Bremer Initiative zur Triage mit großer Mehrheit beschlossen
11.06.2026Am Mittwoch und Donnerstag, 10. und 11. Juni 2026, fand in Hannover die 99. Konferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GMK) statt. Bremen hatte insgesamt 22 Anträge zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen (mit-)eingebracht. Dazu zählten Anträge zur Verbesserung der Versorgung von Long-Covid-Patientinnen und- patienten, zur Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen, zu Triage-Regelungen oder zur Einschränkung von Suchtmittel-Werbung.
Dazu Senatorin Claudia Bernhard: "Mit unserer Initiative stellen wir sicher, dass die Neuregelung zur Triage ergebnisoffen geprüft wird. Auch eine bundeseinheitliche Regelung, die vor Gericht standhält und dem vom Bundesverfassungsgericht geforderten Schutzauftrag gerecht wird, ist somit auf jeden Fall miteingeschlossen. Wichtig ist, dass wir mit diesem Beschluss die Bedenken der Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern berücksichtigen."
Dazu Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard: "Für viele Betroffene ist der Weg zur Diagnose immer noch zu lang. Wir brauchen mehr Wissen über ME/CFS und Long Covid in der medizinischen Versorgung und einen schnelleren Transfer neuer Erkenntnisse in die Praxen. Wer aufgrund dieser Erkrankung das Haus nicht mehr verlassen kann, darf nicht durch das Versorgungssystem fallen. Wenn die Patientinnen und Patienten nicht zur Medizin kommen können, muss die medizinische Versorgung zu ihnen kommen."
Dazu Gesundheits- und Frauensenatorin Claudia Bernhard: "Wir haben im Bereich der geschlechtersensiblen Forschung noch viel aufzuholen. Entscheidend ist, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse auch in der Praxis ankommen und die medizinische Versorgung von Frauen spürbar verbessern. Nur so schaffen wir echte Geschlechtergerechtigkeit im Gesundheitswesen."
Die umfassende Bewerbung von Suchtmitteln erhöht mit hoher Wahrscheinlichkeit deren Attraktivität und die Wahrscheinlichkeit, dass diese vermehrt gebraucht werden. Werbung für Erwachsene beeinflusst dabei auch Kinder und Jugendliche. So zeigen diverse Studien, dass Jugendliche früher und exzessiver Alkohol trinken, je mehr Alkoholwerbung sie sehen. Und diese sehen sie nicht nur auf Plakaten und im Fernsehen, sondern auch auf Social Media, vermittelt durch die Getränkeherstellerinnen und -herstellern, aber häufig auch durch Influencerinnen und Influencer.
Dazu Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard: "Weitreichende Werbeverbote könnten die Verbreitung von Suchtmitteln effektiv eindämmen. Das hat zum Beispiel das Verbot von Zigarettenwerbung gezeigt. Neben dem Ausbau für Suchtberatungsangeboten muss auch der Zugang zu Alkohol, E-Zigaretten und Glücksspiel eingeschränkt werden."
Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Relevanz auch im Land Bremen: Auf Basis der SCHULBUS-Studie 2024/25 wurde geschätzt, dass in der Stadt Bremen neun Prozent und in Bremerhaven elf Prozent der 14- bis 17-Jährigen einen problematischen Alkoholkonsum hatten.
Weitere von Bremen mit eingebrachte und einstimmig beschlossene Anträge fordern die Bundesregierung unter anderem auf, die Einführung einer Zuckersteuer zu prüfen und die Einführung eines Primärversorgungssystems für schnellere Termine bei Ärztinnen und Ärzten zügig umzusetzen.
Mehr Informationen zu den einzelnen Beschlüssen der GMK unter www.gmkonline.de/Beschluesse.
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