Pilotprojekte erhalten rund 300.000 Euro aus dem Förderfonds der Länder Bremen und Niedersachsen
20.02.2026Die Akteurinnen und Akteure der Metropolregion Nordwest haben sich die aktive Gestaltung der Energietransformation zum Ziel gesetzt. Drei aktuelle Projektansätze aus den Bereichen maritime Wirtschaft, Bauwesen und Wärmeversorgung zeigen exemplarisch, wie Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und gesellschaftliche Beteiligung erfolgreich miteinander verknüpft werden können.
Einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz kann die Dekarbonisierung der Schifffahrt leisten. Mit dem Projekt zur Risikobewertung bei der Bunkerung von Ammoniak in Bremerhaven und Wilhelmshaven werden die beiden Hafenstandorte gezielt auf den künftigen Einsatz klimaneutraler Schiffskraftstoffe vorbereitet. Ammoniak gilt als vielversprechender Energieträger, stellt aufgrund seiner Toxizität jedoch hohe Anforderungen an Sicherheit und Infrastruktur. Ziel ist die Entwicklung präventiver Sicherheits- und Notfallkonzepte, die gesundheitliche, ökologische und technische Risiken systematisch erfassen und bewerten. So werden sichere, transparente und nachhaltige Hafenprozesse ermöglicht. "Eine sichere und ordnungsgemäße Lagerung und Bunkerung von Ammoniak ist kein rein technischer Vorgang, sondern auch eine Frage der Sicherheit. Präzise Standards, regelmäßige Kontrollen und transparente Prozesse schützen Bevölkerung und Umwelt und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Häfen", betont Andreas Bovenschulte, Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen.
Mit dem Reallabor Urban Mining adressiert die Metropolregion Nordwest einen weiteren zentralen Hebel der Vermeidung von CO2-Emissionen: eine Minderung des Ressourcenverbrauchs im Bauwesen. Das Projekt erprobt praxisnah die hochwertige Wiederverwendung von Baustoffen wie Ziegeln, mineralischem Bauschutt und Porenbeton, um Materialkreisläufe zu schließen. In enger Zusammenarbeit von Bauwirtschaft, Kommunen und Forschung werden technische, rechtliche und wirtschaftliche Fragestellungen untersucht sowie standardisierte Verfahren für eine breite Markteinführung entwickelt. "Das Projekt zeigt, wie konsequente Kreislaufwirtschaft im Bauwesen funktionieren kann: Baustoffe werden hochwertig wiederverwendet statt entsorgt. Das senkt CO2-Emissionen, spart Energie und reduziert den Bedarf an Primärrohstoffen deutlich. Gleichzeitig liefert das Reallabor Verfahren und Lösungen, die Kommunen und Wirtschaft direkt anwenden können – und verbindet damit konkrete Ressourcenschonung mit Innovation und regionaler Wertschöpfung", unterstreicht Melanie Walter, Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung.
Gesellschaftliche Akzeptanz ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Energietransformation. Hier setzt das Projekt Erdwärmenetze – genossenschaftliche CO2-freie Wärmeversorgung an. Die Genossenschaft ErdwärmeDich eG realisiert in Bremen ein erstes genossenschaftliches Anergienetz, das Erdwärme über Wärmesonden im Straßenraum erschließt, auf niedrigem Temperaturniveau verteilt und über Wärmepumpen nutzbar macht. Durch diesen neuartigen Ansatz werden Planungsprozesse verschlankt und erhebliche Hürden abgebaut, die bisher - insbesondere in Bestandsquartieren - mit solchen Großprojekten einhergehen. Ziel des Projektes ist es, die Erfahrungen des Bremer Projektes in die Region zu transferieren, um Kommunen und Bürgerinnen und Bürger zu ermutigen, die Wärmeversorgung in die eigenen Hände zu nehmen. "Eine Wärmewende, die Akzeptanz, Bezahlbarkeit und Klimaschutz verbindet, gelingt, wenn Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger gemeinsam Verantwortung übernehmen – dieses Projekt schafft dafür eine Blaupause", so Eduard Dubbers-Albrecht, 1. Vorsitzender der Metropolregion Nordwest.
"Allen drei Projekten gemeinsam sind ihr hoher Praxisbezug und ihr Modellcharakter für die Region, aber auch für ganz Deutschland. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Energietransformation und positionieren die Metropolregion Nordwest als zukunftsorientierte Energieregion, in der Klimaschutz, Innovation und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen", fasst Nicola Illing, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest, zusammen.
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