Sie sind hier:

Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

Umweltinnovation für Baustoffe – nachhaltiger Estrich

Förderung zur Erforschung eines nachhaltigen Estrichs mit Wärmedämmschicht

29.04.2026

Estrich ist ein wichtiger Bestandteil beim Bauen – verursacht aber bislang hohe CO2-Emissionen. Die Materialprüfanstalt Bremen (MPA), ein Geschäftsbereich des Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien (IWT), entwickelt gemeinsam mit der Heidemann Recycling GmbH einen nachhaltigen Estrich. Statt neue Rohstoffe zu verbrauchen, sollen dafür mineralische Stoffe aus dem Rückbau von Gebäuden und Infrastrukturbauwerken aufbereitet und wiederverwendet werden. Der neue Ansatz soll die Umwelt deutlich entlasten und zum Klimaschutz beitragen. Dafür erhält das Projekt eine Förderung in Höhe von knapp 360.000 Euro.

Unter dem Projekttitel "Der urbane bremische Bergbau als Rohstoffquelle zur Herstellung innovativer Estrichsysteme" (kurz: Estrich) entwickeln die Projektpartner einen neuen, nachhaltigen und klimafreundlichen Estrich. Dieser besteht aus mineralischen Sekundärrohstoffen, die zum Beispiel beim Abriss von Gebäuden gewonnen werden und mit vergleichsweise geringem CO2-Ausstoß aufbereitet werden können.

Bei der Herstellung des Estrichs werden Bindemittel – sogenannte Geopolymere –eingesetzt, die im Gegensatz zu herkömmlichem Zement einen deutlich geringen CO2-Fussabdruck aufweisen. Zusätzlich soll eine Dämmschicht entwickelt werden, die auf denselben recycelten Materialien basiert wie der Estrich selbst. Das erleichtert es, das gesamte System nach der Nutzungsphase einem erneuten und kreislaufgerechten Aufbereitungsprozess zuzuführen.

Dr. Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Mit der Förderung des innovativen Projekts des IWT und der Heidemann Recycling GmbH unterstützt das Land Bremen, zusammen mit der EU, aktiv die Entwicklung nachhaltiger und kreislaufgerechter Baustoffe. Dieses Verbundvorhaben zeigt erneut eindrucksvoll, was die Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft für den Umwelt- und Klimaschutz bewegen kann, und welches Innovationspotenzial der Standort Bremen hat."

"Wir blicken hier auf eine echte Innovation im Bauwesen – Made in Bremen. Das geförderte Projekt verbindet hohe Ressourceneffizienz durch Urban Mining mit spürbaren Vorteilen für Klima, Umwelt und Baukosten. Als Förderbank des Landes Bremen freuen wir uns, dass solche Entwicklungen hier vor Ort entstehen können und im guten Zusammenspiel der Akteure die passenden Rahmenbedingungen finden, um erfolgreich zu wachsen und Wirkung zu entfalten", sagt Ralf Stapp, Vorsitzender der Geschäftsführung der BAB – die Förderbank für Bremen und Bremerhaven.

Das neu entwickelte Estrichsystem inklusive Dämmschicht soll sowohl im Wohnungsbau als auch im Gewerbe- und Industriebau eingesetzt werden können. Das Vorhaben ist am 1. April 2026 gestartet und läuft bis zum 31. März 2028. Fachlich-wissenschaftlich unterstützt wird das Forschungsprojekt durch Prof. Dr. Daniel Ufermann-Wallmeier, der sich unter anderem auf die Entwicklung alkalisch aktivierter Bindemittel fokussiert hat.

Hintergrund

Das Projekt wird aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch das Land Bremen – die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft –im Programm "Angewandte Umweltforschung" (AUF) gefördert. Mit dem Programm unterstützt das Land Bremen innovative Forschungsprojekte, die dazu beitragen, die Umwelt und das Klima zu schützen und die Lebensqualität zu erhalten. Gleichzeitig stärkt das Programm Forschung, die Impulse für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung im Land Bremen und in der Region gibt. Dieses spezielle Vorhaben wurde im Rahmen der Sonderausschreibung "Umweltinnovationen für den Klimaschutz" beantragt, mit der die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft zusammen mit der Bremer Aufbau-Bank GmbH und der BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH im Zeitraum 24. Juni bis 15. September 2024 für unter anderem das Förderprogramm AUF geworben hat.

Weitere Informationen zum Förderprogramm "AUF" unter: umwelt.bremen.de

Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de