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Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau

Was erwartet mich bei der Frauenärztin?

Informationen für Frauen mit Lernschwierigkeiten sollen Angst vor gynäkologischer Untersuchung nehmen

13.01.2026

Ob Vorsorgeuntersuchungen, Verhütung, Schwangerschaft, Wechseljahre oder gynäkologische Beschwerden – es gibt viele wichtige Gründe für einen Termin bei einer Frauenärztin oder einem -arzt. Doch viele Frauen mit Lernschwierigkeiten scheuen die Untersuchungen. Um Ängste abzubauen, konzipierte die Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF) gemeinsam mit der Sexualpädagogin Kadidja Rohmann eine Broschüre in Leichter Sprache sowie Informationsgespräche in Einrichtungen und Werkstätten für behinderte Menschen. Der erste Termin findet am 14. Januar in der vom Martinshof betriebenen Werkstatt Martinsheide in Bremen Nord statt. Fünf weitere Veranstaltungen sind bereits für die kommenden Wochen geplant.

Bei den Informationsgesprächen und mit der Broschüre "Infos zum Besuch bei der Frauen-Ärztin" erfahren die Teilnehmenden, was genau sie bei der Untersuchung in einer gynäkologischen Praxis erwartet, welche Themen dort angesprochen werden können, wo sie Unterstützung finden und wie sie sich auf den Termin vorbereiten können. Auch Entscheidungshilfen für die richtige Wahl der Praxis werden gegeben. So ist es für Teilnehmende vielleicht wichtig zu wissen, welche Sprachen die Ärztin spricht oder ob es einen Fahrstuhl gibt.

Gelingt es, Ängste vor gynäkologischen Untersuchungen zu mindern und Frauen mit Lernschwierigkeiten besser auf den Termin vorzubereiten, entlastet dies zudem die Medizinerinnen und Mediziner.

Betroffene sowie Expertinnen und Experten bei Konzeption eingebunden

Bei der Konzeption der Informationen hat die ZGF Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten von Trägern der besonderen Wohnformen und von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen eingebunden, um die Bedarfe der Frauen mit Lernschwierigkeiten zu erfassen. Der Text der Broschüre wurden von der Sexualpädagogin Kadidia Rohmann erstellt und gemeinsam mit der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V. hinsichtlich Leichter Sprache bearbeitet und um Grafiken ergänzt. Die Broschüre findet sich online unter: www.frauen.bremen.de.

Studie deckt Bedarf auf

Den Anstoß für das jetzt startende Informationsangebot gab eine Studie der ZGF und des Landesbehindertenbeauftragten zur barrierefreien gynäkologischen Versorgung in Bremen aus dem Jahr 2025, beauftragt durch die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz. Die im Rahmen der Studie befragten Gynäkologinnen und Gynäkologen hatten eine bessere Vorbereitung von Patientinnen mit Lernschwierigkeiten befürwortet. Zudem hatten Mitarbeitende von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen angegeben, dass die sexualpädagogische Arbeit in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen generell verstärkt werden sollte und in diesem Zusammenhang Informationsgespräche vorgeschlagen.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Susanne Gieffers, ZGF Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: (0421) 361-6050, E-Mail: presse@frauen.bremen.de