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Bürgermeister Bovenschulte: "Demokratie braucht Schutz vor Hass und Gewalt – online wie offline"

Austausch mit Vertreterinnen und Vertreter von HateAid | Rede im Bundesrat zur EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter

12.06.2026

Bundesratspräsident und Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat heute (Freitag, 12. Juni 2026) Vertreterinnen und Vertreter von HateAid zu einem Austausch im Bundesrat getroffen. Als gemeinnützige Organisation setzt sich HateAid für Menschenrechte und gegen Gewalt im digitalen Raum ein. Mit den Geschäftsführerinnen Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon sowie Martin Wunderlich, Policy Advisor, sprach Bovenschulte über die Arbeit des Vereins und die Herausforderungen, denen Betroffene digitaler Gewalt ausgesetzt sind.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Staatsrätin Nancy Böhning (li.) mit Anna-Lena von Hodenberg (re.) und Josephine Ballon.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Staatsrätin Nancy Böhning (li.) mit Anna-Lena von Hodenberg (re.) und Josephine Ballon. Foto: Landesvertretung Bremen

Bürgermeister Andreas Bovenschulte sagte nach dem Gespräch: "Hass, Bedrohungen und digitale Gewalt gefährden nicht nur einzelne Menschen, sondern auch unsere Demokratie. Wenn Menschen aus Angst vor Anfeindungen auf politische oder gesellschaftliche Teilhabe verzichten, betrifft das uns alle." Er dankte HateAid für das Engagement im Kampf gegen digitale Gewalt und für die Unterstützung Betroffener. Die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen leiste einen wichtigen Beitrag zum Schutz demokratischer Debatten und zur Stärkung einer offenen und respektvollen Gesellschaft.

Bundesratspräsident Bovenschulte kündigte an, sich auch künftig auf nationaler und europäischer Ebene für Gleichstellung, den Schutz vor Gewalt und die Stärkung demokratischer Teilhabe einzusetzen. Der Austausch mit Organisationen wie HateAid zeige, wie wichtig die Zusammenarbeit von Politik und Zivilgesellschaft sei, um Hass, Ausgrenzung und demokratiefeindlichen Tendenzen wirksam entgegenzutreten.

EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter

Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung auch über die EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter diskutiert. In seinem Redebeitrag begrüßte Bürgermeister Andreas Bovenschulte den starken Fokus der Strategie auf Gewaltprävention und -bekämpfung sowie auf die Bedeutung von Geschlechtergleichstellung in allen Bereichen des Lebens.

Bremen hatte sich in den Beratungen zur EU-Strategie mit einem eigenen Antrag für die weitere Implementierung der Istanbul-Konvention sowie die Umsetzung der EU-Gewaltschutzrichtlinie in Verbindung mit der konsequenten Anwendung des "Gesetzes über digitale Dienste" eingesetzt, um die Schutzsituation von Frauen und Kindern insbesondere im digitalen Raum zu verbessern.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Bundesrat.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Bundesrat. Foto: Landesvertretung Bremen

Bürgermeister Bovenschulte: "Gewalt ist nicht nur im privaten Umfeld ein Thema, sondern auch im Beruf, auf der Straße oder online. Sie begegnet Frauen und Mädchen im Alltäglichen, nicht unbedingt, weil sie immer direkt ausgeübt wird, sondern insbesondere, weil sie Frauen und Mädchen zwingt, ihr Verhalten anzupassen. Worauf achte ich, wenn ich nach Hause gehe? Habe ich genügend Geld, um mit dem Taxi nach Hause zu fahren? Alles Fragen, die ich mir als Mann eher nicht stellen muss." Daher sei es richtig und wichtig, das Thema weiter auf der politischen Agenda zu halten. Die Neuauflage der EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter biete hierfür einen geeigneten Rahmen, so Bovenschulte.

"Denn diese Erfahrungen halten Frauen und Mädchen im schlimmsten Fall davon ab teilzuhaben. Sie positionieren sich nicht offensiv in Debatten – on- und offline – und vermeiden es, Angriffsfläche zu bieten. Denn in den Medien sehen sie jede Woche, wie mit Frauen in der Öffentlichkeit umgegangen wird. Collien Fernandes ist hierbei nur ein aktuelles Beispiel, sie wird vermutlich leider nicht das letzte sein", unterstrich Bovenschulte.

Der Bürgermeister führte weiter aus: "Gewalt, Sexismus und Geschlechterstereotype sind nicht nur für Frauen und Mädchen problematisch. Sie verhindern, dass alle Menschen, auch Jungen und Männer, ihr volles Potential entwickeln können. Wenn wir für die Zukunft gewappnet sein wollen, müssen wir hier aktiv und umfassend gegensteuern. Ich möchte, dass Kinder in zehn Jahren selbstverständlich davon ausgehen, dass Feuer von Frauen und Männern bekämpft werden, dass Menschen von Frauen und Männern operiert werden und dass Flugzeuge von Frauen und Männern geflogen werden."

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