Bremer Künstlerin Marina Schulze gestaltet große Fläche
Das 400 Quadratmeter große Fassadenkunstwerk "look in" der Bremer Künstlerin Marina Schulze ist heute (4. September 2026) am Zentrum für Kunst im Tabakquartier feierlich eingeweiht worden. Das eindrucksvolle Werk unterstreicht künftig die künstlerische Bedeutung des Hauses und setzt einen markanten Akzent. Das Kunstwerk wurde aus 30 Bewerbungen in einem zweistufigen Jury-Wettbewerb im Frühjahr 2026 ausgewählt.
Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz betonte: "Die Einweihung des Fassaden-Kunstwerks von Marina Schulze ist ein passender Auftakt für die vierte Spielzeit des Zentrums für Kunst. Damit wird das Haus künftig bereits von außen als ein wichtiger Kunst-Ort in Bremen sichtbar und jede Person erkennt, dass sich dieser ehemalige Ort der Tabakproduktion nun zu einem Ort der freien Kunst-Produktion entwickelt hat."
Die Fachjury begründete ihre Entscheidung wie folgt: "Marina Schulzes Gestaltung ist vom historischen Produktionsort Tabakfabrik und den dort verarbeiteten Zigarettenpapierhülsen inspiriert. Sie zeigt die Papierhülsen in Aufsicht und extrem vergrößert, sodass sich diese an der Wand in abstrakte, assoziative Kreisformen verwandeln. Geben die Kreise zunächst einen Blick in die Tiefe frei, kehrt sich im nächsten Moment das Innere nach außen und scheint dem Betrachter entgegenzukommen – je nach Standort und Blickwinkel. So treibt die Künstlerin ein sowohl raffiniertes als auch faszinierendes Spiel mit Raum, Farbe und Form. Die ausgewählten Farben, die den Licht- und Schattenverlauf darstellen, greifen die Umgebung auf, so dass trotz aller optischen Dynamik des Motivs eine harmonische Einheit im Innenhof entsteht. Insgesamt entsteht auf der Fassade des Zentrums für Kunst ein ornamentales Muster, das die strenge Industriearchitektur aufbricht und somit auf visueller Ebene die Transformation eines Industriestandortes in den Kreativort Zentrum für Kunst sicht- und erlebbar macht."
Marina Schulze ist für ihr künstlerisches Feingefühl, ihre präzise Planung und ihre Liebe zum Detail bekannt. Die Umsetzung ihres Entwurfs im Juni und Juli stellte sie und ihr Team jedoch vor besondere Herausforderungen: Sintflutartige Regenfälle, starke Winde und extreme Hitze erschwerten die Arbeiten erheblich. Dennoch gelang es, das Kunstwerk erfolgreich fertigzustellen - und schon während der Entstehung sorgte es für große Begeisterung bei Passantinnen und Passanten. "Diese ungefilterten und positiven Rückmeldungen haben mich getragen und angespornt", so Marina Schulze.
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