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Der Senator für Kultur

Ein Archäologischer Kalender zur Blütezeit Bremens

Zum Tag der Einheit: Zeugnisse der wechselhaften Bremer Geschichte

24.09.2026

Am 3. Oktober 2026 wird die Kulturmeile Bremens, das Gebiet rund um den Goetheplatz, Wilhelm Wagenfeld Haus, Gerhard Marcks Haus, Stadtbibliothek, Kunsthalle Bremen sowie die angrenzenden Wallanlagen, ein Herzstück der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit sein. Zu diesem Anlass gibt der Landesarchäologe Dr. Dieter Bischop einen hochwertigen Kalender mit Fotos von herausragenden archäologischen Funden aus der Blütezeit Bremens im Mittelalter und früher Neuzeit heraus.

Dr. Dieter Bischop mit dem Fotokalender zu archäologischen Funden unter der Kulturmeile, der ab Oktober zu erhalten ist.
Dr. Dieter Bischop mit dem Fotokalender zu archäologischen Funden unter der Kulturmeile, der ab Oktober zu erhalten ist. Foto: Kulturressort

Das Areal in den Wallanlagen von der Bischofsnadel bis zur Altmannshöhe am Osterdeich ist Teil des grünen Gürtels um die Altstadt und repräsentiert in mehrfacher Hinsicht ein selbstbewusstes Bremen. Im 17. Jahrhundert als Ausdruck einer modernen wehrfähigen Stadt sternförmig vor die mittelalterliche Stadtmauer erbaut, hielten diese Verteidigungsanlagen jegliche Feinde auf Abstand. Als die Stadtbefestigung zu Beginn des 19. Jahrhunderts jeden militärischen Nutzen verlor, stimmte der Senat 1802 über eine Umwandlung der Wälle in einen englischen Landschaftspark ab – die Geburtsstunde der ersten durch eine bürgerliche Volksvertretung initiierte Parkanlage Deutschlands. Kultur fand hier auch seinen Platz, 1843 wurde hier das erste Stadttheater erbaut, daher heißt ein Ort dort immer noch "Theaterberg".

Archäologische Zeugnisse der wechselvollen Geschichte Bremens wurden im Laufe der Zeit aus der Wallaufschüttung des beliebten wasserumflossenen zickzackförmigen Grüngürtels unter der Erde entdeckt. Sie zeigen wie pragmatisch die Bremer alles Verfügbare für die Erdaufschüttung nutzten. Tuchplomben, Münzen, Fragmente niederländischer Fayence, oder anderer wertvoller Keramikgefäße aus China oder Portugal spiegeln den weltumspannenden Handel Bremens des 17. Jahrhunderts wider. Von Krieg, wie etwa der Belagerung durch das schwedische Heer im Jahr 1666 zeugen verzierte Musketenkugeln und Beschläge, und sowie Kugeln von einem als Traubenhagel beziehungsweise Karttätsche bezeichneten Artilleriegeschoss mit Schrotladung. Ein Poster wird an der Kulturmeile präsentiert werden.

Kaum einer ahnt, dass er beim Flanieren über die Kulturmeile auch über unterirdische Zeugnisse der Geschichte Bremens flaniert. Teils unter der Straßenkreuzung zwischen Kunsthalle und Stadtbibliothek befinden sich noch heute die unterirdischen Fundamente des Ostertorzwingers, eines von drei runden Zwingertürmen, die der niederländische Architekt Jacob Bockes van Vollenhoff ab 1512 für die Stadt errichtete. Der knapp 40 Meter hohe Turm diente unter anderem als hochgesichertes Pulverlager und bis zu seinem Abriss 1826 als Kerker, bevor 1828 das Detentionshaus, das Gefangenenhaus der Ostertorwache errichtet wurde. Eine der allerersten Insassinnen war die berühmte Giftmörderin Gesche Gottfried. Gegenüber der Kunsthalle und beim Theaterberg sind unterirdisch noch Spuren des Zweiten Weltkrieges unter den Wehranlagen zu finden. Darunter ein kaum sichtbarer Erdbunker, welcher von 1949 bis 1962 als unterirdische Kunstgalerie namens "Kunst-Krypta" genutzt wurde.

Ein aufwendig gestalteter Kalender mit Fotos von herausragenden archäologischen Funden aus der Blütezeit Bremens im Mittelalter und früher Neuzeit wird von der Landesarchäologie anlässlich des 3.Oktober herausgegeben. Danach wird dieser auch in den Buchhandlungen und anderen kulturellen Institutionen Bremens erhältlich sein.

Anfragen zum Kalender können an das Landesamt für Archäologie gerichtet werden unter: Dr. Dieter Bischop, Tel.: 0421-361 3267, dieter.bischop@landesarchaeologie.bremen.de.

Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen das Foto zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Kulturressort
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Ansprechpartner für die Medien:
Werner Wick, Pressesprecher beim Senator für Kultur, Tel.: (0421) 361-16173, E-Mail: werner.wick@kultur.bremen.de

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