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Senatskanzlei

Senat und Handwerkskammer im guten Kontakt

09.06.2026

Der Senat und der Vorstand sowie die Geschäftsführung der Handwerkskammer Bremen haben sich heute (9. Juni 2026) zu einem ihrer regelmäßigen Austausche getroffen. Themen waren dabei unter anderem die aktuelle Lage im Handwerk, die Energiepreise, Bekämpfung der Schwarzarbeit und Bürokratieabbau.

Der Bremer Senat zusammen mit der Geschäftsführung der Handwerkskammer Bremen.
Der Bremer Senat zusammen mit der Geschäftsführung der Handwerkskammer Bremen. Foto: Senatspressestelle

Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Die gemeinsamen Treffen von Senat und Handwerkskammer sind eine gute Tradition, denn die anstehenden Herausforderungen können nur gemeinsam bewältigt werden. Für den Senat ist das Handwerk in vielerlei Sicht unverzichtbar. Ohne Handwerkerinnen und Handwerker würden keine Kita und keine Schule saniert, kein Auto und kein Fahrrad repariert, kein Schwimmbad und kein Sportplatz gebaut. Zudem ist das Handwerk ein wichtiger Arbeitgeber und sichert die Existenz von tausenden Familien in Bremen, Bremerhaven und umzu."

Der Senator für Finanzen, Björn Fecker: "Das Handwerk ist der Schlüssel für viele Zukunftsfragen. Ob Klimaschutz, digitale Transformation oder Fachkräftesicherung – in all diesen Bereichen spielen die Handwerksbetriebe mit ihren hervorragend ausgebildeten Beschäftigten eine entscheidende Rolle. Umso wichtiger ist es, die gesetztestreuen Handwerksbetriebe vor der unlauteren Schattenwirtschaft zu schützen. In Bremen arbeiten die Behörden eng mit dem Zoll zusammen, um konsequent gegen Schwarzarbeit vorzugehen und ein deutliches Zeichen für den fairen Wettbewerb und faire Arbeitsbedingungen zu setzen. Dabei werden wir nicht nachlassen. Wichtig ist angesichts der Wirtschaftslage aber auch, dass wir die Mittel aus dem Investitionssofortprogramm möglichst schnell auf die Straße zu bringen. Schließlich kann auch die Sanierung von Kitas, Schulen, Turnhallen oder Brücken dazu beitragen, Arbeitsplätze zu sichern."

Die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, Kristina Vogt: "Das Handwerk ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und steht derzeit vor echten Herausforderungen. Besonders die steigenden Energiepreise belasten die Betriebe spürbar: in der Werkstatt, auf der Baustelle, im Alltag. Umso wichtiger sind verlässliche Förderprogramme, die dem Handwerk helfen, die notwendige Transformation zu bewältigen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Deshalb ist es uns wichtig, gemeinsam mit der Handwerkskammer nach konkreten Entlastungen zu suchen und die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dazu gehören weniger Bürokratie, bessere Bedingungen für die Unternehmensnachfolge und eine konsequente Bekämpfung von Schwarzarbeit, die faire Betriebe unter Druck setzt. Das Handwerk hält Bremen am Laufen und das verdient echte Unterstützung."

Thomas Kurzke, Präses der Handwerkskammer Bremen: "Die rund 5.600 Handwerksbetriebe und ihre etwa 31.000 Beschäftigten in Bremen und Bremerhaven sind ein zentraler Bestandteil der bremischen Wirtschaft. Mit mehr als drei Milliarden Euro Umsatz tragen sie einen wesentlichen Teil zur regionalen Wertschöpfung bei. Aber trotz der vergleichsweise stabilen Lage des Handwerks spüren auch sie die schwierige Situation der Gesamtwirtschaft deutlich. Um diese zu meistern, müssen vor allem die strukturellen Herausforderungen des Wirtschaftsstandorts Deutschland angegangen werden. Für Lösungen ist neben dem Bund auch das Bundesland Bremen gefragt. Deshalb begrüßen wir den regelmäßigen Austausch mit dem Senat ausdrücklich. Zu den aktuellen Themen, die wir intensiv diskutieren, gehören unter anderem der Mangel an Fachkräften, die oft schwierige Suche nach Betriebsnachfolgerinnen und -nachfolgern sowie die nach wie vor zu große Bürokratie."

Alexander Gündermann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Bremen: "Die Betriebsnachfolge gehört zu den zentralen Herausforderungen des Bremer Handwerks. In den kommenden Jahren wird dieses Thema noch deutlich akuter werden. Viele Inhaberinnen und Inhaber haben große Schwierigkeiten, Nachfolgerinnen und Nachfolger für ihr Lebenswerk zu finden. Jede nicht erfolgte Übernahme kann den Verlust von Arbeitsplätzen, handwerklichem Know-how und regionaler Wertschöpfung nach sich ziehen. Um das zu verhindern, brauchen wir neue Wege und neue Partnerschaften. Ein Thema, das wir gemeinsam mit dem Senat angehen wollen.”

Die Handwerkskonjunktur im Bundesland Bremen zeigt sich laut der Frühjahrsumfrage der Handwerksammer trotz einer leichten Negativ-Tendenz noch stabil. Der Geschäftsklima-Index liegt mit 98 Prozentpunkten zwei Punkte unter dem Ergebnis vom Herbst 2025. Für den Sommer erwarten rund 18 Prozent der meldenden Betriebe eine bessere Geschäftslage, zwei Drittel (66,5 Prozent) rechnen mit einer befriedigenden Situation und 15,5 Prozent gehen von einer schlechteren Lage aus.

Einigkeit herrschte zwischen Kammer und Senat dabei unter anderem in Sachen Bürokratieabbau. Beide Seiten stimmen überein, dass gerade das mittelständisch geprägte Handwerk von bürokratischen Lasten – unter anderem im Berichtswesen – entlastet werden müsse. Positiv sei auch die Zusammenarbeit im Bremer Transformationsrat, der in dieser Wahlperiode eingerichtet wurde und in dem Politik, Verwaltung, Kammern, Gewerkschaft und Verbände an dem Thema arbeiten.

Gemeinsame Interessen gibt es auch hinsichtlich der Bekämpfung der Schwarzarbeit. Gesamtgesellschaftlich bedeutet sie vorenthaltene Zahlungen an die Sozialversicherung und auch von Steuern. Für die fair und korrekt arbeitenden Handwerksbetriebe stellt Schwarzarbeit eine illegal betriebene Konkurrenz dar, die etliche mögliche Aufträge für die Betriebe abschöpft. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit ist zwar eine beim Zoll und damit beim Bund aufgehängte Zuständigkeit, die allerdings umfangreich durch Behörden des Landes und der Kommunen unterstützt wird. Gemeinsam mit der Handwerkskammer ist in Bremen ein Runder Tisch zur Bekämpfung der Schwarzarbeit eingerichtet.

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Christian Dohle, Pressesprecher des Senats, Tel.: (0421) 361-2396, E-Mail: christian.dohle@sk.bremen.de

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