Handlungskonzept für Schutz, Pflanzung und ein besseres Stadtklima
28.04.2026Der Senat hat heute (28. April 2026) das Handlungskonzept Stadtbäume Bremen beschlossen. Das Handlungskonzept Stadtbäume ist eine von zehn Schlüsselmaßnahmen, die im Zuge der Klimaanpassungsstrategie 2018 beschlossen wurden. Bereits 2020 wurden die Grundlagen für dieses Konzept erarbeitet. Ziel war es von Anfang an, nicht nur mehr Bäume in die Stadt zu bringen, sondern auch bestehende Probleme zu lösen und den vorhandenen Baumbestand besser zu schützen.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Stadtbäume sind weit mehr als nur grüne Deko in unseren Straßen und Parks. Sie sind unverzichtbar für unser tägliches Leben in der Stadt. Sie regulieren das Klima, produzieren Sauerstoff, filtern Luftschadstoffe, binden klimaschädliches CO2 und bieten Lebensraum für viele Tiere. Gerade wir Stadtmenschen brauchen mehr Bäume, damit unsere Städte lebenswert bleiben. Gleichzeitig haben es Bäume im urbanen Raum immer schwerer. Dieses Spannungsfeld zeigt, wie wichtig nachhaltige und innovative Konzepte für die städtische Grün- und Baumpflege sind."
In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben die langen Trocken- und Hitzeperioden den Stadtbäumen zunehmend zu schaffen gemacht. Stadtbäume haben aufgrund der dichten Bebauung und Versiegelung ohnehin schlechtere Standortbedingungen als Bäume in Wäldern oder auf Wiesen. Durch den Klimawandel verschärfen sich die Probleme zusätzlich: Es kommt häufiger zu Krankheiten, zum Absterben von Bäumen und in der Folge auch zu notwendigen Fällungen. Das Handlungskonzept Stadtbäume enthält 31 Handlungsfelder, mit denen Bremen den Stadtbaumbestand langfristig sichern und ausweiten will. Damit werden die Weichen für eine grüne, lebenswerte und zukunftsfähige Stadt gestellt, in der Stadtbäume als unverzichtbare Partner für die Menschen wahrgenommen und geschützt werden.
Ein Großteil der Handlungsfelder wurde in den vergangenen Jahren nach und nach im Verwaltungshandeln umgesetzt. Für die investiven Handlungsfelder des Konzeptes werden kontinuierlich Förderprogramme geprüft und Förderanträge gestellt. So konnten 2024/2025 bereits 500 neue Bäume gepflanzt werden, für 2025/2026 sind weitere 700 Pflanzungen geplant. Für 2026 und 2027 ist vorgesehen, Anträge in Höhe von rund 6,45 Millionen Euro für Baumpflanzungen, neue Baumstandorte sowie Verbesserung bestehender Standorte zu stellen.
Ziel des Konzeptes ist es, Bäume so zu pflanzen und zu pflegen, dass sie langfristig gesund wachsen und ihre positive Wirkung dauerhaft entfalten können. So soll verhindert werden, dass Stadtbäume aufgrund schlechter Standortbedingungen nach ein bis zwei Jahrzehnten wieder gefällt werden müssen. Qualitativ hochwertig gepflanzte Stadtbäume können an ihrem Standort alt werden – sie spenden Schatten, kühlen die Stadt und verbessern spürbar das Klima vor Ort. Weitere wichtige Punkte sind der Schutz älterer Bäume sowie deren Standortverbesserung und Entsiegelung. Bei zukünftigen Infrastrukturprojekten wird die Blau-Grüne und Graue Infrastruktur verstärkt zusammengedacht, um Niederschlagswasser wieder dem natürlichen Kreislauf zuzuführen – zum Beispiel gezielt über Baumstandorte.
In den öffentlichen Grünanlagen stehen rund 90.000 Bäume und entlang der stadtbremischen Straßen 75.000 Straßenbäume in der Zuständigkeit der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft. Hinzu kommen Stadtbäume in den Kleingartengebieten, auf den öffentlichen und kirchlichen Friedhöfen, auf öffentlichen Flächen von Schulen, Kindertagesstätten, Spielplätzen und öffentlichen Gebäuden sowie auf Flächen der Deichverbände, der hanseatischen Naturentwicklung GmbH, der bremenports GmbH und weiteren öffentlichen Trägern. Auch die vielen Bäume auf privaten Grundstücken leisten einen wichtigen Beitrag für das Stadtklima und dürfen nicht unterschätzt werden.
Mehr Informationen gibt es unter: umwelt.bremen.de
Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de