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Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration | Die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz

Bremen holt auf bei Equal Pay

26.02.2026

Der Equal Pay Day – in diesem Jahr am morgigen Freitag, 27. Februar 2026 – markiert symbolisch den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern umsonst arbeiten. Die Gründe für den Gender Pay Gap sind vielfältig: Frauen arbeiten immer noch häufig in Teilzeit und in Branchen, in denen der Lohn meist niedriger ist, zum Beispiel im Einzelhandel, in der Gastronomie, im Gesundheits- oder Erziehungswesen. Hinzu kommt, dass Männer selbst in frauendominierten Berufen häufig Führungspositionen besetzen.

Laut den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Gender Gap Arbeitsmarkt verzeichnet Bremen beim Abbau der Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern deutliche Fortschritte. Der unbereinigte Gender Pay Gap ist von 22 Prozent im Jahr 2021 auf 14 Prozent im Jahr 2025 gesunken (2024: 17 Prozent). Damit liegt Bremen inzwischen unter dem Bundesdurchschnitt von 16 Prozent.

Bei der Interpretation des Gender Gap Arbeitsmarkts ist zu berücksichtigen, dass sich die einzelnen Komponenten dieses Indikators strukturell deutlich unterscheiden können. So weist Bremen mit 17 Prozent den zweitniedrigsten Gender Hours Gap aller westdeutschen Bundesländer auf (nach Hamburg mit 14 Prozent) und liegt auch in dieser Kategorie unter dem Bundesdurchschnitt (18 Prozent). Die durchschnittliche Zahl der geleisteten bezahlten Arbeitsstunden von Frauen und Männern unterscheidet sich somit vergleichsweise gering.

Der Gender Employment Gap von 11 Prozent ist in Bremen – gemeinsam mit dem Saarland – der höchste aller Bundesländer. Die Erwerbstätigenquoten von Frauen und Männern unterscheiden sich hier im Bundesvergleich besonders stark. Hinzu kommt, dass sowohl die Erwerbstätigenquote der Frauen (67 Prozent) als auch die der Männer (76 Prozent) die niedrigsten Werte aller Bundesländer aufweisen.

Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, Dr. Claudia Schilling, sowie die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Claudia Bernhard, freuen sich über den positiven Trend, sehen aber nach wie vor nach wie vor Handlungsbedarf – auch in Bezug auf die Lohnentgelttransparenz.

Arbeitssenatorin Dr. Claudia Schilling: "Der Gender Pay Gap wird kleiner, das freut mich. Dennoch haben wir nach wie vor eine strukturelle Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahlen zeigen: Unser Problem ist weniger die reine Arbeitszeitdifferenz, sondern die insgesamt zu geringe Erwerbsbeteiligung von Frauen. Der zentrale Hebel liegt daher in der strukturellen Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt. Und wir brauchen die Frauen dort, das ist eine Frage der Gerechtigkeit, der wirtschaftlichen Vernunft und der sozialen Stabilität unserer Stadt."

Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz: "Auch wenn die Gehaltslücke langsam zurückgeht – im europäischen Vergleich ist sie im Land Bremen und auch bundesweit weiterhin überdurchschnittlich hoch. Einer der Gründe ist: Lohnunterschiede bleiben wegen mangelnder Transparenz unentdeckt. Deshalb erneure ich meine Forderung an die Bundesregierung, konsequent und ambitioniert die längst überfällige Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie der Europäischen Union in deutsches Recht auf den Weg zu bringen. Grundsätzlich gilt eben nach wie vor, dass insbesondere die finanzielle Gleichstellung von Frauen mit Männern die Basis für jegliche Emanzipation ist."

Hintergrund Landesstrategie:

Um eine höhere Geschlechtergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu erreichen, die Erwerbssituation von Frauen zu verbessern und Chancengerechtigkeit herzustellen, setzt Bremen seit 2022 die Landesstrategie Gendergerechtigkeit im Erwerbsleben und Entgeltgleichheit um. Diese soll im März 2026 fortgeschrieben werden. Zu den Maßnahmen der Landesstrategie gehören neben dem flächendeckenden Ausbau bedarfsgerechter Kinderbetreuung insbesondere für Alleinerziehende und Familien in belasteten Lebenslagen unter anderem die systematische Förderung existenzsichernder sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sowie der Abbau struktureller Karrierehemmnisse durch bessere Qualifizierungs- und Aufstiegschancen. Weitere Schwerpunkte sind die strukturelle Verankerung von Frauen in Führungspositionen sowie die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung des Grundsatzes "gleiches Entgelt für gleiche oder gleichwertige Arbeit" auf betrieblicher, tariflicher und gesetzlicher Ebene.

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