Senatorin und Staatsrat im Dialog zu Müllproblemen
04.05.2026Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Henrike Müller, und Staatsrat Jan Fries haben in der vergangenen Woche bei Vor-Ort-Terminen die Müllsituation in Bremen in den Blick genommen. Am Rembertiring sowie im Stadtteil Gröpelingen informierten sie sich über die Herausforderungen, diskutierten mit Engagierten sowie der Die Bremer Stadtreinigung (DBS) über konkrete Lösungsansätze für mehr Sauberkeit und Lebensqualität in der Stadt.
Viele Bremerinnen und Bremer empfinden die zunehmende Verschmutzung des öffentlichen Raums als ernstes Problem. Besonders ins Gewicht fallen dabei illegale Müllablagerungen – etwa Sperrmüll oder Hausmüll, der einfach auf Gehwegen oder in Grünanlagen entsorgt wird. Hinzu kommt das sogenannte Littering: achtlos weggeworfene Verpackungen, Zigarettenstummel und insbesondere To-go-Becher, die das Stadtbild beeinträchtigen und die Umwelt belasten. Überfüllte oder falsch genutzte Mülltonnen verschärfen die Situation zusätzlich.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Sauberkeit ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch der Lebensqualität und des Umweltschutzes. Niemand möchte morgens die eigene Haustür öffnen und direkt vor einem Müllberg stehen. Saubere Straßen und Grünflächen tragen ganz konkret dazu bei, dass wir uns in unseren Quartieren wohl und sicher fühlen. Illegale Müllablagerungen und Littering sind nicht hinnehmbar – sie gefährden die Umwelt und das soziale Miteinander in unseren Stadtteilen, deswegen werden wir konsequenter dagegen vorgehen."
Illegale Müllablagerungen, achtlos weggeworfene Verpackungen und Zigarettenstummel sowie überfüllte Tonnen stellen nicht nur eine Belastung für das Stadtbild dar, sondern können auch Umwelt und Gesundheit gefährden. Ein zentrales Problem sind dabei oft unklare Zuständigkeiten: Wer ist für eine Fläche verantwortlich, wer muss den Müll beseitigen und wer hat ihn verursacht? Diese Fragen sind in der Praxis nicht immer eindeutig zu klären.
Daher setzt sich die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft dafür ein, dass Zuständigkeiten künftig stärker vereinheitlicht werden sollen. Wo unterschiedliche Zuständigkeiten bestehen bleiben, müssen die Kommunikationswege zwischen den Beteiligten deutlich verbessert werden, um schneller reagieren zu können.
Die Stadt Bremen hat bereits zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht: Die Bremer Stadtreinigung ist regelmäßig im Einsatz, Bußgeldverfahren werden konsequent eingeleitet und die Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen wird aktiv gefördert. Jährlich werden mehrere hundert Ordnungswidrigkeiten im Bereich Umweltschutz verfolgt – vom Wegwerfen einzelner Abfälle bis hin zu großvolumigen illegalen Ablagerungen. Die Ermittlung der Verursachenden bleibt jedoch oft schwierig, da Hinweise häufig nicht gerichtsfest sind.
Vor diesem Hintergrund wird derzeit geprüft, die Bußgelder perspektivisch anzuheben – ähnlich wie es in anderen Großstädten bereits erfolgt ist. Zudem wird der Außendienst der DBS gestärkt, was der Bremer Senat nun offiziell beschlossen hat: Er soll den Ermittlungserfolg verbessern, verstärkt an bekannten Hotspots kontrollieren und Bürgerinnen und Bürger aktiv über kostenlose Entsorgungsangebote informieren. Auch das Littering – insbesondere durch Zigarettenkippen und To-go-Verpackungen – soll stärker verfolgt werden.
Gleichzeitig werden Entsorgungsangebote weiter ausgebaut und niederschwelliger gestaltet. Dazu zählen Pilotprojekte wie Sperrmülltage in den Quartieren, kombiniert mit Tauschbörsen.
Die Zahl der öffentlichen Abfallbehälter wurde in den vergangenen Jahren deutlich erhöht: von rund 2.160 im Jahr 2014 auf aktuell etwa 4.085. Der Ausbau wird weiter fortgesetzt. Hinweise aus der Bevölkerung werden geprüft und bei Bedarf umgesetzt. Gleichzeitig bleibt die regelmäßige und teils mehrfache tägliche Leerung eine zentrale Aufgabe.
Am Rembertiring traf sich Staatsrat Jan Fries mit der DBS und einem Hausverwalter an einem bekannten Müll-Hotspot. Bereits zuvor wurden dort mehrere Bußgeldverfahren wegen illegaler Müllentsorgung eingeleitet. Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, sollen die Mülltonnen an einen besser geeigneten Standort versetzt und das Leerungsintervall auf drei Mal pro Woche erhöht werden. Ziel ist es, Überfüllungen und wilde Ablagerungen wirksam zu reduzieren. Darüber hinaus wird engmaschig kontrolliert, um im Zweifel nachsteuern zu können.
In Gröpelingen wurde die Problematik bereits bei den Bremer Aufräumtagen deutlich. Beim Stadtteilspaziergang durch das Lindenhofquartier kam Senatorin Henrike Müller mit der Initiative "G! – Offensive gegen Müll" ins Gespräch. Die Gruppe setzt sich aktiv für Verbesserungen der Müllsituation ein und wird dabei von Kultur vor Ort, Vatan Sport, lokalen Geschäftsinhaberinnen und -inhabern sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern unterstützt. Gröpelingen steht dabei exemplarisch für viele Stadtteile: Hier bündeln sich Herausforderungen – und zugleich zeigt sich das große Engagement der Menschen vor Ort.
"Wir schätzen das Engagement der Bürger:innen und Initiativen sehr. Nur gemeinsam können wir nachhaltige Lösungen entwickeln und umsetzen", so Senatorin Henrike Müller. "Sauberkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die uns alle angeht."
Beim Stadtteilspaziergang wurde zugleich deutlich, dass die Belastung in den Quartieren unterschiedlich ist. Obwohl die Abholung der gelben Säcke noch ausstand, war es an diesem Nachmittag im Lindenhofquartier vergleichsweise sauber – anders als zuletzt bei den Bremer Aufräumtagen am anderen Standort im Stadtteil. Aus den verschiedenen Begehungen haben sich für die Senatorin klare Schwerpunkte herauskristallisiert: besonders betroffen sind Bereiche mit überbelegten Wohneinheiten, Spielplätze sowie stark frequentierte Einkaufsstraßen. Diese Hotspots gilt es gezielt anzugehen.
Senatorin Henrike Müller und der Staatsrat Jan Fries appellieren an alle Bremerinnen und Bürger, unterstützend ihren Beitrag zu leisten und ihre Anlieger-Pflicht nachzukommen. "Jeder kann helfen, unsere Stadt sauber zu halten – indem er seinen Müll ordnungsgemäß entsorgt, Probleme meldet oder sich an Sammelaktionen beteiligt. Sauberkeit und Umweltschutz sind Aufgaben, die wir nur gemeinsam bewältigen können", so Henrike Müller.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de