosch@finanzen.bremen.de