Steigende Anzahl von medizinischen Notfällen
22.06.2026Aufgrund einer steigenden Anzahl von medizinischen Notfällen im Zusammenhang mit dem Konsum von als "Spice" bezeichnete Substanzen warnt das Gesundheitsamt Bremen ausdrücklich vor dem Konsum. Betroffene zeigten nach mutmaßlichem Spice-Konsum insbesondere Störungen der Atmung oder wurden bewusstlos.
"Spice" ist die Verkaufsbezeichnung für eine Droge, die aus synthetischen Cannabinoiden sowie verschieden getrockneten Pflanzenteilen besteht und geraucht wird. Häufig handelt es sich um Trägerstoffe oder Kräutermischungen, die mit synthetischen Substanzen versetzt sind. Spice hat eine Wirkung, die der von Tetrahydrocannabinol (THC) ähnelt. Die Wirkung tritt deutlich schneller ein und ist durch die wechselnden Inhaltsstoffe und Dosierungen nur schwer vorherzusagen. Für Konsumierende ist in der Regel nicht erkennbar, welche Wirkstoffe enthalten sind und in welcher Dosierung sie vorliegen.
"Je nach Zusammensetzung und Dosierung kann es zu schweren Vergiftungen und Nebenwirkungen kommen. Diese können sowohl psychische Symptome wie starke Angstzustände, Wahnvorstellungen oder Halluzinationen umfassen, aber auch schwere körperliche Symptome wie Bewusstlosigkeit, Atemstörungen bis hin zum Atemstillstand, Krampfanfälle oder Herzrhythmusstörungen. In schweren Fällen können solche Vergiftungen zu bleibenden gesundheitlichen Schäden führen oder unmittelbar lebensbedrohlich sein", sagt Kay Bultmann, ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes Bremen.
Das Gesundheitsamt Bremen hat alle Akteurinnen und Akteure, die an der unmittelbaren medizinischen und sozialen Versorgung von Drogenkonsumierenden beteiligt sind, über die erhebliche Gefahr für deren Gesundheit und die besonderen Herausforderungen in der Notfallmedizin informiert und Handlungsempfehlungen gegeben. Dazu zählen beispielsweise eine erhöhte Wachsamkeit bei unklaren Überdosierungen und die Vorhaltung von ausreichenden Mengen an Naloxon, welches bei unbekannten Beimischungen von Opioiden helfen kann. Außerdem ein striktes Monitoring der Vitalparameter und eine intensive Überwachung der Patientinnen und Patienten.
Wenn Menschen nach möglichem Spice-Konsum Symptome wie Bewusstlosigkeit, starke Benommenheit, Atemprobleme, Krampfanfälle oder auffällige psychische Veränderungen zeigen, sollte sofort medizinische Hilfe verständigt werden.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Kristin Viezens, Pressesprecherin der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Tel.: (0421) 361-2082, E-Mail: kristin.viezens@gesundheit.bremen.de